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Dampflok war den Renner

Eisenbahnfest in Ketzin Dampflok war den Renner

Etwa 2000 Besucher kamen am Wochenende zum Eisenbahnfest nach Ketzin, um mit Dampflok, Rangierlok, Kleinbahn oder Draisine zu fahren.

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Per Treppe kletterten die Besucher auf die Dampflok.

Quelle: Foto: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. „Es war spannend, auch wenn im offenen Feuerloch der mit Steinkohle beheizten Lok eher ein Flämmchen loderte“, sagte Christel Krüger, als sie nach der kurzen Fahrt mit der Dampflok 528177-9 von Ketzin bis Vorketzin und zurück. Das eiserne Ross, Baujahr 1944, war die Attraktion auf dem zweiten Eisenbahnfest auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs in Ketzin, das der Verein „Arbeitsgemeinschaft Osthavelländische Kreisbahnen“ (OHKB) organisiert hatte.

Trotz drückender Hitze riss die Schlange der auf eine Mitfahrt im Führerstand wartenden Bahnnostalgiker nicht ab. „Wir Lokführer wechseln uns wegen dieser Tropenhitze ab“, sagte Ralph Schulz von den Dampflokfreunden Berlin. Er erwähnte, dass die Lok auf 100 Kilometer zehn Kubikmeter Wasser verbraucht, eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erreicht, aber in Ketzin nur 20 km/h fahren darf.

Einige Meter weiter stand der dieselhydraulische Schnelltriebzug VT18.16 mit 1800 PS, scherzhaft auch DDR-ICE genannt. Der bewegte sich zwar nicht, aber ,wie Familie Schmitz aus Berlin, nutzen viele der insgesamt 2000 Besucher die Gelegenheit zum Probesitzen und besichtigen. So wie Klaus Rozinat: „Mit meinem Studententicket konnte ich früher diesen Zug nicht benutzen“, erinnerte er sich.

Ob auf der Draisine, auf der Rangierlok, Baujahr 1957, oder bei einer Fahrt mit der Kleinbahn der Dampffreunde Berlin-Brandenburg mit angezogenen Knien – jeder Bahnbegeisterte konnte was erleben in Ketzin. Auch die Freunde der Modelleisenbahnen kamen nicht zu kurz.

Dass Ketzin überhaupt an das Bahnnetz angeschlossen wurde, hat das Havelstädtchen der Ende 1889 in Betrieb genommenen Nauener Zuckerfabrik, der damals größten in Europa, zu verdanken. Diese wollte die Rüben ebenso wie den Zucker und andere Produkte auch auf dem Wasserweg transportieren lassen. Weil die Ketziner Stadtväter dem Vorhaben wohlgesonnen waren, fassten am 10. Mai 1892 mehrere Interessenten den Beschluss zur Gründung einer Aktiengesellschaft Osthavelländische Kreisbahnen (OHKB), die bereits am 17. August 1892 erfolgte. Der entsprechende Gesetzgebungsprozess für diese Kleinbahn und der Bau verliefen so schnell, dass schon am 3. Oktober 1883 der Güterverkehr der Zuckerfabrik Nauen und der 1892 errichteten Zuckerfabrik Ketzin auf 17,22 Kilometer mit einer Gleislänge von 25,02 Kilometer eröffnet werden konnte.

In zwei Jahren soll das 125-jährige Bestehen der OHKB auch in Ketzin gefeiert werden, wie Andreas Keifler, Vorsitzender des Vereins Arbeitsgemeinschaft Osthavelländische Kreisbahnen vorausblickte.

Von Wolfgang Balzer

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