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Havelland Zeitzeugen berichten über KZ
Lokales Havelland Zeitzeugen berichten über KZ
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00:35 30.05.2014
Ilse Heinrich(l.) undCharlotte Kroll berichten Schülern über die Grauen des Nazi-Terrors. Quelle: C. Schmidt
Rathenow

Ilse Heinrich und Charlotte Kroll sind zwei Frauen, die sich selbst als siamesische Zwillinge bezeichnen, so eng sind sie miteinander verbunden. Kennen gelernt haben sich die beiden Frauen in der Gedenkstätte Ravensbrück.
Gut 18 Jahre ist das mittlerweile her. Ihre Freundschaft verdanken sie einer furchtbaren Geschichte, einer Geschichte, die sie und die dieses Land bis heute nicht loslässt. Diese Geschichte erzählen sie in diesen Tagen Mädchen und Jungen im Westhavelland. Zwei sechste Klassen besuchten die Freundinnen in der Otto-Seeger-Grundschule am Montag, am Mittwoch stehen ein Besuch in Rhinow und dann ein letzter Vortrag in Friesack an.

Am Dienstag saßen am Morgen rund 20 Schüler der Geschwister-Scholl-Grundschule vor den beiden Damen, die aus Berlin angereist waren. „Hört gut zu, was wir euch heute zu erzählen haben“, sagt Ilse Heinrich, die in wenigen Wochen ihren 90. Geburtstag feiert, bevor die 92-jährige Charlotte Kroll das Wort ergreift: Von einer Minute auf die andere wurde sie 1943 aus ihrem Leben gerissen und fand sich im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück wieder. Ihre langen Haare wurden ihr abrasiert, die Ohrringe rausgerissen, ihre Kleidung musste sie gegen einen alten Schlüpfer und ein gestreiftes Hemd eintauschen, an den Füßen nur Holzlatschen – Sommer wie Winter. Von morgens bis abends arbeiten, zu essen gab es eine wässrige Suppe und eine dünne Scheibe Brot am Tag.
Ein Jahr lang lebte Charlotte Kroll in der Hölle. Sie musste zusehen wie Menschen bei lebendigem Leib von Hunden zerrissen wurden, wie sie erfroren und verhungerten. Babys, die von Aufsehern in Öfen verbrannt wurden und Mütter, die so lange schrien, bis sie keinen Verstand mehr hatten. Ihre Freundin hört zu und nickt zustimmend. Sie kennt das alles genau, denn sie überlebte selbst neun Monate in Ravensbrück. Die letzten neun Monate vor Kriegsende.

Während Charlotte Kroll dafür büßen sollte, dass sie einer schwangeren Russin Babysachen gab, bestraften die Nazis Ilse Heinrich für ihre Flucht in die Stadt. Das Mädchen vom Dorf sollte bei einem Bauern arbeiten, flüchtete aber zu Freunden. Als sie von den Misshandlungen im KZ erzählt, kullern ihr immer wieder Tränen über die Wangen.
Freundin Charlotte versucht zu trösten und streichelt ihr die Schultern. „Schlag mich doch tot, habe ich ihn angebrüllt“, erinnert sie sich an eine Szene. Ein Aufseher prügelte auf sie ein, weil sie nicht schnell genug arbeitete. Sie sah zu wie er die Köpfe anderer Frauen auf Nähmaschinen knallte, dass das Blut nur so spritzte.

„Wir sind dem Tod von der Schippe gesprungen“, sagen Ilse Heinrich und Charlotte Kroll. Und so schwer es ihnen fällt, ihre Geschichten zu erzählen, so sehen sie es doch als ihre Pflicht an.
Die Rathenower Schüler dankten es ihnen mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Nach 90 Minuten verließen sie schockiert, aufgewühlt und zu Tränen gerührt den Raum.

Ravensbrück

Das Konzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg war mit 170Hektar und 45 Außenlagern das größte deutsche Konzentrationslager der Schutzstaffel (SS) für weibliche Häftlinge im Deutschen Reich.
Zwischen 1938 und 1945 kamen schätzungsweise 28000 Menschen in dem Vernichtungslager ums Leben.
Seit 1959 befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

Von Christin Schmidt

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