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Chopin und Beatles zum Abschied

Rathenower Musikschule: Eine Ära geht zu Ende Chopin und Beatles zum Abschied

Das diesjährige Schuljahresabschluss-Konzert der Rathenower Musikschule war zugleich ein Abschiedskonzert. Am 1. August übernimmt der Landkreis Havelland die Einrichtung, die sich seit 1995 in städtischer Trägerschaft befand. Rund 170 Gäste kamen in den Theatersaal des Kulturzentrums um diesen historischen Moment mitzuerleben.

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Das Streicherensemble Cellissimo.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Eltern, Großeltern, Freunde und Mitschüler, der Bürgermeister, der Kulturreferent des Landkreises und Stadtverordnete – sie alle waren am Mittwochabend in den Theatersaal des Kulturzentrums gekommen. Rund 170 Menschen wollten dabei zu sein, wenn Rathenows Nachwuchsmusiker das letzte Abschlusskonzert der Städtischen Musikschule geben. Nach 20 Jahren in städtischer Trägerschaft wird die Einrichtung am 1. August von der Stadt an den Landkreis übergehen. Damit war das Konzert am Mittwoch ein historischer Moment für Rathenow. „Heute geht nicht nur ein Schuljahr zu Ende, sondern auch die Zeit als städtische Musikschule Rathenow“, erklärte die langjährige Leiterin der Einrichtung Anke Heinsdorff.

Mehr als 60 Jahre Musikschulgeschichte

1953 wurde die Rathenower Musikschule gegründet. 50 Schüler wurden damals musikalisch ausgebildet - heute sind es rund 500 die hier eine hochwertige musikalische Ausbildung bekommen. Aus 26 verschiedenen Fächern können sie wählen. Derzeit unterrichten 23 Lehrkräfte fast 400 Stunden pro Woche in der Einrichtung in der Alten Mühle am Schwedendamm. „Einige sagen, es ist das schönste Musikschulgebäude im Land Brandenburg“, schwärmte Heinsdorff. Das wird es auch künftig bleiben, denn Rathenows Musikschüler sollen weiterhin hier Klavier und Geige, Gesang und Trompete, Saxofon und vieles mehr üben. Lediglich der Träger wird am 1. August ein anderer sein, für die Schüler wird sich wenig ändern, betonte Anke Heinsdorff.

Der Nachwuchs erobert die großen Bühnen

„Das Gute ist, es wird weitergehen“, ermunterte Gesangslehrerin Carmen Dahlke, die durchs Programm führte. Das hatte das Orchester unter der Leitung Helgo Belinskis mit dem Ungarischen Tanz Nummer 5 eröffnet. Filmmusik, Klassisches sowie Rock- und Pop bekamen die Gäste zu hören. Die 13-jährige Lena Pritzel ließ am Flügel die Hummeln tanzen – sie begeisterte mit Rimski-Korsakows „Hummelflug“. Zu Bravo-Rufen animierte Ethel Friede Belinski am Flügel das Publikum. Die 17-Jährige ist eine von vielen ehemaligen Schülerin, die nun auf großen Bühnen im In- und Ausland stehen. Mittlerweile studiert sie am Julius-Stern-Institut in Berlin, kehrt aber immer wieder nach Rathenow zurück, wo ihr Vater unter anderem das Orchester der Musikschule leitet. Am Mittwoch begeisterte sie unter anderem mit einem Stück von Chopin.

62 Jahre Musikschule in Rathenow

1953 wurde die Rathenower Musikschule mit 50 Schülern als Außenstelle der Brandenburger Volksmusikschule gegründet.

Von 1960 bis 1995 wurde die Einrichtung als Musikschule des Kreises Rathenow mit 220 Schülern weiterbetrieben und entwickelte sich schließlich zur heutigen Städtischen Musikschule Rathenow mit mehr als 500 Schülern.

Die ersten Töne erklangen im „Waldschloss”, 1976 erfolgte der Umzug in die Große Hagenstraße und 2007 wurde schließlich die Alte Mühle bezogen.

Förderverein unterstützt weiterhin

Einmal mehr wurde deutlich, welch kulturellen Stellenwert die Musikschule in der Kreisstadt hat und auch künftig haben wird. „Die Musikschule hat Menschen durch die Musik weit über die Grenzen der Stadt hinaus miteinander verbunden. Sie war und ist Botschafter dieser Stadt“, machte Bürgermeister Ronald Seeger deutlich. Beate Kämmerling, Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule versicherte, dass der Verein auch in Zukunft der Einrichtung ideell und finanziell zur Seite stehen wird.

Mit Beatles-Lieder und rockigen Gitarrenklängen verabschiedeten sich die jungen Musiker nach zwei Stunden von ihren Gästen. Anke Heinsdorff blickt derweil optimistisch in die Zukunft. „In wenigen Tagen beginnt ein neues Kapitel und wir vertrauen darauf, dass auch dieses ein gutes wird.“

Von Christin Schmidt

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