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Havelland CDU-Mann gibt Politik Mitschuld an Anschlag
Lokales Havelland CDU-Mann gibt Politik Mitschuld an Anschlag
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16:38 27.08.2015
Mike Krüger (CDU) fühlt sich in die rechte Ecke geschoben. Quelle: Archiv
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Falkensee

Er wolle kein Wohnheim neben seinem Grundstück haben – unabhängig davon, ob dort Lehrlinge oder Asylbewerber untergebracht seien. Das schrieb der CDU-Kreistagsabgeordnete Mike Krüger als Reaktion auf den Brand der Nauener Turnhalle, in der Falkensee-Gruppe auf Facebook äußerte er sich am Dienstagabend dazu. „Stecke einen Haufen junger Männer unter ein Dach und du glaubst nicht, was aus Langeweile alles für ein Blödsinn erwächst.“ Der Falkenseer machte in der Gruppe die „verfehlte Asylpolitik“ mitverantwortlich. Und wer denke, das seien alles nur Nazis, habe das wirkliche Problem noch lange nicht erfasst, so Krüger.

Michael Koch, Fraktionschef der CDU im Kreistag, zeigte sich irritiert . „Diese Äußerungen sind äußerst befremdlich.“ Koch hatte Krüger am Mittwoch zur Rede gestellt und ihn auch dafür kritisiert, dass dieser auf seiner Facebook-Seite die Gruppen „Pegida“ und „Nein zum Heim in Falkensee“ mit „gefällt mir“ markiert hatte. Letztere wird laut Innenministerium von der NPD oder ihren Anhängern betrieben, dort wird auf übelste Weise gegen Flüchtlinge gehetzt. Auch einen Beitrag der rechten Seite „Sachsen wehrt sich“ hatte Mike Krüger in seinem Profil. Es handelt sich um eine Mahnung gegen „die Politiker, die uns schlafend regieren“. Auf der Seite werden die Besuche von Sigmar Gabriel und Angela Merkel in Sachsen lächerlich gemacht, ein Aufruf lautet „Augen auf und in den Kampf ziehen!!!“ Michael Koch habe Krüger erklärt, dass das seine Missbilligung finde. „Ich erwarte von ihm, dass er sich davon distanziert“, so der Fraktionschef.

Mike Krüger spricht von „Gutmenschen“

Mike Krüger, 2007 Falkenseer Bürgermeisterkandidat, zeigte sich gegenüber der MAZ eher angriffslustig. Man wolle ihn in die rechte Ecke schieben, das schaffe Auflage. Nicht nur die Asylpolitik, auch die Integrationspolitik habe versagt, wenn etwa die Gesellschaft samt „Gutmenschen“ an Zwangsverheiratungen oder der Rolle von Frauen in muslimischen Familien vorbeischaue. Dass er ein Bild der Gruppe „Sachsen wehrt sich“ geteilt habe, räumt Krüger ein. Dort werde Kritik an Regierenden geäußert.

„Unterschreibe ich jederzeit wieder, unsere Brandenburger Landesregierung ist für mich inakzeptabel.“ Auch dass er die Seiten „Pegida“ und „Nein zum Heim in Falkensee“ auf seinem Profil hatte, gibt er zu. Er sei anfänglich Befürworter von Pegida gewesen, mittlerweile habe die Organisation aber an Niveau verloren. Nach wie vor sei er der Überzeugung, ohne 20 000 Menschen auf Pegida-Demos wären einige dringend benötigte Reformen in der Asylgesetzgebung schleppender umgesetzt worden. Und: „Dass die Seite ,Nein zum Heim’ eine NPD-Seite war, hatte ich damals nicht überprüft und darf mir gern als Unachtsamkeit angekreidet werden.“

Konsequenzen für Mike Krüger?

Beim Koalitionspartner SPD sorgen diese Äußerungen für Wirbel. Die Kreistagsvorsitzende Manuela Vollbrecht (SPD) zeigte sich erschüttert. „Wenn er sich in dieser Weise öffentlich geäußert hat, insbesondere auch jüngst zu dem Brandanschlag in Nauen auf unsere kreiseigene Turnhalle, ist es unerträglich und völlig unakzeptabel.“ Sie gehe davon aus, dass die CDU weitere Gespräche führen und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen werde.

Einen Rücktritt Mike Krügers schloss CDU-Fraktionschef Michael Koch allerdings am Donnerstag aus.

Von Marco Paetzel

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