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Havelland Daniel Golze glaubt nicht an Weltfrieden – Hoffnung hat er trotzdem
Lokales Havelland Daniel Golze glaubt nicht an Weltfrieden – Hoffnung hat er trotzdem
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15:47 02.03.2018
Daniel Golze an seinem Lieblingsort in Rathenow: Das Mühlencafé im Optikpark. Hier wartet er, wenn seine Kinder in der Musikschule sind. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Daniel Golze (Die Linke) steckt mitten im Wahlkampf. Der gebürtige Rathenower, langjährige Abgeordnete der Stadtverordnetenversammlung und des havelländischen Kreistags will sich am 25. Februar zum neuen Bürgermeister seiner Heimatstadt wählen lassen und damit Amtsinhaber Ronald Seeger (CDU) ablösen.

Wer glaubt, der Mann sei deshalb gestresst, irrt. Im Gegenteil, Daniel Golze huscht derzeit mit einem breiten Lächeln im Gesicht durchs Stadtgebiet als könnte ihn nichts und niemand aufhalten. Nur wenige Tage Auszeit hat er sich dieser Tage in Polen gegönnt. Winterurlaub mit der Familie. Zwischendurch düst Papa Golze von der polnischen Skipiste ins Havelland, um Interviewtermine im Akkord zu absolvieren.

Organisiert scheint er jedenfalls zu sein. Er kommt eher zehn Minuten zu früh als eine Minute zu spät. „Ich hasse Unpünktlichkeit“, gibt Golze zu verstehen, bevor er in einem Rathenower Café aus dem Nähkästchen plaudert. Er erzählt von einer „tollen Kindheit“ und dass er wohlbehütet mit seinem jüngeren Bruder in der Humboldtstraße aufwuchs. „Ich war ein Frechdachs und hatte immer eine große Klappe“, gesteht Golze. Das jungenhafte Grinsen hat er sich bewahrt.

Während sein Bruder Berufspilot wurde, scheut sich Golze bis heute vor dem Fliegen. „Für mich ist das eine Mischung aus Achterbahn fahren und ausgeliefert sein.“ Und wie sieht es aus mit Jugendsünden? Kaum der Rede wert. Golze erzählt er habe heimlich geraucht und sei schwarz Motorrad gefahren.

Das Rauchen gewöhnte er sich schnell ab, weil er das Geld lieber für Benzin ausgab. Die Leidenschaft fürs Motorrad fahren ist geblieben. Eine Sache, die er mit seinem Konkurrenten Ronald Seeger und seiner Frau, Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Die Linke), teilt.

Daniel Golze wurde am 3. Oktober 1966 geboren. 24 Jahre später ging der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit in die Geschichte ein. „Es war eine Zeit, die mein Leben verändert und geprägt hat“, sagt der Familienvater, der 1988 sein Abitur in Rathenow ablegte. Als die Mauer fiel besuchte er gerade eine Offiziershochschule.

Warum er sich für diese Laufbahn entschieden hatte? „Ich war damals wirklich überzeugt, dass es um Frieden geht. Ich wollte der erste arbeitslose Offizier werden“, erinnert sich Golze und gesteht, er habe damals noch an den Weltfrieden geglaubt, das sei heute anders.

Durch sein Elternhaus – sein Vater war in der SED, seine Mutter Lehrerin, sei er ein Stück weit pro DDR eingestellt gewesen.

Mit der Wende habe er schnell gemerkt, dass viele Sachen nicht so sind, wie sie ihm beigebracht wurden. Golze brach die Offiziersschule ab und unterstützte die PDS bei der ersten freien Volkskammerwahl im März 1990. Wahlkampf erprobt ist er also.

„Ich wollte immer Dinge von innen heraus verändern und nicht nur meckern“, erklärt er sein politisches Engagement. Während seine Frau als Ministerin viel unterwegs ist, führt Daniel Golze die Links-Fraktion im Stadtparlament und sitzt seit 2003 auch im Kreistag. Außerdem ist er Mitarbeiter im Wahlkreisbüro der Landtagsabgeordneten Anke Schwarzenberg und arbeitet nebenbei als Rechtsanwalt.

Dass er sich außerdem um den Nachwuchs kümmert und seiner Frau den Rücken stärkt, damit sie ihre politische Karriere fortsetzen kann, empfindet der 48-Järhige nicht als Zurückstecken. Für ihn ist das der richtige Weg, den er genau so wieder gehen würde.

Von Rollenklischees hält er ohnehin nichts. Die treffen in seinem Fall höchstens in der Küche zu, denn das Kochen überlässt er lieber seiner Frau. „Bratkartoffeln und Nudeln mit Tomatensoße, das kann ich und unter Anleitung meiner Frau auch Kohlrouladen, ansonsten koche ich höchstens mal vor Wut.“

Apropos Wut. Wo liegen eigentlich seine Schwächen? „Meine größte Schwäche ist wohl die Ungeduld. Und mir wird hin und wieder vorgeworfen, dass ich zu krass bin. Daran muss ich noch arbeiten“. Seine Stärken sieht Golze in seiner Bodenständigkeit, außerdem sei er ein guter Zuhörer.

Reue liegt ihm eher fern. Wenn es etwas gibt, dass er bereut, dann dass er sein Jurastudium, das er nach dem Abbruch der Offiziersschule aufnahm, anfangs nicht so ernst nahm. „Ich hatte Flausen im Kopf, hab gern Basketball gespielt, war Mitarbeiter eines Landtagsabgeordneten“, da kam das Studium erst etwas zu kurz. Diese Zeiten sind aber längst vorbei. Golze hat jetzt ein klares Ziel vor Augen und das lautet Wahlsieg am 25. Februar.

Von Christin Schmidt

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