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Ein Rathaus, das niemand sehen kann

Posse um Verwaltungssitz Ein Rathaus, das niemand sehen kann

Stellen Sie sich vor, Sie bauen sich für über 3 Millionen Euro ein neues Rathaus und niemand kann es sehen, weil es hinter zahlreichen anderen Gebäuden versteckt liegt. Vor diesem Problem steht man derzeit in Dallgow-Döberitz. Die Gemeinde befürchtet, dass ihr neuer Verwaltungssitz hinter höheren Gebäuden, die in der Nähe entstehen sollen, untergeht.

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Ende August war der Siegerentwurf für das neue Rathaus vorgestellt worden.

Quelle: Philip Häfner

Dallgow-Döberitz. Stellen Sie sich vor, Sie bauen sich für über 3 Millionen Euro ein neues Rathaus und niemand kann es sehen, weil es hinter zahlreichen anderen Gebäuden versteckt liegt. Vor diesem Problem steht man derzeit in Dallgow-Döberitz.

Die Gemeinde beabsichtigt in der Wilmsstraße einen neuen Verwaltungsbau zu errichten, nachdem der aktuelle Standort längst zu klein geworden ist. Ein zweigeschossiger Flachbau mit einer Fassade aus Beton und Glas, ein Atrium, das für natürliches Licht in den Wartebereichen sorgt, zur Wilmsstraße hin ein großzügiger Vorplatz: So sieht der Siegerentwurf des Architektenentwurfs aus, der Ende August der Öffentlichkeit vorgestellt wurde (MAZ berichtete). Das Projekt Rathausneubau schien nach jahrelangen Diskussionen endlich auf die Zielgeraden einzubiegen. Dachte man zumindest.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum vorgesehen Standort des Rathauses, an der Ecke Wilmsstraße/Kurmarkstraße, plant die Kirche als Grundstückseigentümer Einheiten für altersgerechtes Wohnen, mit einem Café und Arztpraxen im Erdgeschoss. Das war schon länger bekannt, doch offenbar haben die Dallgower Gemeindevertreter offenbar erst jetzt so richtig realisiert, was das Vorhaben, für das es derzeit noch unterschiedliche Planungsentwürfe gibt, bedeutet.

„Das könnte ein brutaler Klotz werden, der vor unser Rathaus kommt“, befürchtet Heinrich Maidhof (SPD). Lothar Ladewig (Freie Wähler), der Vorsitzende des Bauauschusses, meint: „Wir wollten doch alle, dass das Rathaus die Dominanz hat. So aber würde man es im Vorbeifahren nur ganz kurz sehen. Dann bräuchten wir uns auch nicht besonders bemühen, sondern könnten auch Rauputz an die Fassade hauen.“

Mehr als anderthalb Stunden diskutierte der Hauptausschuss am Mittwochabend über das Thema, obwohl man eigentlich nur die Sitzung der Gemeindevertretung vorbereiten wollte, die am kommenden Mittwoch, dem 23. September, über den Bebauungsplan für das Rathausareal abstimmt. Zeitweise verloren selbst die Politiker den Durchblick: „Wat nu?“, fragte Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler) zwischendurch, und Peter-Paul Weiler (Grüne) gestand, er könne das Ganze jetzt nur noch schwer nachvollziehen. „Wäre ich bloß ein interessierter Bürger, hätte ich keine Ahnung gehabt, dass an der Ecke ein solch großes Gebäude entstehen könnte“, sagte Heinrich Maidhof.

Im Bebauungsplan heißt es lediglich: „Südlich des geplanten Rathausstandortes und entlang des vorderen Teils der Kurmarkstraße sollen Bebauungsmöglichkeiten im Sinne eines allgemeinen Wohngebietes geschaffen werden.“ Von konkreten Maßen ist dort nicht die Rede. Nach langer Debatte verständigte sich der Hauptausschuss schließlich darauf, maximal zwei Stockwerke – plus Dach – und eine Gebäudelänge von höchstens 36 Metern zuzulassen, bei einer Gesamtbaufläche von bis zu 2000 Quadratmetern.

Von Philip Häfner

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