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Havelland DDR-Museum zeigt mehr als 40.000 Exponate
Lokales Havelland DDR-Museum zeigt mehr als 40.000 Exponate
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19:22 30.04.2018
Manfred Hüsges mit seinen geliebten Fahrzeugen. Quelle: Uwe Hoffmann
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Döberitz

Seit dem in Mönchengladbach geborenen und aufgewachsenen Manfred Hüsges bei seiner ersten Fahrt in die ehemalige Deutsche Demokratische Republik im Jahr 1993 die damals noch häufig auf den Straßen fahrenden Trabis, Wartburgs und Barkas begegneten, ließ ihn das Interesse für die Fahrzeuge aus DDR-Produktion nicht mehr los.

2014 öffnete das Museum

Aus dem ersten Trabi, einem „Kombi“, wurden insgesamt bis zu maximal rund 180 Autos und Zweiräder. Im 2014 eröffneten DDR-Museum in Döberitz werden heute noch vier Trabis und zwei Barkas B 1000 gezeigt. Sie sind liebevoll gepflegt und der Lack glänzt. „Der Barkas war ein richtiges Universalfahrzeug. Es gab ihn beispielsweise als Postauto. Bei der einen oder anderen Freiwilligen Feuerwehr steht noch heute ein als Mannschaftstransporter benutzter alter Barkas in der Garage. So einen Krankentransporter, wie er hier steht, sieht man heute nur noch selten. Und alles, bis zur Sirene, funktioniert noch“, erzählt Manfred Hüsges. „Die hier in einem der zehn Räume ausgestellten Fahrzeuge stehen hinter keiner Sperrleine. Man kann sie sich hautnah anschauen. Kleine Besucher können sich gern auch einmal reinsetzen.“

Zu der Sonderausstellung kamen zahlreiche Besucher.l Quelle: Uwe Hoffmann

Weitere Fahrzeuge und Ersatzteile stehen in einer Halle auf dem Hof des Grundstücks. Noch einmal rund 500 Barkas in allen Maßstäben stehen in Vitrinen. „Das ist die wohl weltgrößte Barkas-Spielzeug- und Modellauto-Ausstellung der Welt“, ist der Museumsbetreiber überzeugt. Die anfangs 400 Quadratmeter umfassende Dauerausstellung wurde in den letzten Monaten erweitert.

Spuren der Kindheit

Der gelernte Kaufmann für Spielwaren Manfred Hüsges zeigt aber nicht nur alles rund um DDR-Fahrzeugtechnik. Hier findet man Bücher aus der eigenen Kindheit, die Amiga-Quartett-Singles oder Lizenz-Schallplatten, nach denen der DDR-Bürger regelmäßig anstehen musste, Haushaltsgegenstände, Bekleidung und natürlich jede Menge Spielzeug. Auch ein komplett eingerichteter DDR-Konsum gehört dazu. Insgesamt sind es rund 40.000 Einzelexponate.

Alles dreht sich um Camping

Jeden ersten Sonntag im Monat eröffnet die monatlich wechselnde Sonderausstellung. Zur diesjährigen Eröffnung im Mai startete das DDR-Museum thematisch in die Campingsaison. Hüsges zeigt in der aktuellen Sonderausstellung seine Neuerwerbungen. Darunter sind Kinderbücher, wie ein „Fix & Fax“-Buch oder Spielzeug wie eine Pittiplatsch-Puppe. „Auf Trödelmärkten und im Internet bekommt man noch so manch Haushaltsgegenstände oder Spielzeug aus DDR-Zeiten. Manches gibt es so häufig, dass man es hinterher geworfen bekommt. Ausgesuchte Dinge, wie zum Beispiel Blechspielzeug aus den ersten DDR-Jahren, können mittlerweile schon recht teuer sein“, sagt Manfred Hüsges. „Wenn ich etwas spezielles sehe, verspüre ich so ein Jucken und kann ich nicht anders. Dann muss ich zuschlagen.“

Stets neue Themen

Die Sonderausstellung besuchten auch Kristi und Maik Gereke aus Gardelegen. „Mein Gott, was es hier alles gibt. So vieles aus seiner Kindheit und Jugendzeit hat man selbst schon wieder vergessen“, meint Maik Gereke beim Rundgang durch die Ausstellung. „Unglaublich! Es ist schön, dass jemand das alles über viele Jahre zusammengetragen hat und öffentlich zeigt.“ Das Ehepaar fuhr passenderweise mit ihrem Trabant 601 vor. „Vieles an diesem Trabi, Baujahr 1983 ist noch original, wie auch der Lack. Bis vor drei Jahren hatte ich noch ein Motorrad MZ ETZ 250A“, erzählt der Oldtimerfreund. „Wir fahren schon zum dritten Mal zum Oldtimertreffen über das Pfingstwochenende ins MAFZ nach Paare/Glien. Vom DDR-Museum hier haben wir einen Zeitungsartikel im Internet gefunden und wollten es heute unbedingt erstmals besuchen.“ Die Sonderausstellung im Juli zeigt Spielzeugautos, die in früheren Jahrzehnten in Brandenburg produziert wurden.

Das DDR-Museum im Bammerweg 5, in Döberitz vom 1. Mai bis zum 31. Oktober, mittwochs bis sonntags, 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die monatlich wechselnden Sonderausstellungen beginnen jeweils am ersten Sonntag des Monats. Kontakt und weitere Informationen unter www.ddr-museum-döberitz.de und Telefon 0152/57 335 389.

Von Uwe Hoffmann

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