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Havelland Christian Kaiser will den Optikpark schließen
Lokales Havelland Christian Kaiser will den Optikpark schließen
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13:16 11.03.2018
Christian Kaiser Quelle: MAZ-Archiv
Rathenow

Christian Kaiser geht seinen Weg, auch wenn diverse Zeitgenossen das vielleicht nicht so gut finden. Mit gerade 25 Jahren stand er zusammen mit einem Mitstreiter an der Spitze der Bewegung, als das „Bürgerbündnis Havelland“ 2015 zu Demonstrationen gegen die Asylpolitik aufrief. Wiederholt kamen dazu mehrere hundert Teilnehmer auf den Märkischen Platz.

Noch immer finden alle zwei Wochen diese Veranstaltungen statt. Christian Kaiser ist schon seit längerer Zeit allein die Führungsfigur. Die Menge seiner Anhänger ist auf rund 30 zusammen geschmolzen. „Ich finde es positiv, wenn immer noch Menschen den Mut finden, für ihre Ansichten zu werben“, sagt er dazu, „die Leute werde müde.“

Christian Kaiser spricht bei einer Demo des Bürgerbündnisses im November 2015. Quelle: Bernd Geske

Bei einer Frage zur Bürgermeisterwahl, die auf den Erhalt des Optikparks zielte, war er unter den fünf Bewerbern der einzige, der eine Schließung erwog. Die Kosten von 575 000 Euro müssten gesenkt werden, antwortete er: „Klappt das nicht, werde ich die Notbremse ziehen, um weiteren Steuerschaden zu verhindern.“ Angst vor heiligen Kühen hat er keine.

Er hat sich mittlerweile in die Tiefen der Kommunalpolitik eingearbeitet. Seit Sommer 2016 ist er bei jeder Stadtverordnetentagung dabei, stellt Fragen, formuliert Anliegen. „Für mich ist die Feuerwehr wichtiger als der Optikpark“, teilt er mit.

Seit 1992 gebe es die Forderung der Feuerwehr, separate Dusch- und Umkleidemöglichkeiten für Frauen zu schaffen. 2017 habe die Stadt diese Baumaßnahme gerade erst wieder zurück gestellt. Gleichzeitig seien die Ausgaben für den Optikpark erhöht worden. Er betont: So etwas würde es mit ihm als Bürgermeister keinesfalls geben.

Aufgewachsen in Rathenow-West

Christian Kaiser, der am 29. Januar 28 Jahre geworden ist, wuchs in Rathenow-West auf und besuchte dort die Otto-Seeger-Grundschule. In der Altstadtschule, die es damals noch gab, hat er 2006 seinen Realschul-Abschluss gemacht und dann Kfz-Mechatroniker gelernt. Als „schöne Lebenserfahrung“ bezeichnet er seinen Zivildienst in der Rathenower Diakonie-Begegnungsstätte „Insel“. Er habe ältere Leute zu Veranstaltungen abgeholt, Essen ausgefahren und Spenden abgeholt.

Das sechste Jahr arbeitet er jetzt als Kfz-Mechatroniker in einem Rathenower Autohaus. Man hat ihm einen Auszubildenden zur Seite gestellt, damit der etwas von ihm lernt. „Ich bin handwerklich sehr begabt“, stellt Christian Kaiser fest. „Ich bin sehr zielstrebig und weiß genau, was ich will.“

Mit 22 Jahren ein eigenes Haus gekauft

So hat er sich bereits mit 22 Jahren ein eigenes Haus gekauft, natürlich zu Hause in Rathenow-West. Es wurde gebaut in den dreißiger Jahren und war stark renovierungsbedürftig. Ein langfristiger Kredit machte es möglich und die handwerklichen Arbeiten erledigt er selbst. Vieles davon lernte er bei seinem Vater, weil er ihm als Kind beim Bau des Eigenheims seiner Familie half.

Von seinem Vater hat er auch seine Leidenschaft für Motorboote übernommen. Schon seit Jugendjahren hat er beim Rathenower Segelsportverein an der Schliepenlanke einen Sommerliegeplatz. In seiner Freizeit hat er in früheren Jahren mit Vorliebe die alten DDR-Bootsmotoren „Tümmler“ und „Forelle“ repariert. Dafür hat er jetzt keine Zeit mehr. Nach der Arbeit widmet er sich voll und ganz der Kommunalpolitik.

Arbeitszeiten des Ordnungsamtes nach 18 Uhr

Ordnung und Sicherheit sind ihm wichtig. Als Bürgermeister würde er die Arbeitszeiten des Ordnungsamtes nach 18 Uhr verschieben, teilt er mit. In Kooperation mit der Polizei würde er versuchen, freiwillige Helfer als eine Art Nachtwächter tätig werden zu lassen. Die Schließzeiten der Rathenower Kitas im Sommer würde er abschaffen, um die Familien zu stärken. Stadtverordnetenversammlungen würde er live im Internet übertragen, wo die Bürger die Sitzungen auch jederzeit abrufen könnten. Beschlussvorlagen müssten aus seiner Sicht rechtzeitig für alle im Internet einsehbar sein.

Viele Schnittmengen mit der AfD

Mitgliedschaft in der AfD ist für ihn derzeit kein Thema. Er erkennt aber bei seinen Themen viele Schnittmengen mit dieser Partei.

Warum er Bürgermeister werden will? „Ich will viele Sachen für Rathenow und die Einwohner verbessern“, sagt Christian Kaiser. Er sei kein Mensch, der nur schimpft. Er versuche lieber selbst, etwas zu verändern. Einen Versuch sei die Bürgermeisterwahl auf alle Fälle wert.

Von Bernd Geske

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