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Dallgow-Döberitz Verkehrslärm: Wenn zuhause die Wände wackeln
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Verkehrslärm: Wenn zuhause die Wände wackeln
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10:51 06.12.2018
Die Ortsdurchfahrt der L20 in Seeburg ist bei Pendlern eine beliebte Strecke – darunter leiden vor allem die Anwohner. Quelle: Danilo Hafer
Seeburg

„Mittlerweile ist es nicht mehr schön hier zu wohnen“, sagt Marion Gehrmann. Die 55-Jährige wohnt seit mehr als 30 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann in der Dallgower Chaussee in Seeburg, ihr Haus steht direkt an der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 20. „Wenn die Lkw hier durchfahren, wackeln bei uns die Wände“, sagt sie.

Trotz doppelverglaster Lärmschutzfenster ist der Verkehrslärm der durchfahrenden Fahrzeuge nicht zu überhören. Besonders schlimm sei es morgens ab 6.30 Uhr, wenn der Berufsverkehr seinen Höhepunkt erreicht. „Etwas ruhiger wird es dann erst wieder ab 9 Uhr“, sagt Gehrmann. Bei offenem Fenster schlafen oder im Sommer die Terrasse hinterm Haus zu nutzen sei fast unmöglich.

Viele Autos fahren zu schnell

Pro Woche durchqueren etwa 65.000 Fahrzeuge den Dallgower Ortsteil Seeburg. Das ergab die jüngste Verkehrszählung der Gemeinde. Hinzu kommt, dass sich viele nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde halten. So waren im Messzeitraum tagsüber rund 30 Prozent der gemessenen Fahrzeug zu schnell unterwegs.

Die Anwohner kämpfen seit Jahren für Maßnahmen, die die Situation entschärfen. „Mittlerweile gilt ab 22 Uhr zwar Tempo 30, es hält sich jedoch niemand dran“, sagt Seeburgs Ortsvorsteher Harald Wunderlich (FWG).

Gemeinsam mit anderen Anwohnern fordert er die Gemeinde dazu auf, endlich die Maßnahmen aus dem Lärmaktionsplan, den Kommunen verpflichtend erstellen und umsetzen müssen, auszuführen. „Schon das bewusste Unterlassen der Umsetzung macht die Verantwortlichen zu Spielern mit der Gesundheit der betroffenen Menschen“, heißt in der offiziellen Stellungnahme. Bis Ende November lief die Öffentlichkeitsbeteiligung für die dritte Runde des Lärmaktionsplanes.

Lärmproblem ist der Verwaltung bekannt

Viele Stellungnahmen seien bei der Verwaltung nicht eingegangen, verrät Bauamtsleiterin Sabine Kern. „Wir werden die Anmerkungen jetzt aufarbeiten und gemeinsam mit dem Verkehrsplaner schauen, wie sich dies auf den Entwurf für den Aktionsplan auswirkt“, so Kern. Dabei sei das Lärmproblem in Seeburg natürlich bekannt. „Dass es dort laut ist, ist völlig unstrittig. Die Frage ist nur, wie man das Problem städtebaulich löst“, so die Bauamtsleiterin.

Mit 116 km/h durch die 30-Zone

In Engelfselde wurden ebenfalls Verkehrszählungen in der 30-Zone durchgeführt. In einer Woche wurden rund 13.700 Fahrzeuge gezählt. Eines war sogar mit 116 Kilometern pro Stunde unterwegs, bei erlaubten 30.

Neben einem durchgängigen Tempolimit wünschen sich Anwohner auch eine Kontrolle, etwa mit stationären Blitzern.

Ein Schutz mit einer Höhe von 1,50 Metern könnte den Schall auf dem südlichen Teil des L20 eindämmen und verhindern, dass dieser über die Felder bis in den Ortskern vordringt.

Eigentliches Ziel müsse ein Ausbau der L20, mit entsprechendem Flüsterasphalt, sein.

Ein Kreisverkehr an der Kreuzung zur Alten Dorfstraße sei aus fachlicher Sicht nicht die optimale Lösung. Nicht zuletzt sei ein Kreisel in der Regel auch zu teuer. Doch genau darüber wieder nachzudenken fordern einige Seeburger.

Anwohner fordern Sofortmaßnahmen

Wobei: „Wir würden uns schon freuen, wenn endlich ein paar Sofortmaßnahmen umgesetzt werden, die alle nicht viel Geld kosten“, sagt Manfred Seelke, der seit jeher in Seeburg wohnt. Dabei geht es vor allem um die Anordnung eines ganztägigen Tempolimits von 30 Kilometern pro Stunde.

„In Berlin werden sogar sechsspurige Straßen zu Tempo-30-Strecken, warum sollte das nicht auch auf der Landesstraße in Seeburg gehen?“, fragt sich Seelke. Solche Forderungen lagen schon vor Jahren auf dem Tisch, seither habe sich nichts getan.

Ort soll nicht geteilt werden

Dass gar nichts passiert, möchte die Gemeindeverwaltung so nicht stehen lassen. „Derzeit kommt wieder Bewegung in die ganze Sache“, betont Sabine Kern. Am Dienstag, 11. Dezember, soll das Thema auf einer gemeinsamen Sitzung des Ortsbeirates sowie des Bau- und Verkehrsausschusses diskutiert werden.

„In Seeburg haben wir die Situation, dass es neben der reinen Lautstärke und den Emissionen auch darum geht, den Ort nicht zu teilen“, sagt Kern. Es müsse auch weiterhin möglich sein, als Fußgänger die Straße sicher zu überqueren.

Dass sich endlich etwas tut, darauf hofft Marion Gehrmann. „Durchgängig Tempo 30 und ein fließender Verkehr, das würde uns schon helfen“, sagt sie. In der Vergangenheit hat das Ehepaar die Hecke vor ihrem Haus wachsen lassen, so sehen sie die Autos zumindest nicht mehr.

Von Danilo Hafer

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