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Havelland Damit der Wald grün bleibt
Lokales Havelland Damit der Wald grün bleibt
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02:26 29.05.2015
Forstarbeiter sammeln wilden Müll ein. Quelle: Jens Wegener
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Brieselang/Falkensee

Zwei Säcke voll Rasenschnitt und anderer Grünabfälle haben Marita Barsikow und Herbert Herold in wenigen Minuten im Wald in Falkensee-Waldheim gesammelt. Dabei nehmen sie nur die größten Haufen mit, "sonst würden wir nie fertig", sagt Forstarbeiter Herold. Seit vielen Jahren schon stöbert er durch die Wälder der Oberförsterei Brieselang auf der Suche nach Müll und eben auch nach Gartenabfällen und anderem Grünschnitt. "Man glaubt ja kaum, was Leute in der Natur abladen. Auch heute noch. Viele wissen einfach nicht Bescheid und denken, das Grünzeug wird schon verrotten und schadet nicht. Aber das ist nicht so."

Besonders in Siedlungsbereichen mit angrenzenden Waldstücken finden die Forstarbeiter immer wieder Grünabfälle. Revierförster Uwe Kanzler nennt die Schwerpunktbereiche Falkensee, Brieselang und Schönwalde-Glien. "Oft haben die Bewohner der Grundstücke extra eine Tür im Zaun, damit sie mit dem Handwagen oder der Schubkarre ihre Abfälle direkt in den Wald fahren können. Aber zugeben wird das niemand. Wir müssen die Sünder auf frischer Tat erwischen."

Jedes Jahr macht der Landesbetrieb Forst Brandenburg mit Aktionen darauf aufmerksam, dass Gartenreste nicht in den Wald gehören. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder. Die Oberförsterei Brieselang hat Mittwoch zum Grünabfalltag erklärt. So werden in den entsprechenden Siedlungsbereichen Flyer verteilt, die das Problem ansprechen. Außerdem sind Revierförster und Waldarbeiter unterwegs, um zu kontrollieren und Umweltsünder aufzuspüren, um letztlich die Natur zu schonen. Uwe Kanzler: "Mit den Grünabfällen können Samen, Wurzeln oder Knollen von Pflanzen in den Wald gelangen, die die heimischen Pflanzenarten verdrängen." Indisches Springkraut oder Essigbaum machen sich hier breit, wie auch Goldnessel und der Japanische Staudenknöterich.

Nicht zu unterschätzende Schäden könne auch der Rasenschnitt hervorrufen. "Wenn der rund um einen Baum verteilt wird, kann das dazu führen, dass der abstirbt. Grundsätzlich sind abgelagerte Grünabfälle bedrohend, weil sich dann der Wald nicht mehr verjüngen kann, weil Konkurrenzkulturen vorhanden sind", so Uwe Kanzler. Eine weitere Gefahr lauert, denn durch Gehölzschnitt können Pilzkrankheiten von Obstbäumen oder Gartensträuchern auf Waldbäume übertragen werden. Der Revierförster macht noch auf ein anderes Problem aufmerksam: Wenn Anwohner von Waldgebieten hinter ihren Grundstücken Komposthaufen anlegen, lockt das Wild und vor allem Wildschweine an.

"Uns geht es mit der Aktion Grünabfälle darum, dass die Leute Einsicht zeigen", sagt Kanzler. Wenn sie das erste Mal erwischt werden, soll es bei einer Ermahnung bleiben. Im Wiederholungsfall drohe aber eine Geldstrafe. Nicht nur Forstarbeiter oder Förster sind angehalten, Umweltsünder festzustellen. Auch Bürger können der Forstbehörde unbelehrbare Leute, die ihren Grünabfall im Wald entsorgen, melden. "Meistens reicht schon das Autokennzeichen, denn wir können über die zentrale Forstbußgeldstelle in Wünsdorf den Halter feststellen lassen", sagt Uwe Kanzler.

Von Jens Wegener

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