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Dallgow-Döberitz Die Pferdezeichnerin aus dem Havelland
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12:39 11.02.2019
Sabine Kohlmeyer mit ihrem Hund vor einigen ihrer Werke. Quelle: Vivien Tharun
Dallgow-Döberitz

Es beginnt mit den Augen. „Wenn die Augen nicht stimmen, wird das gesamte Bild nichts“, sagt Sabine Kohlmeyer. Sie zeichnet fotogetreue Bilder von Pferden, Hunden und anderen Tieren. Ihr Arbeitsplatz ist in ihrem Haus in Dallgow-Döberitz. Pferde sind der Schwerpunkt ihrer Malerei.

„Das hatte sich Stück für Stück in diese Richtung entwickelt“, sagt sie. Sie ritt und zeichnete schon immer gerne. Dann habe sie für eine Freundin deren Pferd gemalt und dieses Bild machte solch einen Eindruck auf ihren Reit-Trainer, dass er sie darauf ansprach: „Er bat mich dann, seinen Hengst zu malen“, sagt die gelernte Grafikerin. Und dann habe sich das Ganze irgendwie verselbstständigt. Aus dem einen Auftrag wurden mehrere und zu den Pferden kamen noch Hunde und andere Haustiere als Motive dazu.

Viele Arbeiten von Sabine Kohlmeyer kommen der Fotografie sehr nahe. Hier zeigt sich, dass die Grafikerin ihr Handwerk gelernt hat.

Ursprünglich kommt Kohlmeyer aus dem Rheinland, genauer aus Düsseldorf. Sie lernte Grafikerin und arbeitete für einige bekannte Agenturen dort. „Das war in der Zeit des Übergangs von der händisch angefertigten Grafik zum computergestützten Design“, erzählt die 51-Jährige.

Doch es kam der Punkt, an dem ihr Mann und sie einmal in einer anderen Großstadt leben wollten. „Da wir Düsseldorf schon kannten, wurde es Berlin.“ 1995 zogen die beiden um und Kohlmeyer begann für namhafte Werbefirmen der Hauptstadt zu arbeiten. Erst freiberuflich, dann in Festanstellung.

Das Pferd stand schon in Dallgow

Da sie gerne reitet, hatte sie ein Pferd in Dallgow stehen. „Dadurch kannten wir den Ort schon, als ich schwanger wurde und wir uns nach einem Haus im Grünen umsahen.“ 1997 zog das Paar in ein altes Haus, das es mit viel Mühe und kreativen Ideen wieder herrichtete. Während dieser Zeit kam Tochter Lena zur Welt. Tochter Charlotte folgte zwei Jahre später.

In der ersten größeren Phase ihres freien Kunstschaffens macht Kohlmeyer Betonskulpturen, die noch heute vor ihrem Haus zu sehen sind. Zu den Skulpturen gehören Schafe und ein außergewöhnlicher Briefkastenhalter: Eine Statue, die sie nach dem Vorbild ihres Vaters kreierte.

Heller Raum im Dachgeschoss

Im Haus hat Sabine Kohlmeyer mehrere Arbeitsplätze für sich eingerichtet. Ihre Bilder entstehen in einem hellen Raum im Dachgeschoss. Sie ist nicht auf eine bestimmte Technik festgelegt. Je nachdem, was das Motiv braucht, verwendet sie gelegentlich Acrylfarben, meist mischt sie aber Aquarelltechnik und Buntstifte. Ölfarben kommen seltener vor: „Sie lassen sich zwar sehr schön vermischen, was weiche Übergänge möglich macht, aber das Trocknen dauert sehr lange.“

Die Vorlagen für Kohlmeyers Malerei sind Fotos, die sie entweder vom Auftraggeber erhält oder die sie selber schießt. Macht sie die Fotos selber, sind es oft strahlende Porträts vor dunklem Hintergrund. Zur fertigen Malerei dauert es dann noch ein bisschen: „Ich brauche ungefähr einen Monat Vorlauf für einen Auftrag.“

Kontakt und Adresse

Sabine Kohlmeyer beteiligt sich an der regional organisierten Künstlergemeinschaft „Made in Falkensee“ und hat im Zuge dessen an Ausstellungen teilgenommen.

Über ihre Homepage www.sabine-kohlmeyer.de können Interessierte Kontakt zu ihr aufnehmen und sich einen Eindruck von ihren Arbeiten machen.

Ihr Atelier befindet sich in der Breitestraße 14 in 14624 Dallgow-Döberitz.

Das Netzwerk „Made in Falkensee“ arbeitet derzeit an seinem dritten Katalog. Bis Ende Februar können sich interessierte Künstler, Kunsthandwerker und andere Kreative dafür bewerben. Mehr dazu unter http://made-in-falkensee.de/

Weil es in der Vergangenheit oft kein Foto des zu malenden Tieres gab, eignete sich Kohlmeyer einige Fototechniken an, um geeignete Bildvorlagen selber erstellen zu können. Die Fotografie wurde so zu einem weiteren Interessengebiet der vielseitigen Künstlerin.

Es sei auch schon einmal vorgekommen, dass sie an einem Auftrag verzweifelt ist. Und zwar dann, wenn jemand, der weit entfernt wohnt, eine schlechte Fotovorlage schickt: „Wenn das Tier auf dem Bild zu weit weg, unscharf, verzerrt oder das einzige Foto eines verstorbenen Tieres ist, ist das schon manchmal schwierig“, sagt sie.

Schmuck aus Pferdeschweifhaaren

Wer kein Bild seines Pferdes möchte, für den hat Kohlmeyer noch eine anderes Kunst-Ass im Ärmel: An einem Arbeitsplatz im Erdgeschoss fertigt Kohlmeyer Schmuck aus Pferdeschweifhaaren. Dazu gehören Ketten, Armbänder und auch Schlüsselanhänger.

Für die Armbänder flicht sie mehrere dünne Schweifsträhnen je nach Design-Wunsch zusammen. Manche Armbänder sind schmaler, manche dicker. Einige sind einfarbig, andere bestehen aus den Haaren unterschiedlicher Pferde.

Diese Armbänder aus Schweifhaar sind noch nicht ganz fertig. Sabine Kohlmeyer muss noch die Verschlüsse anbringen. Quelle: Vivien Tharun

„Das Flechten ist an sich der zügigste Arbeitsschritt“, sagt die Künstlerin. Die Arbeitsschritte davor seien am aufwendigsten. Die Haare müssen gewaschen, sortiert und abgezählt werden.

Individuelle Schmuckstücke

Für die Verschlüsse der Armbänder verwendet sie Silberfederringe. Wie ihre Bilder nimmt Kohlmeyer auch bei ihrem Schmuck Auftragsarbeiten an. So können ein paar Schweifhaare des eigenen Pferds zu einem individuellen Schmuckstück werden. „Ich finde es schön, wenn mir jemand etwas zum Verarbeiten bringt“, sagt sie. A

ber auch jemand, der kein Pferd hat, kann bei ihr solchen Schmuck bestellen und kaufen. Je nach Vorrat an Utensilien kann es dann zwei bis drei Wochen dauern, bis das besondere Einzelstück fertig ist.

Kohlmeyer erlebt durch ihre Arbeit auch immer wieder bewegende Momente: „Zum Bespiel dann, wenn mich jemand beauftragt, als Andenken für einen Freund dessen verstorbenes Tier zu malen.“ Dann würden bei der besonderen Geschenkübergabe auch schon einmal Tränen der Rührung fließen.

Von Vivien Tharun

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