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DDR-Museum Döberitz startet in die Saison

Premnitz DDR-Museum Döberitz startet in die Saison

In seine neue Saison ist das DDR-Museum im Premnitzer Ortsteil Döberitz gestartet. Auf fast 1000 Quadratmetern Fläche zeigt der Inhaber Manfred Hüsges mehr als 40 000 Exponate. Von der SED-Fahne über eine Thälmann-Büste und PEBE-Steckbausteine ist bis zum Trabant-Pkw alles dabei. Die Dauerausstellung ist um eine Camping-Szene erweitert worden.

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Manfred Hüsges mit verschiedenen Ausführungen das Sändmannchens und des Kinderlieblings Pittiplatsch.

Quelle: Bernd Geske

Döberitz. Ein bisschen ist das DDR-Museum in Döberitz ja wie eine Märchenwelt. Eine Schatzkammer voller Schmuckstücke aus einem untergegangenen Land in einer vergangenen Zeit. Der Inhaber Manfred Hüsges, der aus Mönchengladbach stammt, könnte wohl problemlos 1001 Geschichten erzählen über die 40 000 Exponate, die er auf fast 1000 Quadratmetern zeigt. Über PEBE-Steckbausteine aus Bad Kösen, die am Anfang genau zum Vorbild Lego passten. Über den Pkw Trabant Universal, den man auf keinen Fall „Kombi“ nennen sollte – wenn man historisch korrekt sein will. Oder über „blaue Fliesen“, wie 100-D-Mark-Scheine von DDR-Bürgern genannt wurden.

Manfred Hüsges erzählt zwar schöne Geschichten, beileibe aber keine erfundenen Märchen. Die Museumsbesucher Eveline Arnold und Mirko Bergmann aus Chemnitz (zu DDR-Zeiten Karl-Marx-Stadt) haben jedenfalls sofort seine Aussage bestätigt, dass der Motor für den ansonsten in Zwickau gefertigten Trabant einst aus Karl-Marx-Stadt kam. Sie bestätigen auch seinen Satz, dass die DDR-Bürger die Geschäfte namens Konsum gern mit „Kauft Ohne Nachzudenken Schnell Unseren Mist“ umschrieben. Eveline Arnold freute sich sehr, im Museum eine große Auswahl von PEBE-Steinen vorzufinden. Ihr Opa hatte eine große Kiste davon, erzählte sie, und als Mädchen habe sie damit gespielt. Ihr Partner Mirko Baumann erkannte den Wermuth „Veneziano“ wieder, mit dem er als Jugendlicher auf unvergessliche Weise Bekanntschaft machte.

Eveline Arnold und Mirko Baumann aus Chemnitz beim Rundgang

Eveline Arnold und Mirko Baumann aus Chemnitz beim Rundgang.

Quelle: Bernd Geske

Es ist jetzt schon die vierte Saison, in die das DDR-Museum von Döberitz gestartet ist. In der kalten Jahreszeit hat es immer geschlossen und öffnet stets am 1. Mai seine Pforte. Bis zum 31. Oktober ist es nun wieder auf Besucher eingestellt. Die Dauerausstellung, die einen großen Saal und mehrere Nebenräume füllt, ist vor Saisonbeginn um eine Campingszene erweitert worden. Kleines Zelt, Sonnenschirm, Campingtisch und -stühle, jede Menge aufblasbare Badetiere, Benzinkocher und noch viel mehr. Das Dachzelt für den Trabant sei auch „Hotel Sachsenruh“ genannt worden, teilt der Meister dazu mit und erinnert daran, dass seinerzeit beim Camping wohl so manche Flasche Rosenthaler Kadarka, Zahnaer Eierlikör oder Timm’s Saurer geleert worden ist.

Der geborene Wessi Hüsges hat einen Narren an DDR-Erzeugnissen gefressen. Früh nach der Wende fing er an, sie in wachsenden Mengen zu sammeln. Das Schicksal führte ihn nach Döberitz, nachdem im Internet den Premnitzer Peter Klapp kennen lernte. Der steuerte zur Sammlung vor allem die Produkte im Konsum und viele technische Geräte bei. Beide zusammen entschlossen sich, ein DDR-Museum zu gründen , und richteten die frühere Gaststätte am Bammer Weg gemeinsam her.

Das DDR-Museum in Döberitz

Das DDR-Museum in Döberitz befindet am Bammer Weg 5 unweit der B 102.

Geöffnet hat es Mai bis Oktober von Mittwoch bis Sonntag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr. Letzter Einlass um 16 Uhr.

Gegründet haben das DDR-Museum Peter Klapp aus Premnitz und Manfred Hüsges aus Mönchengladbach.

Gezeigt werden mehr als 40 000 Exponate auf einer Fläche von fast 1000 Quadratmetern.

Am Beginn eines jeden neuen Monats wird eine Wechselausstellung eröffnet.

Erreichbar ist das DDR-Museum über Telefon 0152/ 57 33 53 89.

Internet: www.ddr-museum-döberitz.de

Zum Beginn jedes neuen Monats kommt eine kleine Wechselausstellung dazu. Ab 1. Juni werden die Stücke gezeigt, die im letzten halben Jahr neu angekauft worden sind, und ab 1. Juli ist Blechspielzeug zu sehen, das einst in der Stadt Brandenburg hergestellt worden ist. Auf Wunsch, oder ungefragt, lässt Manfred Hüsges auch gern einen alten DDR-Witz heraus. Sagt Erich Honecker zu Katharina Witt: „Du hast schon so viele Erfolge errungen, jetzt kannst du dir von mir etwas wünschen.“ – „Mach doch mal einen Tag die Mauer auf“, antwortet die Kathi ihm da und Erich entgegnet: „Du kleine Schelmin du, möchtest mit mir wohl ganz alleine sein.“

Von Bernd Geske

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