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Havelland Die ökologische Alternative nach dem Schulabschluss
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14:11 20.08.2014
Cindy Veith hat ihr FÖJ nicht bereut. Die Arbeit für den Nabu war spannend, sagt sie. Quelle: C. Schmidt
Milow

„Was machst Du, ein FÖJ? Was ist das denn?“ Mit dieser Frage wurde Cindy Veith in den vergangenen Monaten häufig konfrontiert. Inzwischen kann die 18-Jährige genau erklären, was ein FÖJ – also ein Freiwilliges Ökologisches Jahr – ist. Seit knapp einem Jahr unterstützt Cindy Veith selbst als Freiwillige den Nabu Regionalverband Westhavelland. Auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive und unschlüssig darüber, wo die berufliche Reise hingehen soll, stieß sie im Internet auf die Möglichkeit, in Milow ein FÖJ zu absolvieren. „Tiere, Natur, Fledermäuse – das klang alles interessant“, erinnert sich die junge Frau. Gleichzeitig gefiel ihr der Gedanke, ein Jahr Zeit zu gewinnen, um sich darüber klar zu werden, welchen Beruf sie lernen möchte.

Bereut hat Cindy Veith ihre Entscheidung bis heute nicht. Ein spannendes Jahr liegt hinter ihr. Außeneinsätze, Besucherbetreuung, Büroarbeit, Seminare mit anderen FÖJlern. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Naturwacht baute sie einen fast zwei Kilometer langen Froschzaun vor Parey auf. Sie besuchte potenzielle Brutplätze von Eulen und schaute, ob es Nachwuchs gibt. Sie klapperte die verschiedenen Fledermausbunker der Region ab, sammelte Äpfel und Birnen auf Streuobstwiesen ein, brachte sie zur Mosterei und verkauft den Saft nun im Naturpark-Shop. Auch Büroarbeit gehört zu ihren Aufgaben, zum Beispiel die Betreuung der Internetseite und Verbandsarbeit. Gäbe es einen Beruf, der so vielfältig ist, wie die Tätigkeit beim Naturpark Westhavelland, Cindy würde ihn sofort ergreifen.

„Wir versuchen das Jahr so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten“, sagt René Riep, Leiter des Naturparkzentrums und Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland. Er hat in den vergangenen Monaten mit Cindy Veith zusammengearbeitet und sucht nun einen Nachfolger. „Es ist nicht so, dass es keine Interessenten gibt, aber die meisten kommen nicht aus der Nähe. Da wir ihnen keine Unterkunft anbieten können und die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig ist, können sie den Dienst nicht antreten“, erklärt Riep. Noch ist er zuversichtlich, dass sich ein junger Mann oder eine junge Frau für ein FÖJ begeistert. Cindy Veith glaubt, dass viele junge Menschen gar nicht wissen, dass es neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr auch das Freiwillige Ökologische Jahr gibt. Wäre sie im Internet nicht zufällig darauf gestoßen, würde sie heute wohl selbst nicht im Besucherzentrum des Naturparks sitzen. Hier könnten Lehrer vielleicht etwas Aufklärungsarbeit leisten, denn so ein Jahr lohnt sich, sagt Cindy Veith. Vor allem von den angebotenen Seminaren ist die 18-Jährige begeistert. „Ich habe neue Freundschaften geknüpft und hab inzwischen eine viel genauere Vorstellung davon, was ich beruflich machen möchte.“

FÖJ: Nach der Schule ein Jahr zur beruflichen Orientierung

Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr könnenjungeMenschenzwischen dem 16. und 27. Lebensjahr absolvieren.
FÖJ-Plätze bieten Einrichtungen aus dem Bereich des Natur- und Umweltschutzes und der Landwirtschaft sowie regional und überregional tätige Vereine und Verbände an.
In Brandenburg beginnt der Dienst jeweils am 1. September und endet am 31. August des kommenden Jahres. Zwischen sechs und 18 Monaten können die Freiwilligen in einer Einrichtung tätig sein.
Wer sich für ein FÖJ beim Nabu Regionalverband Westhavelland interessiert schickt seine Bewerbung per E-Mail an: nabu@rathenow.de

Seit 1996 bietet der Nabu-Regionalverband jedes Jahr jungen Menschen eine FÖJ-Stelle an. Bisher blieb die Stelle nur ein einziges Mal unbesetzt. Am 31. August endet das Jahr für Cindy Veith. Sollte sich bis dahin kein neuer Freiwilliger gefunden haben, wäre sie bereit ein halbes Jahr zu verlängern. Spätestens dann will sich die Rathenowerin einen Ausbildungsplatz sichern.

Von Christin Schmidt

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