Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Charmante Idee, geteilte Meinungen
Lokales Havelland Charmante Idee, geteilte Meinungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 28.09.2015
Der Neubau von Toilettenhäuschen ist für viele Kommunen einfach zu kostenintensiv. Quelle: Archiv
Anzeige
Havelland

Es ist ein bedrückendes Gefühl. Gut gelaunt schlendert man durch die Straßen und stellt plötzlich fest, dass die Blase drückt. Weit und breit gibt es jedoch keine öffentliche Toilette, und die Hemmung einfach in eine Gaststätte zu gehen, ohne etwas zu verzehren, ist oft groß.

In der Oberhaveler Gemeinde Glienicke gibt es ab dem 1. Oktober daher eine besondere Form der öffentlichen Toiletten und das ohne teuer ein neues WC-Häuschen bauen und unterhalten zu müssen. Die Gemeinde nimmt an der Aktion „Nette Toilette“ teil und zahlt den Inhabern von drei Cafés jährlich 700 Euro dafür aus, dass sie ihre Toiletten ganz offiziell öffentlich machen – jedenfalls zu den Öffnungszeiten.

Gekennzeichnet wird die teilnehmende Gaststätte mit einem roten Aufkleber. Glienicke gehört damit zu den Vorreitern im Land Brandenburg.

Auch im Osthavelland gab es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen über öffentliche Toiletten. In Brieselang etwa verlangt der Seniorenbeirat regelmäßig nach einem stillen Örtchen in Zentrumsnähe, das rund um die Uhr zugänglich ist. Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) wiegelt das Ansinnen genauso oft ab. Zu aufwendig, zu teuer, nicht leistbar, sagt er. Und auch die Idee an der Aktion „Nette Toilette“ teilzunehmen, ist in der Vergangenheit bereits verworfen worden. „Die Gaststätten öffnen dafür einfach zu spät. Mit dem WC im Rathaus haben wir außerdem eine öffentliche Toilette in Bahnhofsnähe“, so Garn.

Dass der Bedarf trotzdem groß ist, weiß Christian Stange, Betreiber des „Gasthaus Brieselang“. „Die Leute nutzen unser WC ja jetzt schon, als wäre es öffentlich“, so Betreiber Christian Stange. „Besonders im Sommer wird das dann richtig nervig. Dann verwehren wir auch schon mal den Gang zur Toilette.“ Die Aktion „Nette Toilette“ würde sich für ihn jedoch nicht rechnen. Ganz anders die Meinung im „Kastanienhof“ Elstal: „Wir haben doch quasi ein öffentliches Klo. Warum sollten wir jemandem den Toilettengang verwehren?“, so Inhaber Nico Ringel. Eine Teilnahme am Projekt „Nette Toilette“ könnte er sich vorstellen. „Ein Problem könnten höchstens unsere späten Öffnungszeiten darstellen.“

Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos), der um den Mangel an öffentlichen Toiletten in seiner Gemeinde weiß, hält diese Möglichkeit für eine charmante Alternative.„Toilettenhäuschen sind in der Anschaffung und Erschließung sowie in der Pflege sehr aufwendig und kostenintensiv. Für unsere Gemeinde ist eine solche Anschaffung wirtschaftlich nicht zu leisten.“ Man müsse sich mit den Gaststätten besprechen und überlegen, ob die Aktion in Wustermark Sinn machen würde. „Gerade früher am Tag gehen viele Wustermarker ihren Erledigungen nach. Die Gaststätten haben dann aber noch geschlossen.“

Auch die Nauener Verwaltung hält das Projekt grundsätzlich für eine gute Idee, wie Sprecherin Sarah Turner mitteilt. „Wir sind allerdings der Meinung, dass es zum Servicegedanken eines Restaurants gehören sollte, seine Kundentoiletten bei akutem Bedarf auch Nicht-Kunden zur Verfügung zu stellen.“

Beim nächsten Wirtschaftsstammtisch wolle man das Projekt jedoch vorstellen und so in Erfahrung bringen, ob es von den Gaststätten eine Bereitschaft zur Teilnahme gibt.

Von Laura Sander

Havelland Gregor Eisenhauer liest in Rathenow - Anstöße zum Nachdenken

Gregor Eisenhauer ist Schriftsteller und Philosoph. Am kommenden Mittwoch stellt er in Rathenow im Rahmen der Literaturgespräche sein neues Buch vor, in dem existenzielle Probleme auf ganz leichte Art behandelt werden.

28.09.2015
Havelland Neue Kostenberechnung gefährdet Umzugspläne der Verwaltung - Umbau der Brauerei soll teurer werden

Der Umbau der Brauerei zum Rathenower Verwaltungssitz könnte erheblich teurer werden als angenommen. Nun müssen die Stadtverordneten entscheiden, ob das Vorhaben weiterverfolgt wird. Am 8. Oktober kommt das Thema in der Stadtverordnetenversammlung aufs Tablett.

28.09.2015
Havelland Havelland: Polizeibericht vom 25. September - Einbrecher flüchteten

Über ein Dachfenster wollten Unbekannte in den Donnerstagabendstunden in ein Einfamilienhaus im Dallgower Grenadierweg einsteigen. Die Eigenheimbesitzerin war jedoch zu Hause und machte sich bemerkbar, woraufhin die Täter flüchteten.

25.09.2015
Anzeige