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Dallgow: Kampf gegen Sprachverwirrung

Europäischer Tag der Logopädie Dallgow: Kampf gegen Sprachverwirrung

Ronja Karg und Dorothea Schleiff eröffneten vor rund einem Jahr einer Logopädiepraxis in der Dallgower Wilmsstraße. Im Rahmen des Europäischen Tages der Logopädie an diesem Sonntag sprachen die beiden Dallgowerinnen mit der MAZ über Mehrsprachigkeit, Lese-Rechtschreib-Schwächen und das gestiegene Bewusstsein für Sprache.

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Ronja Karg und Dorothea Schleiff (v.l) haben sich vor einem Jahr selbstständig gemacht.

Quelle: Laura Sander

Dallgow-Döberitz. Spiele stapeln sich ordentlich in den Regalen, ein hölzerner Kaufmannsladen wartet darauf, bespielt zu werden. „Vor allem mit Kindern nehmen wir die Sprachtherapie spielerisch in Angriff, aber auch Erwachsene freuen sich, wenn wir mit ihnen Kinderlieder singen“, erklärt Dorothea Schleiff. Gemeinsam mit Ronja Karg hat sich die 36-Jährige vor rund einem Jahr mit einer Logopädiepraxis in der Dallgower Wilmsstraße selbstständig gemacht. Im Rahmen des Europäischen Tages der Logopädie an diesem Sonntag sprachen die beiden Dallgowerinnen mit der MAZ über Mehrsprachigkeit, Lese-Rechtschreib-Schwächen und das gestiegene Bewusstsein für Sprache.

Überwiegend arbeiten Schleiff und Karg mit Kindern aus Dallgow, Falkensee, Wustermark und Berlin. „Erwachsene, die seit jeher mit einer Sprachstörung leben, haben gelernt damit umzugehen oder haben bereits eine Therapie gemacht. Zu uns kommen eher Menschen, die zum Beispiel nach einem Schlaganfall in ihrer Sprache beeinträchtigt sind.“Bei Kindern haben es die beiden Logopädinnen meist mit Störungen der Sprachentwicklung zu tun. „Eigentlich ist der Spracherwerb mit drei Jahren abgeschlossen und die Kinder sind in der Lage vollständige Sätze zu bilden. Einige bleiben jedoch in ihrer Entwicklung stehen“, erklärt Ronja Karg. Dann beginnt die Arbeit der beiden Dallgowerinnen. „Oft haben die Kinder Probleme bei der Aussprache, mit der Grammatik oder dem Wortschatz. Viele haben auch Störungen im Sprachverständnis“, so die 28-Jährige. Häufige Folgen einer unbehandelten Sprachentwicklungsstörung ist die sogenannte Leserechtschreibschwäche, die den Kinder vor allem im Schulalltag Probleme bereitet und in der Dallgower Praxis ebenfalls behandelt wird. „Viele sind regelrecht frustriert und nicht gerade begeistert, sich auch noch in der Freizeit mit ihrer Schwäche auseinandersetzen zu müssen. Nur mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen dringt man zu den Patienten durch“, sagt Schleiff. Rund zehn Therapiesitzungen haben die Frauen jeweils an einem langen Tag. Zusätzlich besuchen die Logopädinnen regelmäßig Dallgower Kitas und bereiten die Kleinsten auf die Schule vor. „Wir üben dort unter anderem das Sprachverstehen, indem wir kurze Geschichten vorlesen und dazu konkrete Fragen stellen. Da bekommt man schon eine ganze Menge heraus, nicht selten wurden wir schon von den Kindern überrascht“, sagt Dorothea Schleiff. „Das Bewusstsein für Sprache und ihre Entwicklung ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Erzieherinnen beschäftigen sich verstärkt mit Sprachförderung, Eltern informieren sich vermehrt und sogar Kieferorthopäden schicken einige Patienten zu uns, um die eigene Therapie zu unterstützen“, so die 36-Jährige weiter.

Und auch das Thema Mehrsprachigkeit ist für die Dallgowerinnen Alltag. „Wenn man ein Kind zwei- oder sogar dreisprachig erziehen möchte, kommt es eigentlich nur darauf an, konsequent zu sein. Am besten funktioniert es, wenn sich die Eltern die Sprachen untereinander aufteilen“, erklärt Ronja Karg. Das Kind lernt anhand dieser klaren Trennung auch die Sprachen voneinander zu unterscheiden und sie nicht zu vermischen. „Schwierig ist es eigentlich nur, wenn Zuhause nur eine Sprache gesprochen wird und das Kind in der Kita oder Schule mit der deutschen Sprache konfrontiert wird. Es ist schon vorgekommen dass die Kinder dann für einige Zeit ganz aufgehört haben zu sprechen“, sagt Ronja Karg.

Von Laura Sander

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