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Havelland Dallgow erwägt eigenen Blitzer anzuschaffen
Lokales Havelland Dallgow erwägt eigenen Blitzer anzuschaffen
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08:51 15.09.2016
Geschwindigkeitskontrolle mit mobilem Blitzgerät. Quelle: dpa
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Dallgow-Döberitz

Dallgow ächzt unter dem zunehmenden Verkehr. Mit steigender Einwohnerzahl wächst auch die Zahl der Autos in der Gemeinde – und die Zahl derer, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Selbst bauliche Maßnahmen wie Bremsschwellen haben das bislang nicht verhindern können. Für Grünen-Politiker Peter-Paul Weiler ist es deshalb an der Zeit den „Durchsetzungsdruck“ zu erhöhen.

Eine mögliche Maßnahme gegen Raser ist die Anschaffung eines gemeindeeigenen Blitzgeräts, wie es beispielsweise auch Falkensee besitzt. Am Dienstagabend befasste sich der Verkehrsausschuss mit dem Thema. Die meisten Mitglieder befürworten den Kauf eines mobilen Blitzers, der Ausschussvorsitzende Hans Peter Pförtner (Bürgerbündnis Dallgow) brachte zudem die Errichtung einer stationären Anlage in Seeburg ins Gespräch. „Ich halte das für absolut nötig“, sagte er. Die Verkehrssituation in Seeburg sei belastend für die Bewohner.

Peter-Paul Weiler warnte jedoch vor einem exzessiven Einsatz der Radartechnologie. Dallgow dürfe kein „Überwachungsdorf“ werden, in dem man an jeder Ecke Angst davor haben muss geblitzt zu werden, sagte er. Hans Peter Pförtner hielt dagegen: „Wer ordentlich fährt, hat auch nichts zu befürchten.“

Diskutiert wurde auch über die Möglichkeit einer Geschwindigkeitsüberwachung via Abschnittskontrolle (Section Control). Bei diesem Verfahren wird nicht wie bei herkömmlichen Blitzern die höchste Geschwindigkeit gemessen, sondern der Durchschnitt auf einer bestimmten Strecke. Dazu werden alle Autofahrer, die den Abschnitt passieren, zweimal fotografiert; anhand der Zeit, die sie für den Weg benötigen, wird ihre Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet. Datenschützer sehen das Verfahren deshalb kritisch. In Deutschland existieren bislang lediglich zwei Teststrecken auf Autobahnen und ausgebauten Bundesstraßen. „Die rechtlichen Fragen müssen vorab geklärt werden“, sagte Ralf Böttcher (CDU), der Vorsitzende der Gemeindevertretung.

Eigentlich dürfen nur die Polizei und der Landkreis in den fließenden Verkehr eingreifen und Blitzer aufstellen. Eine Gemeinde kann jedoch einen Antrag beim Brandenburger Innenministerium stellen, muss dafür allerdings auch entsprechend geschultes Personal vorhalten. Daran könnte es das Vorhaben in Dallgow zunächst scheitern, gab Ralf Böttcher zu bedenken. Im jetzigen Rathaus sehe er keinen Platz für einen weiteren Schreibtisch. „Vielleicht müssen wir damit warten, bis der neue Verwaltungsbau fertig ist.“

Von Philip Häfner

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