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Jobcenter Havelland zieht Bilanz

In Dallgow leben die wenigsten Hartz-IV-Empfänger Jobcenter Havelland zieht Bilanz

In keiner Gemeinde im Havelland erhalten so wenige Menschen Leistungen vom Jobcenter wie in Dallgow-Döberitz. Das geht aus dem aktuellen Kreisbericht zur Grundsicherung hervor, den Dezernent Dennis Granzow unlängst vorstellte. Demnach bekamen im Juni in Dallgow nur vier Prozent der Einwohner Hartz IV.

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Kreisweit waren im Juni erstmals seit 2005 weniger als 10 000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet.

Quelle: dpa

Havelland. In keiner Gemeinde im Havelland erhalten so wenige Menschen Leistungen vom Jobcenter wie in Dallgow-Döberitz. Das geht aus dem aktuellen Kreisbericht zur Grundsicherung hervor, den Dezernent Dennis Granzow unlängst vorstellte. Demnach gab es im Juni in Dallgow nur 371 Leistungsempfänger – das sind nur vier Prozent der Einwohner. Auf den weiteren Plätzen folgen Schönwalde-Glien und Brieselang, wo der Anteil an der Bevölkerung jeweils fünf Prozent beträgt. In der größten Stadt des Kreises, in Falkensee, sind es sechs Prozent.

Im Westhavelland waren die Werte hingegen deutlich höher — Schlusslicht ist Rathenow mit einer Quote von 18 Prozent, die zuletzt aber immerhin leicht zurückgegangen ist. Aber auch in Nauen erhielten 16 Prozent aller Bürger Hartz IV.

Kreisweit waren im Juni erstmals seit 2005 weniger als 10 000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet. „Das ist beachtlich“, findet Dennis Granzow. Die Ursachen seien vielschichtig: „Allein die Integrationsquote ist für eine Begründung nicht ausreichend. Schon zum jetzigen Zeitpunkt wird eingeschätzt, dass Elemente des demografischen Wandels wohl eine weitere Ursache für diesen Rückgang sind“, heißt es im Bericht des Landkreises. Betrachtet man jedoch das gesamte zweite Quartal 2014, haben sich die Zahlen kaum verändert: Durchschnittlich gab es in diesem Zeitraum 10 030 erwerbsfähige Leistungsberechtigte – einer mehr als im vorherigen Quartal. „Die Transferleistungen des Landkreises haben sich deshalb nur wenig verändert“, sagt Dennis Granzow. Im aktuellen Kreishaushalt sind für das Jobcenter insgesamt 9,7 Millionen Euro vorhanden.

Weiterhin eher schleppend verläuft die Integration von Langzeitarbeitslosen zurück in den Arbeitsmarkt. Nach Angaben des Jobcenters verbleiben nach zwölf Monaten nur 50 Prozent der Vermittelten im Betrieb. „Wir können niemanden zwingen in Arbeit zu gehen“, sagt Landrat Burkhard Schröder (SPD). Für einige sei der Anreiz offenbar nicht groß genug; sie kommen auch mit Hartz IV und dem Zuschuss für die Miete einigermaßen über die Runden. Daran etwas zu ändern, sei nicht Aufgabe des havelländischen Jobcenters, so Dennis Granzow. „Wir können da nichts machen. Das muss der Bund regeln.“

Von Philip Häfner

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