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CDU diskutiert über geplante Ortsumgehung

Premnitz CDU diskutiert über geplante Ortsumgehung

Der Bau einer B-102-Ortsumgehung für Premnitz ist in den Bundesverkehrswegeplan bis 2030 aufgenommen worden. In der Stadt haben sich deshalb zwei Bürgerinitiativen gegründet, die für bzw. gegen das Projekt Unterschriften sammeln. Der CDU-Verband des Kreises gastierte deshalb mit seiner Reihe „Havelländer Gespräche“ am Donnerstagabend in Premnitz.

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Christian Peter und Uwe Feiler (vorn links und rechts) vor versammelter Runde.
 

Quelle: Bernd Geske

Premnitz.  Nachdem der Bau einer B-102-Ortsumgehung für Premnitz in diesem Jahr in den Bundesverkehrswegeplan bis 2030 aufgenommen worden ist, hat sich das Projekt schnell zum Reizthema für die Stadt entwickelt. Das kam, weil der CDU-Stadtverordnete Oliver Paulick zusammen mit weiteren Mitstreitern begann, Unterschriften gegen die Ortsumgehung zu sammeln. Sein wichtigstes Argument: Er befürchte eine Verödung der Innenstadt. Bald danach gründete sich eine Initiative von Anwohnern der Bundesstraße, um Unterschriften für den Bau zu sammeln. Es dürfte dieses gegensätzliche Geschehen sein, das den CDU-Kreisverband bewog, seine neue Reihe der „Havelländer Gespräche“ am Donnerstagabend im Premnitzer „Elfmeter“ gastieren zu lassen. Vertreter beider Bürgerinitiativen waren eingeladen.

Der Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski (CDU) erinnerte daran, dass es in der Zeit 2004 bis 2009, als die CDU mit der SPD im Land regierte, die Zusage gab, die schnelle Autobahnanbindung der Region samt Ortsumgehung Premnitz in vier Abschnitten zu realisieren. Überraschend habe dann aber der damalige Verkehrsministers Reinhold Dellmann (SPD) das Vorhaben gestrichen. Solle sich die Wirtschaft gut entwickeln, sagte er, müsse die schnelle Autobahnanbindung weiter befördert werden. Mit Bezug auf die befürchtete Verödung der Premnitzer Innenstadt, hielt Dieter Dombrowski dagegen: Die Ortsumgehung von Rathenow habe gezeigt, dass sie nichts mit der Innenstadt zu tun hat.

Premnitz muss klären: Will man die Ortsumgehung oder nicht?

Der Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler (CDU) teilte mit, der Bundesverkehrswegeplan werde voraussichtlich im Dezember beschlossen. Die Ortsumgehung von Premnitz stehe im vordringlichen Bedarf, sei also bis 2030 ausfinanziert. Nur in Premnitz könne aber die Frage gelöst werden: Will man die Ortsumgehung oder nicht?

Die Befürworter waren in dieser Runde klar in der Mehrzahl. Oliver Paulick scheute sich aber nicht, mehrfach gegen das Vorhaben zu sprechen. Er zweifelte die Prognosen an, die eine erhebliche Zunahme des Straßenverkehrs für die nächsten Jahre vorhersagen. Wenn in 15 Jahren in Premnitz die Bevölkerung massiv überaltert sei, könne es geschehen, dass wichtige Infrastruktur nicht mehr vorhanden sei. Als er in den Raum stellte, durch die angekündigten Baumaßnahmen würden sich nur drei Minuten Fahrzeit von Premnitz bis Brandenburg sparen lassen, erntete er heftigen Widerspruch.

2016 wird die Natur kartiert

Der Landesbetrieb Straßenwesen bereitet in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung Premnitz vor.

Das Jahr 2016 über wird die Natur in dem betrachteten Raum beobachtet.

Kartiert wird eine Vegetationsperiode lang eine größere Zahl von genau festgelegten Tier- und Pflanzenarten.

Die Auslegung der Planfeststellungsunterlagen könnte nach dem jetzigen Stand Anfang 2017 beginnen.

Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) sagte, er begrüße den geplanten Ausbau der B 102, sie sei die „Halsschlagader“ der Region Rathenow, Premnitz, Pritzerbe. Die große, große Mehrheit der Premnitzer sei für die Ortsumgehung. Klaus Piefke, Sprecher der Unternehmergemeinschaft des Industrieparks, sagte: „Wenn es gelingt, eine bessere Verkehrsanbindung hinzubekommen, ist der Standort langfristig wettbewerbsfähiger.“ Hartmut Fellenberg, Geschäftsführer der KWR Rathenow, betonte, man dürfe nicht Premnitz allein betrachten, sondern müsse die Region sehen. Für die Rathenower Unternehmer sei eine schnelle Autobahnanbindung das A und O. Altbürgermeister Joachim Aurich (CDU) sagte: „Wir wollen Beschäftigung organisieren, dazu brauchen wir die Ortsumgehung für Premnitz.“

„Lärm und Auspuffgase machen uns krank“, betonte der Anwohner Alfred Sterndorff, „es wird Zeit, dass die Ortsumgehung kommt.“

Von Bernd Geske

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