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Dallgow-Döberitz Kirche will nicht mehr: Gemeinde muss Friedhof betreiben
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Kirche will nicht mehr: Gemeinde muss Friedhof betreiben
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19:27 27.11.2018
Norbert Schwolow und Nicole Zwinger sorgen auf dem Dallgower Friedhof an der B5 für Ordnung. Schwolow geht bald in Rente. Quelle: Danilo Hafer
Dallgow-Döberitz

Wer sich oder einen seiner Angehörigen auf dem Friedhof an der Bundesstraße 5 in Dallgow-Döberitz beisetzen lassen möchte, muss bisher in jedem Fall an die Evangelische Kirchengemeinde Dallgow herantreten. Sie kümmert sich um die Verwaltung und Pflege des 1907 entstandenen Friedhofs.

Dies soll sich nun jedoch ändern. Die Kirche möchte nicht mehr länger den Betrieb des Friedhofs übernehmen, auf dem auch die konfessionslosen Beisetzungen für die Gemeinde Dallgow-Döberitz durchgeführt werden.

„Alles, was bisher die Kirche gemacht hat, müssen wir als Gemeinde dann übernehmen“, sagt Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger (FWG). Neben der reinen Verwaltung zählt dazu auch die Pflege des Grundstücks.

Der Friedhof an der B5 existiert seit 1907. Quelle: Danilo Hafer

Bisher zahlte die Gemeinde einen jährlichen Beitrag an die Kirche, damit diese die Aufgaben übernimmt. Doch damit soll nun Schluss sein. Der Grund: Zum Jahresende geht Norbert Schwolow in Rente.

Norbert Schwolow hat sich um alles gekümmert

Er hat sich bisher als Ein-Personen-Stelle um alles gekümmert. „Ich war die letzten 30 Jahre Verwalter und Friedhofsgärtner in einer Person“, so der 63-Jährige.

Die Kirche habe sich dazu entschieden, die Stelle nicht neu zu besetzen, da der Friedhofsbetrieb in diesem Umfang nicht wirtschaftlich sei. Die Kosten seien nur schwer zu decken. Pro Jahr werden im Durchschnitt 35 Menschen auf dem Friedhof beerdigt. Davon sind zehn Bestattungen klassische Erdbeisetzungen.

Gemeinde schließt neue Friedhofsatzung

Die Gemeindeverwaltung bereitet nun alles für die bevorstehende Übernahme vor. In der Gemeindevertretersitzung am Mittwoch sollen unter anderem die Friedhofsatzung und die Gebührensatzung beschlossen werden.

Eine der wichtigsten Fragen konnte bisher allerdings noch nichts geklärt werden. Derzeit gehört der Gemeinde nur eine kleine Fläche des Friedhofs. Der größte Teil, rund 5000 Quadratmeter, auf dem auch die Kapelle steht, gehört der Kirche. „Als Gemeinde möchten wir das Grundstück gerne übernehmen, die Kirche ist dazu aber derzeit nicht bereit“, so Hemberger.

Teile des Friedhofs könnten stillgelegt werden

Einem angebotenen Nutzungsvertrag, bei dem das Gelände im Besitz der Kirche bleibt, wollte die Gemeinde nicht annehmen. „Die Kirchenleitung vertritt grundsätzlich das Prinzip, dass Grundstücke ein Vermögen sind und nicht abgegeben werden“, sagt Friedhofsverwalter Norbert Schwolow. Möglich wäre aus seiner Sicht auch ein Flächentausch, wenn die Gemeinde ein entsprechendes Grundstück anbietet.

Sollten sich beide Seiten nicht einigen können, würde dies im Zweifel bedeuten, dass der Hauptteil des Friedhofs nicht mehr betrieben wird. „Die Anlage wird dann zwar weiter gepflegt, aber es werden auf den Flächen der Kirche keine neuen Grabstellen mehr vergeben“, so Schwolow.

Geplante Beisetzungen werden durchgeführt

Als Grundstückseigentümer müsste sich die Kirche aber weiter um ihren Friedhofsteil kümmern. Neue Beisetzungen gäbe es aber nur noch auf der Fläche der Gemeinde.

„Wenn jedoch jemand schon eine Grabstelle gekauft hat, oder auch ein Doppelgrab bei dem bereits ein Partner beigesetzt wurde, werden wir diese Beisetzungen natürlich durchführen“, sagt Schwolow. Doch so weit soll es erst gar nicht kommen.

Bürgermeister Hemberger zeigt sich derweil optimistisch, bis zum Jahresende eine gute Lösung zu finden. „Die letzte Messe ist noch nicht gelesen“, so der Bürgermeister.

Von Danilo Hafer

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