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Dallgow-Döberitz Abwassergebühren sinken
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Abwassergebühren sinken
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19:37 09.10.2018
Günter Fredrich, Owa-Geschäftsführer Quelle: Ralf Stork
Dallgow-Döberitz

Die Rechnung ist ganz einfach: Wenn in einem Jahr in einem Gebiet deutlich mehr Abwasser anfällt als zuvor prognostiziert, ist das gut für die Abwasserbetriebe: Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung in Dallgow-Döberitz hat für das Jahr 2018 mit 406 000 Kubikmeter Abwasser kalkuliert.

Tatsächlich anfallen werden aber rund 438 000 Kubikmeter. Da jeder Haushalt für das Entsorgen des Abwassers eine Gebühr entrichtet, wird am Ende des Jahres ein Gewinn von rund 38 000 Euro stehen.

Sinkende Gebühren Dank wachsendem Zuzug

„Ein Grund für die höhere Abwassermenge ist ein stärkerer Zuzug nach Dallgow-Döberitz“, sagt Günter Fredrich, Geschäftsführer der Osthavelländischen Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung GmbH (Owa) im Gespräch mit der MAZ.

Im Zuständigkeitsgebiet der Owa werden jedes Jahr rund 400 neue Haushalte ans Trinkwasser- und Abwassernetz angeschlossen. Die meisten davon in Dallgow-Döberitz, Falkensee und Schönwalde-Siedlung. Und wenn immer mehr Menschen die bestehende Infrastruktur nutzen, dann wird die Nutzung tendenziell günstiger. „Wenn wir ein Überdeckung bei den Nutzungskosten haben, dann sind wir verpflichtet, die an die Verbraucher zurückgeben“, sagt Fredrich.

Ab 2019 nur noch 2,21 statt 2,30 Euro

Und da es bereits in den Jahren 2015 und 2016 einen Überschuss von insgesamt 256 400 Euro gebeben hat, kann die Abwassergebühr für die Jahre 2018 und 2019 von 2,30 Euro auf 2,21 Euro pro Kubikmeter gesenkt werden.

In der Sitzung des Dallgower Hauptausschusses haben die Mitglieder jetzt der Gemeindevertretung empfohlen, die entsprechende Anpassung der Gebühren zu beschließen. „Die Gebührensenkung ist ja was Positives. Da bin ich mir sicher, dass die Gemeindevertreter das auch so beschließen werden“, sagte Bürgermeister Jürgen Hemberger.

Grundsätzlich niedrige Gebühren im Speckgürtel

Ohne den höheren Abwasserverbrauch der vergangenen Jahre hätten die Gebühren wegen steigender Energiekosten auf 2,50 Euro pro Kubikmeter erhöht werden müssen.

Die niedrigen Abwassergebühren liegen zumindest im Speckgürtelbereich im Trend. Mit der nun anstehenden Absenkung landet Dallgow-Döberitz bei den Gebühren da, wo Falkensee schon ist. In der Gemeinde Schönwalde-Glien ist die Gebühr mit 2,93 Euro etwas höher. Das liegt unter anderem daran, dass die ländlich geprägten Glien-Dörfer weniger stark von Zuzug profitieren. Im Amt Friesack muss am meisten fürs Abwasser bezahlt werden. Dort liegen die Gebühren bei 4,25 Euro je Kubikmeter. Haushalte, die nicht ans Abwassersystem angeschlossen sind, müssen sogar 6,15 Euro je Kubikmeter für die mobile Entsorgung aufbringen.

Wasserverbrauch als Wohlstandsindikator

In Dallgow-Döberitz und Falkensee lässt sich der höhere Wasserverbrauch nicht nur mit dem Zuzug erklären. Auch der Individualverbrauch ist in den vergangen Jahren kontinuierlich gestiegen. „2002 lagen wir bei 107 Liter Trinkwasser pro Tag und Einwohner. Heute sind es 120 Liter“, sagt Günter Fredrich.

Vielleicht kann der Wasserverbrauch auch ein gewisser Wohlstandsindikator sein: Den Zuzüglern aus Berlin geht es wirtschaftlich mittlerweile so gut, dass sie nicht so genau auf den Wasserverbrauch achten. So gesehen müsste es den Bürgern im Owa-Gebiet zu DDR-Zeiten wirtschaftlich extrem gut ergangen sein.

Zu DDR-Zeiten rund 400 Liter täglich

„Da lag der Wasserverbrauch pro Tag und Einwohner zum Teil bei 400 Litern“, weiß Fredrich. Damals haben die Bürger ihre Gärten und sogar Felder Stunden lang mit gutem Trinkwasser gewässert. Das lag allerdings weniger am überbordenden Wohlstand als vielmehr an einer starken Subventionierung. Die realen Kosten für einen Kubikmeter Trinkwasser lagen bei rund 1,50 Mark der DDR. Die Verbraucher mussten dafür aber nur 25 Pfennig bezahlen.

Von Ralf Stork

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