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Dallgow-Döberitz Hirsch „Kroke“ auf Ausflug ins Havelland
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Hirsch „Kroke“ auf Ausflug ins Havelland
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19:18 09.10.2018
Für „Kroke“, der sich gerade in der Brunft befindet, war es letztlich ein kräftezehrender Ausflug. Quelle: Privat
Dallgow/Spandau

Ein gutes Ende hat am Dienstagvormittag der Ausflug eines Hirsches ins Havelland genommen. Das aus Berlin kommende stattliche Tier war auf der Bundesstraße 5 in Richtung Nauen unterwegs und legte dort den Verkehr eine Zeit lang lahm.

Autofahrer glaubten ihren Augen nicht zu trauen, als sie das Tier entdeckten, das ruhig am Straßenrand entlang lief – unter anderem am Havelpark vorbei. Nahe Sperlingshof, in Höhe der Abfahrt Dallgow, wurde es dann von einer Tierärztin betäubt. Anschließend ging es auf einem Pferdeanhänger zurück in sein Wildgehege in Spandau, aus dem das zehn Jahre alte Tier stammt.

Anruf: Rothirsch am Brunsbütteler Damm

Der Spandauer Revierförster Oliver Schuppert hatte gegen 7 Uhr einen Anruf erhalten, dass sich am Brunsbütteler Damm ein Rothirsch aufhält. „Ich habe dann umgehend einen Mitarbeiter angerufen, der kontrollieren sollte, ob das Tier aus dem Gehege stammt“, sagt er. Dieser Verdacht bestätigte sich. Der Kollege stellte fest, dass Unbekannte das hintere Tor aufgebrochen hatten, so dass der 16-Ender ungehindert das Gatter verlassen konnte.

Für das Tier war es der allererste Ausflug in Freiheit. In Panik bewegte er

An der Abfahrt Dallgow endete dann der Ausflug. Quelle: Privat

sich in an Zäunen entlang bis nach Staaken und gelangte dort auf die Bundesstraße. „Das war schon eine brenzlige Situation“, sagt Schuppert. Denn wenn das Tier in den Straßenverkehr geraten wäre, hätte auch eine Menge passieren können. Aber die Zusammenarbeit mit der Polizei habe gut geklappt. Die Beamten hatten das Tier in gebührendem Abstand begleitet und dafür gesorgt, dass die Autofahrer langsamer fahren. Nach den Berliner Polizisten übernahmen dann die Brandenburger Kollegen die Eskorte. Schließlich wurde die Tierärztin hinzugerufen, die sonst auch das Rudel im Gehege betreut.

B 5 musste voll gesperrt werden

Für die Betäubungsaktion musste die B 5 dann gesperrt werden. „Das ging ganz schnell, der Hirsch war schon mächtig abgekämpft“, sagt Schuppert. Den Schuss aus dem Betäubungsgewehr nahm Tierärztin Petra Schad vor. „Ich stand dazu hinter einem Lkw und wartete etwa zwei Minuten, bis der Rothirsch vorbei lief“, sagt sie. Schließlich schoss sie aus etwa sieben Meter Entfernung den Betäubungspfeil ab. Nach fünf Minuten legte sich der Hirsch hin, kam auf eine Tragedecke und wurde schließlich stehend im Anhänger transportiert. Gegen 9.50 Uhr rollte der Verkehr wieder ungehindert auf der B 5, wie die Polizei sagte.

Vorerst alles gut verkraftet

Das Tier hat vorerst alles ordentlich verkraftet. „Es geht ihm gut, es ist wohlauf“, so der Revierförster erleichtert. „Als der Hirsch bei seinem Rudel ankam, torkelte er zwar noch ein wenig, aber hat gleich wieder geröhrt“, sagt er.

Schuppert kann immer noch nicht verstehen, dass das Tier in die Freiheit

Erst einmal kam der betäubte Hirsch in eine Tragedecke. Quelle: Privat

entlassen worden war. „Das ist Gehegewild, das in Gefangenschaft zur Welt gekommen und in Freiheit nur bedingt lebensfähig ist “, sagt er. Für ihn ist das falsch verstandene Tierliebe und vor allem eine Straftat. „Es ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, sagt er. Jetzt laufen die Ermittlungen der Polizei. Der Revierförster betont, dass die Tiere im Gehege in Spandau sehr artgerecht gehalten werden und genügend Fläche haben. „Zum Glück ist alles gut ausgegangen.“

Bei den Mitarbeitern der Forstbehörde wird der Hirsch übrigens „Kroke“ genannt. „Den Namen hatte ihm meine Tochter gegeben, als sie drei Jahre alt war“, sagt Oliver Schuppert.

Nicht der erste Einsatz dieser Art

Für Tierärztin Petra Schad war es nicht der erste Einsatz dieser Art. Unlängst erst hatte sie bei Linthe einen Elch betäubt, der sich einer Kuhherde anschließen wollte. Das Tier bekam einen Sender. Und vor zwei Wochen musste sie beispielsweise einen Rentierbullen, der wegen der Brunft im Gehege randaliert hatte, ruhigstellen, weil er sich in einem Zaun verheddert und im Geweih Zaunteile hatte.

Von Andreas Kaatz

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