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Havelland Dank Hilfe aus Rathenow: In Gambia wachsen die ersten Orangen
Lokales Havelland Dank Hilfe aus Rathenow: In Gambia wachsen die ersten Orangen
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07:52 28.03.2018
Die Göttlinerin Elke Dartsch besucht zum zweiten Mal Dörfer in Gambia und schaut, was aus den Spenden der Havelländer geworden ist. Quelle: privat
Kitty/Havelland

Die ersten Orangenbäume im großen Gemeinschaftsgarten im gambischen Dorf Kitty tragen Früchte. In Rumba haben die Dorfbewohner selbstständig einen Schulgarten angelegt und Wasserleitungen verlegt. Auch die neuen Klassenräume können bald genutzt werden. Der Arzt in Kitty hat einen neuen Praxisraum sowie neues Verbandsmaterial und Medikamente bekommen.

Mit diesen und weiteren positiven Neuigkeiten meldet sich die Göttlinerin Elke Dartsch zur Zeit täglich aus Gambia. Am 16. März war sie zu ihrer zweiten Reise in das westafrikanische Land aufgebrochen, wieder mit zahlreichen Hilfsgütern und Spenden aus dem Havelland im Gepäck.

Die umtriebige Ehrenamtlerin leistet in Zusammenarbeit mit dem Verein Hand in Hand in Gambia direkte Hilfe zur Selbsthilfe und begeistert damit auch immer mehr Havelländer.

Nach dem Vorbild der Stinknormalen Superhelden aus Rathenow hat Elke Dartsch die Jugend in Kitty erfolgreich zum Müll sammeln motiviert. Quelle: privat

Menschen aus der Region spendeten unter anderem rund 1500 Euro für den Bau eines Brunnens und knapp 200 Orangenbäume, die jetzt in Kitty gedeihen. „Unsere Orangenbäumchen sind prächtig gewachsen und es wird in diesem Jahr die erste Ernte geben. Ich könnte vor Glück einen Freudentanz aufführen“, verkündete Elke Dartsch auf Facebook.

Aber es gibt nicht nur positive Neuigkeiten. Weil in Kitty die Sonne für einige Tage hinter den Wolken verschwand, konnte die Solaranlage kaum Strom erzeugen. Der wird aber dringend benötigt, um Wasser aus dem Brunnen zu Pumpen.

Die Folge: Es tröpfelte nur aus den Wasserhähnen. Abhilfe sollen Strommasten schaffen, die auch Dank der Hilfe aus Rathenow schon bald die nötige Energie bis in den Garten liefern. Im Dorf Sutokoba sorgt derweil eine Hitzewelle mit mehr als 40 Grad dafür, dass der Brunnenbau nur langsam vorwärts geht.

Brunnenbau in Gambia - ein Knochenjob bei dem alle mit anpacken. Quelle: privat

Die ersten Beete müssen unbewässert liegen bleiben. Der Ernteverlust ist nicht mehr abzuwenden. „Erfolgsmeldungen wären mir lieber, aber auch das ist Gambia“, sagt Elke Dartsch.

Sie und die anderen Helfer sind nicht nur vor Ort, um sich die Fortschritte anzuschauen. Sie packen auch selbst mit an. Bringen Samen in den Boden, helfen bei Arbeiten im Schulgebäude und verteilen natürlich die vielen Spenden wie Schuhe, Schreibmaterial und zur großen Freude der Kinder auch Luftballons.

Hatte der Verein sich zunächst auf das Dorf Kitty konzentriert, gibt es inzwischen in verschiedenen Dörfern Hilfsprojekte. Es werden weitere Brunnen gebaut und Gärten angelegt. Elke Dartsch hat eine Idee, wo Rathenow demnächst unterstützen kann.

Im Auftrag der Stinknormalen Superhelden in Kitty unterwegs

Sie besuchte eine Augenklinik in Brikama, der zweigrößten Stadt des Landes. „Ich durfte mir dort den OP und die vorhandenen Geräte anschauen oder besser gesagt das, was davon funktioniert. Ich bin mir sicher, hier kann und wird Rathenow helfen“, so Dartsch.

Im Auftrag der Stinknormalen Superhelden beschäftigte sie sich außerdem mit der Müllentsorgung und musste feststellen: Gambia hat ein riesiges Müllproblem. „Eine Müllabfuhr, so wie wir sie kennen, gibt es nicht.“ Immerhin steht Dank Elke Dartsch nun eine Abfalltonne in Kitty.

Die Göttlinerin hat sogar mit Jugendlichen Müll gesammelt. „Mit wahrer Begeisterung haben sie ihr Dorf von Unrat befreit. Bleibt nur die Frage, wohin damit?“

Am 3. April kehrt Elke Dartsch zurück. Anschließend berichtet sie wieder ausführlich über ihre Reise.

Von Christin Schmidt

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