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Havelland Sicher zum Unterricht
Lokales Havelland Sicher zum Unterricht
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13:15 07.01.2016
Quelle: dpa-Archiv
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Dallgow-Döberitz

„Die sicheren Schulwege brauchen wir jetzt und nicht irgendwann!“, heißt es in dem Schreiben, das von den beiden Vorsitzenden der Elternkonferenz, Andrea Lampe und Martin Boltz, unterzeichnet wurde. Und weiter: „Wir wollen jetzt in den Dialog mit der Gemeinde und nicht erst nach dem nächsten tödlichen Verkehrsunfall.“

Im September 2013 war in Dallgow-Döberitz ein Zwölfjähriger von einem Bus überfahren und tödlich verletzt worden. Daraufhin hatten  sich engagierte Eltern auf Initiative von Silke Wagenlechner zur Arbeitsgemeinschaft Sicherer Schulweg zusammengeschlossen. Deren erste Amtshandlung war die Erstellung eines Gefahrenstellen-Reports, in dem kritische Stellen aufgelistet und mögliche Lösungen aufgezeichnet wurden.

Im Wahlkampf war die Schulwegsicherung zuletzt wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Der offene Brief soll das Thema nun wieder auf die Agenda heben. „Wir wollen nicht, dass die Diskussion einschläft“, sagt Martin Boltz. Zumal die Zahl der Schüler in Dallgow in den nächsten Jahren wohl noch wachsen und sich das Problem damit eher noch verschärfen wird.

Bürgermeister Jürgen Hemberger begrüßt die Initiative der Arbeitsgemeinschaft. Er sei froh, dass auch die Bürger sich Gedanken machten, nicht bloß die Verwaltung und die Politik. Die Vorschläge aus dem Gefahrenstellen-Report seien interessant, so Hemberger, und würden in das Verkehrskonzept für die Gemeinde mit einfließen. Das wird derzeit von Planern erstellt – eine Reaktion unter anderem auch auf die hohe Verkehrsbelastung im Ortsteil Rohrbeck. „Die Schulwegsicherung ist ein Aspekt, den wir dabei betrachten“, sagt Jürgen Hemberger.

Brennpunkte im Straßenverkehr

Neun Gefahrenstellen hat die Arbeitsgemeinschaft Sicherer Schulweg als besonders brenzlig identifiziert:
Wilmsstraße: Dort halten sich viele nicht an Tempo 30, außerdem wird der Zebrastreifen ignoriert.
Bahnhofstraße/Ecke Seestraße: Es fehlt ein Fußgängerüberweg.
Wilhelmsstraße: Der Zebrastreifen an der Kita ist wegen parkender Autos schlecht zu erkennen, umgekehrt sind auch die Autos für Fußgänger schlecht zu sehen. Auf Höhe der Hausnummern 2 bis 4 müssen Radfahrer und Fußgänger einen gemeinsamen Weg nutzen. In Höhe der Weißdornallee wird das Tempolimit oft missachtet.
Weißdornallee: Vor der Grundschule halten Autofahrer auf dem Gehweg, so dass Fußgänger und Radfahrer auf die Straße ausweichen müssen.
Hauptstraße: An der Ecke Marie-Curie-Straße kommt es zu viel Verkehr auf dem Radweg, wenn sich Grundschüler und Gymnasiasten treffen.
Dorfstraße: An der Hauptstraße endet der Fuß- und Radweg an einer gefährlichen Zu- und Abfahrt. Auch die Kreuzung zur Mühlenstraße ist höchst unübersichtlich. häf

Man müsse zunächst einmal planen, bevor man bauliche Veränderungen vornehmen könne, gibt der Bürgermeister zu bedenken. Erste Schritte zur Schulwegsicherung seien jedoch schon erfolgt: Gehwege wurden verlängert; zudem stehen jetzt an allen Schulen elektronische Schilder, die den Autofahrern mit einem lachenden oder weinenden Gesicht anzeigen, ob sie zu schnell fahren.

Für mehr fehlt aktuell das Geld. „Es wird oft vergessen, dass man für solche Baumaßnahmen auch die entsprechenden Haushaltsmittel braucht“, sagt Jürgen Hemberger. Es sei mitnichten so, dass sich die Verwaltung nicht für die Schulwegsicherung interessiere. Allerdings forderten viele Bürger beim Straßenbau eine möglichst kostengünstige Lösung – und die gehe nicht immer mit einem sicheren Schulweg einher, so der Ortschef.

Hinzu kommt ein weiteres Problem, das sich auch mit einem ausgefeilten Verkehrskonzept nur schwer in den Griff kriegen lässt: Die Verkehrsteilnehmer müssen mitspielen. „Was nützt ein verkehrsberuhigter Bereich, wenn sich niemand daran hält“, sagt Hemberger und fügt hinzu, dass es nicht nur die Auswärtigen seien, die zu schnell durch Dallgow fahren. Ähnliches hatte auch schon die Arbeitsgemeinschaft Sicherer Schulweg in ihrem Gefahrenstellen-Report festgestellt. „Uns fällt Tag für Tag im Umkreis der Schulen das rücksichtslose Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer auf“, heißt es darin. Und nicht selten seien das die Eltern selbst, die ihre Kinder zur Schule fahren.

Von Philip Häfner

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