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Havelland CDU-Mandatsträger zum Merkel-Rückzug
Lokales Havelland CDU-Mandatsträger zum Merkel-Rückzug
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13:46 30.10.2018
Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brandenburg an der Havel mit Dietlind Tiemann. Quelle: Schulze
Havelland

Als Angela Merkel am 10. April 2000 Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) wurde, war Dietlind Tiemann noch nicht Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel. In dieses Amt kam sie erst 2003. Seit gut einem Jahr gehört sie inzwischen dem Deutschen Bundestag als direkt gewählte Abgeordnete für den Wahlkreis Rathenow-Premnitz-Brandenburg an. Die Zeitdimensionen lassen erahnen, wie lange die Zeit tatsächlich war, in der Angela Merkel die CDU führte.

Verdienste hervorgehoben

Veränderungen hat Dietlind Tiemann bereits nach der Bayern-Wahl eingefordert, bei der die CSU von den Wählern abgestraft wurde. Nun, eine Landtagswahl (Hessen) weiter und kurz nach der Rückzugserklärung von Angela Merkel hebt Dietlind Tiemann die Verdienste der Vorsitzenden hervor. „Sie hat der Partei aus einer enorm schwierigen Lage zu neuer Orientierung und Haltung verholfen.“

Angela Merkel habe sich große Verdienste erworben. „Ihrer Ankündigung, auf dem anstehenden Bundesparteitag der CDU Deutschlands nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren, zolle ich größten Respekt. Sie leitet damit einen Prozess des Übergangs ein, der auf dem Geleisteten aufbauen kann und gleichzeitig Raum für frische Ideen und neue Wege lässt.“

Uwe Feiler MdB gehört dem Führungszirkel der havelländischen CDU an. Quelle: Marlies Schnaibel

Tiemann wünscht sich einen fairen Wettbewerb um ihre Nachfolge im Amt der Parteivorsitzenden. „Dieser Wettbewerb sollte sich in der Sache und nicht im Ton hervortun.“ Die Abgeordnete plädiert für einen Wettstreit mit offenem Visier und mit Überzeugung in der Sache. Angela Merkel hinterlasse große Fußstapfen.

Uwe Feiler aus Spaatz, Mitglied im Führungszirkel der havelländischen Christdemokraten und Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Schönwalde-Oranienburg, zieht ebenfalls den Hut vor Merkel. Feiler hatte bereits vor einigen Wochen auf Defizite in der Regierungsarbeit hingewiesen. „Nun ist es wichtig, Regierungsarbeit weiter zu führen“ appellierte Feiler.

Deutliche Hessen-Schlappe

Mit Blick auf die Herausforderungen in Deutschland, Europa und der Welt müsse das Vorrang haben. Die Debatte zu Zukunftsthemen sowohl auf Sach- als auch auf Personalebene ist angestoßen. „Das Wahlergebnis in Hessen war eine deutliche Schlappe für die CDU und Abrechnung mit dem Zustand der Großen Koalition in Berlin“, so Feiler weiter. „Da gibt es nichts schönzureden.“

Der dritte direkt gewählte CDU-Bundestagsabgeordnete im Havelland ist Sebastian Steinecke. Zu seinem Wahlkreis gehören neben den Ämtern Rhinow und Friesack auch die Gemeinde Nennhausen und die Stadt Nauen. „Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung Angela Merkels, nach mehr als 18 Jahren nicht mehr für den CDU-Parteivorsitz zu kandidieren.“

Wahlveranstaltung der CDU vor Bundestagswahl im Resort Mark Brandenburg, Neuruppin mit Sebastian Steineke Quelle: Peter Geisler

Sie habe die Partei in einer schwierigen Phase nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 und der Parteispendenaffäre übernommen. „Damit nicht genug hat sie die CDU als Spitzenkandidatin wieder in die Regierung gebracht, die von ihr bisher 13 Jahre lang erfolgreich geführt wird. Es ist richtig, dass sie nunmehr die Weichen für einen Generationswechsel in der Partei stellt und den Weg frei macht für eine personelle Erneuerung an der Parteispitze.“ Dies verdiene Anerkennung und Respekt.

Ronald Seeger, Bürgermeister der Stadt Rathenow und Mitglied im Kreisvorstand der CDU bestätigt, was die Bundestagsabgeordneten sagten. Und er erinnert sich an den Wahlkampfauftritt von Angela Merkel im Optikpark Rathenow. Was wünscht sich Seeger für die Zukunft der Partei? „Das wird eine schwierige Entscheidung und ich bin zum Glück keiner der über 1000 Parteitagsdelegierten, die dazu abstimmen müssen.“

Glückliche Wendung

Viele wohlmeinende Worte also für die Kanzlerin. Aber es gibt auch die Kritiker, die schon seit Jahren kein gutes Wort mehr an Angela Merkel gelassen haben. Zu ihnen gehört auch Oliver Paulick aus Premnitz, der sich zum nationalkonservativen Flügel der Partei zählt. Seiner Freunde ließ er bereits freien Lauf, als der Merkel-Vertraute Volker Kauder unfreiwillig als Fraktionsvorsitzender abgelöst wurde. Im Sozialen Netzwerk nennt er das Ereignis nun „eine glückliche Wendung“.

Diese Meinung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der CDU-Kreisverband stets hinter der Politik von Angela Merkel versammelt hat.

Von Joachim Wilisch

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