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Dallgow will Unfallrisiken minimieren

Nach dem Tod eines Schülers Dallgow will Unfallrisiken minimieren

Manchmal braucht es erst einen traurigen Anlass, damit gehandelt wird. Seit in Dallgow-Döberitz Ende September ein Zwölfjähriger von einem Bus überfahren und tödlich verletzt wurde, ist das Thema Gefahrenstellen in der Gemeinde wieder auf der Tagesordnung. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn am Dienstagabend beschäftigte sich der Bauausschuss damit.

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Quelle: dpa

Dallgow-Döberitz. „Ein Thema, das uns am Herzen liegt“, wie Bauamtsleiterin Sabine Kern formulierte. Sie hat in den vergangenen Wochen Anrufe und Mails bekommen, in denen Anwohner der Gemeinde eine Teilschuld an dem Unfall zuschieben. Der verunglückte Junge war mit dem Fahrrad einen unbefestigten Weg bergab und über einen Grünstreifen direkt auf die Hauptstraße gefahren. Die Bürger wollten wissen: Wie war das möglich? Warum hatte die Gemeinde die Stelle nicht abgesperrt? Mittlerweile blockieren dort mehrere dicke Baumstämme den Weg. „Man wird es nie schaffen, alle Risiken auszuschalten“, sagte Sabine Kern. „Aber wenn wir Fehler im Straßenbau entdecken, sollten wir sie eliminieren.“

Die Ausschussmitglieder waren vorbereitet. CDU-Mann Ralf Böttcher hatte gleich eine ganze Liste mitgebracht. Mindestens 15 Orte in Dallgow sind seiner Meinung nach verkehrstechnisch gesehen gefährlich. Kritisch sieht er unter anderem den schmalen Fußweg auf der Eisenbahnbrücke, die Straßen vor den Eingängen der Grundschule am Wasserturm und der Kita in der Wilhelmstraße sowie die Kreuzung Triftstraße/Johannes-Brahms-Straße, weil sie schlecht einsehbar sein soll. Andere Mitglieder des Ausschusses ergänzten unter anderen noch den Rodelberg, von dem angebliche BMX-Fahrradfahrer über einen Huckel auf die Straße springen, und die Mühlenstraße in Rohrbeck.

Die Unfallgefahren will Böttcher, dessen Partei im August die Erstellung eines Verkehrskonzepts für die Gemeinde angeregt hat, unter anderem mit Gittern, Schildern, Spiegeln und veränderten Schulbusrouten minimieren. Ausführlich diskutiert werden die Stellen und Maßnahmen im nächsten Bauausschuss im November.

Das Thema ist in Dallgow-Döberitz nicht neu. Bereits vor eineinhalb Jahren, so Sabine Kern, habe man in der Gemeinde Gefahrenstellen notiert und auch beschlossen, einige Dinge kostengünstig zu beheben. Geschehen sei aber nichts.
Petra Budke von den Bündnisgrünen hatte extra ein viereinhalb Jahre altes Papier herausgekramt: Anfang 2009 hatten die Gemeindevertreter beschlossen, für die drei Schulstandorte in Dallgow Schulwegpläne zu erstellen. Darin sollten empfohlene Fuß-, Radwege und mögliche Gefahrenpunkte ausgewiesen werden. „Das wurde bis heute nicht umgesetzt“, sagte Budke. Christoph Janssen sprach schließlich aus, was viele Anwesende dachten: „Wir müssen sehen, wo die Schüler tatsächlich unterwegs sind. Was nützt uns ein offizielles Wegekonzept, wenn sie Abkürzungen und Schleichwege fahren.“

Von Jana Einecke

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