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Coca-Cola schließt Werk im Havelland

Perwenitz Coca-Cola schließt Werk im Havelland

Coca-Cola wird sich aus dem Havelland zurückziehen. Das Getränkeunternehmen hat angekündigt, seine Zentralwerkstatt für Kühler, Automaten und Zapfanlagen in Perwenitz zum 1. Mai 2017 zu schließen. In der Gemeinde ist man betrübt.

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Das Coca-Cola-Werk in Perwenitz und direkt daneben das Fleischwerk von Birkenhof, dessen Zukunft ebenfalls ungewiss ist.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Perwenitz. Coca-Cola wird sich aus dem Havelland zurückziehen. Das Getränkeunternehmen hat angekündigt seine Zentralwerkstatt für Kühler, Automaten und Zapfanlagen in Perwenitz zum 1. Mai 2017 zu schließen. „Dieser Entschluss ist uns nicht leicht gefallen. Fakt ist aber, dass die derzeitige Kostenstruktur bei der Reparatur und Wartung unserer eigenen Geräte nicht konkurrenzfähig ist. Deshalb planen wir die Tätigkeiten in Nord- und Ostdeutschland zukünftig in Hamburg zu bündeln. So können wir Kosten einsparen bei gleichbleibend hohem Service für unsere Kunden“, sagt Mario Hochheim, der Geschäftsleiter Coca-Cola Ost. Die Verwaltungsaufgaben für das Verkaufsgebiet sollen nach Berlin verlagert werden.

Knapp 200 Mitarbeiter sind derzeit am Standort Perwenitz beschäftigt. Brause produziert wurde dort nicht, sondern lediglich Kühler und Automaten repariert und Werbematerial gelagert. Auch ein Teil der Verwaltung befand sich dort.

Erstes Unternehmen im Gewerbegebiet

Nur die wenigsten Mitarbeiter stammen aus dem Ort selbst. „Ich weiß persönlich nur von einer Frau aus dem Dorf, die dort beschäftigt ist“, sagt Ortsvorsteher Jörg Meyer (SPD). Dennoch bedauert er den Weggang. Der Getränke-Riese war seit 1992 im Ort gewesen, es war das erste Unternehmen im neu geschaffenen Industriegebiet. „Für Coca-Cola war das Gewerbegebiet damals quasi geschaffen worden“, erinnert sich Jörg Meyer.

Dass die Firma die Gemeinde nun verlässt, sei „nicht gut für die Attraktivität“, meint Bürgermeister Bodo Oehme (CDU), der am Mittwoch vor Ort Gespräche mit der Geschäftsführung führte. „Das betrübt mich sehr“, sagt er. Der Verlust an Gewerbesteuern hält sich laut Bodo Oehme aber in Grenzen.

Kündigungen sollen weitestgehend vermieden werden

Die geplante Veränderung betrifft 57 von 191 Arbeitsplätzen. Der Rest sind nach Auskunft von Unternehmenssprecherin Ulrike Meier überwiegend Außendienstler, die zwar formal ebenfalls dem Standort Perwenitz zugeordnet sind, aber größtenteils von unterwegs arbeiten: „Für sie ändert sich nicht viel“, sagt Ulrike Meier.

Lediglich acht Stellen sollen wegfallen. Ziel sei es betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden: durch alternative Stellen an anderen Standorten oder durch einvernehmliche Lösungen, beispielsweise hohe Abfindungen für ältere Beschäftigte. „Uns ist dabei sehr wichtig, dass wir die geplante Veränderung transparent und sozial verantwortungsvoll umsetzen. Dazu haben wir gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern einen klaren und fairen Prozess definiert“, sagt Geschäftsleiter Mario Hochheim. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern sollen in den nächsten Tagen starten.

Grundstück wird verkauft

Das Grundstück im Gewerbegebiet ist Eigentum der Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH und soll nach Firmenangaben verkauft werden – an wen, steht noch nicht fest. Ortsvorsteher Jörg Meyer ist zuversichtlich, dass sich bald ein Interessent findet, „bei dem riesigen Bedarf derzeit an Gewerbeflächen.“ Bürgermeister Bodo Oehme hat bereits angeboten die Liegenschaft zentral über die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Osthavelland zu vermarkten.

Mit dem benachbarten Fleischwerk Perwenitz ist noch ein zweiter Großbetrieb in der Gemeinde gefährdet. Dessen Zukunft hängt vom Ausgang der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka ab (MAZ berichtete). Im Fleischwerk arbeiten deutlich mehr Einheimische als bei Coca-Cola.

Von Philip Häfner

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