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DNA-Offensive in Falkensee

Kommunales Eigentum wird markiert DNA-Offensive in Falkensee

Kommunales Eigentum in Falkensee wird mit künstlicher DNA markiert. Auch in anderen Kommunen des Havellands wird man aktiv: Die Schönwalder Feuerwehr hat bereits alle ihre Gerätehäuser und Technik auf diese Art gezeichnet.

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Bürgermeister und Ministerpräsident überzeugen sich: Am Falkensee Sportplatz am Rosentunnel werden Geräte markiert.

Quelle: privat

Falkensee/Schönwalde. Die Schönwalder tun es schon eine Weile, jetzt zieht auch Falkensee nach: In der Stadt wird künstliche DNA eingesetzt. Die lackähnliche Substanz wird an vielen Einrichtungsgegenständen auf Sportplätzen, der Stadt und der Feuerwehr aufgetragen.

Bei seinem Besuch Anfang Oktober hatte sich Ministerpräsident Dietmar Woidke an der Sportanlage Rosenplatz davon ein Bild gemacht. Schon in seiner Zeit als Innenminister hatte er sich für den Einsatz dieser Technik eingesetzt. In Falkensee wies er auch auf die Nutzung im privaten Bereich hin.

„Ja, wo kann man denn diese künstliche DNA erwerben“, wollte MAZ-Leser Max Brunner wissen. Der Falkenseer versucht seit Längerem eine befriedigende Antwort darauf zu finden, wurde aber zwischen Polizei und Stadt hin- undhergeschickt. Dieses Hin- und Hergeschicke hat seit gestern ein Ende. Die Firma Falcon im Gewerbegebiet Süd bietet die Möglichkeit an, sich mit dieser künstlichen DNA zu versorgen. „Die Flüssigkeit ist nicht giftig, sie ist leicht aufzutragen“, erklärte Geschäftsführer Jörg Lehmann, wichtig sei natürlich die Registrierung in einer Datenbank. Ob Rasentraktor oder Omas Erbschmuck – alles könne so markiert werden. Große Konzerte, wie Telekom oder Deutsche Bahn, setzen die Technik schon länger ein. Die mit dem bloßen Auge nicht sichtbare DNA kann von der Polizei mit Speziallampen sichtbar gemacht werden.

„Mit künstlicher DNA kann der Diebstahl von Werkzeugen oder von beispielsweise Gartentoren nicht direkt verhindert werden. Die Diebe können aber das Diebesgut kaum noch verkaufen“, sagte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller. „Jeder Aufkäufer geht das hohe Risiko ein, dass er direkt mit dem konkreten Diebstahl in Verbindung gebracht wird. Das macht die Diebesware für Hehler und damit auch für die Diebe wertlos.“ Deshalb setzt die Kommune auf diese Technik.

Auf den Abschreckungseffekt setzen auch viele Feuerwehren im Landkreis. Hier war im vergangenen Jahr auf einer Krisensitzung über das Thema gesprochen worden. Damals gab es eine Reihe von Einbrüchen in Feuerwehrgerätehäuser, allein in Markee war vier mal hintereinander in kurzer Zeit eingebrochen worden. „Wir halten den Einsatz von künstlicher DNA durchaus für sinnvoll“, sagte Kreisbrandmeister Lothar Schneider. Es werden ja kaum Fahrzeuge gestohlen, sondern Bestückungsteile. Mit Hilfe der künstlichen DNA könnten sie wieder zugeordnet werden. Die Nauener Feuerwehr investierte derweil in bessere Alarmanlagen an ihren Häusern, in Schönwalde-Glien setzte man auf die Markierung mit künstlicher DNA. „Wir haben im Sommer alles erledigt“, sagte Gemeindebrandmeister Norbert Krumm, die Ortswehren zwischen Grünefeld und Wansdorf sind ausgestattet. Fahrzeuge und bewegliche Teile wie Kettensägen oder Winkelschleifer sind markiert. Auch auf dem Bauhof der Gemeinde kam die künstliche DNA zum Einsatz. „Sollte etwas gestohlen und gefunden werden, können die Teile zugeordnet werden“, sagte er. Die Sache soll aber auch einen Abschreckungseffekt haben. Deshalb sind an allen Gerätehäusern Schilder angebracht. Mit einer warnenden roten Hand und mit dem Hinweis, dass Objekt und Geräte mit künstlicher DNA gesichert sind.

Von Marlies Schnaibel

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