Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dallgow-Döberitz Behörden-Wahnsinn in Dallgow
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Behörden-Wahnsinn in Dallgow
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:04 31.05.2018
In Dallgow herrschte große Unsicherheit nach dem viele Anwohner Behördenbriefe bekamen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Dallgow-Döberitz

Günter Lohse musste den Brief erst dreimal lesen, bis er wirklich begriff, was dort geschrieben stand. Das Land Berlin habe Ansprüche auf sein Grundstück angemeldet, das Grundbuch werde mit einem entsprechenden Sperrvermerk versehen, stand in dem Schreiben vom Landratsamt Oder-Spree, das Lohse und viele seiner Nachbarn in Dallgow-Döberitz kurz vor Pfingsten erhielten.

Ansprüche wurden 1990 gestellt

In diesem Zuge sollten Rückübertragungsansprüche des Landes Berlin geprüft werden, die Anfang der 1990er Jahre gestellt wurden. „Wenn sie so etwas lesen, wird ihnen natürlich erstmal ganz anders, zumal auch meine Firma auf dem Grundstück ist, und ich in den Jahren viel investiert habe“, sagt Günter Lohse.

Vor allem für viele Ältere sei diese Situation nicht einfach gewesen. „Meine Nachbarin ist 70 Jahre alt und hat fast einen Herzinfarkt bekommen, sowas kann man doch nicht machen“, sagt Günter Lohse. Nach 28 Jahren plötzlich etwas aus der Schublade holen und es den Leuten vorsetzen, das sei nicht in Ordnung. Das Vorgehen der Behörden ist für den Dallgower nicht nachvollziehbar. „Ich habe mein Grundstück 2001 gekauft, schon damals wurde alles geprüft und nichts beanstandet, und nun das“, so Günter Lohse.

Landkreis Havelland kontrollierte 25 000 Akten

Die entsprechenden Berliner Anträge, die nun „aus der Schublade geholt“ wurden, stammen aus dem Landratsamt Havelland. Betroffen sind insgesamt rund 300 Flurstücke. Der Landkreis verfügte bis 2005 über ein eigenes Amt zur Regelung offener Vermögensfragen, bevor es, wie in fast allen anderen Landkreisen auch, geschlossen wurde. Danach wurden noch einmal alle 25 000 Akten für den Landkreis durchgesehen, ob auch alle Ansprüche abgearbeitet wurden. Hintergrund der Schlussdurchsicht war, dass es in den Jahren von 1991 bis 2005 eine große personelle Fluktuation gab, teilte Kreissprecherin Caterina Rönnert auf Nachfrage der MAZ mit. Der Landkreis wollte sicher gehen, dass keine der Akten übersehen werden, immerhin nahmen diese bereits 570 Meter Regallänge im Archiv ein. Zudem ist das Archiv fünfmal in den vergangenen 28 Jahren umgezogen.

Dallgower Fälle waren unbegründet

Bei der Prüfung kamen dann die offenen Dallgower Fälle ans Tageslicht, wobei es sich vor allem um unbegründete Anträge gehandelt habe. Diese Fälle wurden schließlich an das Amt in Oder-Spree weiter gegeben, das sich als letztes verbleibendes in Brandenburg um solche offenen Vermögensfragen kümmert.

Grundbucheinträge werden wieder gelöscht

„Wir haben in der vergangenen Woche aber ein Schreiben des Landes Berlin erhalten, aus dem hervorgeht, dass auf die Ansprüche verzichtet wird“, erklärte Christian Stauch, persönlicher Referent des Landrates Oder-Spree, gegenüber der MAZ. Eine entsprechende Information sei bereits an die Dallgower herausgegangen. „Gesetzlich sind wir nun dazu verpflichtet, unverzüglich die Sperrvermerke aus dem Grundbuch löschen zu lassen“, so Stauch weiter. Dies wurde bereits beim Amtsgericht in Nauen beantragt, wie Amtsgerichtsdirektor Dieter Neumann bestätigt: „Der Antrag, den Vermerk zu löschen, ging am Mittwoch bei uns ein und wird in den nächsten Tage abgearbeitet.“

Anwohner kritisieren schlechte Kommunikation

Günter Lohse hofft, dass die Vermerke tatsächlich schnell aus den Grundbüchern verschwinden. „Wir müssen am Ball bleiben, damit auch wirklich alles gelöscht wird“, so Lohse. Der 63-Jährige ist nach dieser Aktion misstrauisch. Er kritisiert vor allem die fehlende Kommunikation unter den Behörden. Wäre bereits vorher bekannt gewesen, dass Berlin seine vermeintlichen Ansprüche nicht geltend machen wird, hätte man sich die Briefe an die Dallgower Bürger sparen können und eine große Verunsicherung verhindert.

Verwaltungsrechtlich alles richtig gemacht

Das Vorgehen des Amtes Oder-Spree sei verwaltungsrechtlich nicht zu beanstanden, heißt es aus der Kreisverwaltung Havelland. „Im Interesse der Bürger wäre es besser gewesen, wenn eine Klärung, ob der Antrag durch den Senat Berlins aufrecht erhalten wird, vorher erfolgt wäre. Aber hier waren wir leider nicht mehr Herr des Verfahrens“, so Caterina Rönnert.

Von Danilo Hafer

Viele Freiwillige Feuerwehren in kleinen Gemeinden haben Probleme, neue Mitglieder zu finden. Das ist in Dallgow-Döberitz und Seeburg nicht anders. In Seeburg kommt erschwerend hinzu, dass das Gerätehaus nicht gerade einladend ist.

24.05.2018

In Döberitz ist ein Nachbarschaftsstreit zwischen einem 77-Jährigen und einem 74-Jährigen eskaliert. Die beiden Rentner griffen sogar zu Gartengerät – und fügten sich Platzwunden zu.

24.05.2018

Erstmals gastierte das Brandenburgische Konzertorchester Eberwalde in der Falkenseer Stadthalle. Ihr Johann-Strauß-Programm war gut besucht und brachte Walzerschwung in den Betonbau.

21.05.2018