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Havelland Dank an die stillen Helfer
Lokales Havelland Dank an die stillen Helfer
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02:15 19.11.2017
Gruppenfoto im Foyer des Schlosses Ribbeck: Die eingeladenen Ehrenamtlichen mit Vertretern des Lionsclubs Nauen, darunter Präsident Dietmar Jeserich (2.v.r.), sowie weiteren Gästen. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Ribbeck

Vom Inhalt des Briefes, der eines Tages im Postkasten steckte, war Ursula Labitzke durchaus überrascht. Der Lionsclub Nauen lud sie zum Martinsgansessen ein – zusammen mit anderen Ehrenamtlichen. Damit hatte sie nicht gerechnet. Und sie wusste im ersten Moment nicht, ob sie die Einladung annehmen sollte. „Ich bin ja schließlich nicht die Einzige. Das Seniorenzentrum Kurt Bohm in Ketzin lebt von den Ehrenamtlichen, die alle eine gute Arbeit machen“, sagte sie bescheiden.

Zum zehnten Mal richtete der Lionsclub Nauen das Martinsgans-essen aus, mit dem alljährlich helfende Hände eine Ehrung erfahren. Es geht dabei um Menschen, die sich um ihre Mitbürger kümmern, auf welche Art auch immer. Und das passiert in der Regel ganz im Stillen. Für viele der Helfer eine Selbstverständlichkeit, sie machen es gern. Im Rampenlicht zu stehen, ist nicht ihre Sache. Doch für sieben von ihnen gab es am Mittwochabend im Schloss Ribbeck nun eine Ausnahme. Statt andere zu bedienen, wurden sie diesmal bedient – bei netten Gesprächen.

„Der heilige Martin ist ein Sinnbild für Hilfsbereitschaft und dafür, dass Bedürftigen in jeder Lage geholfen wird. Sie folgen diesem Sinnbild“, wandte sich Dietmar Jeserich, der Präsident des Lionsclubs, an die eingeladenen ehrenamtlichen Helfer. Es gebe viele Menschen, denen es nicht so gut geht. Zwar existiere ein soziales Netz, aber das könne keine mitmenschliche Wärme geben. „Das ist aber genau das, was Sie geben können“, lobte Jeserich. Die eingeladenen Frauen begleiten Hilfsbedürftige bei Spaziergängen oder auf dem Weg zu Ämtern, helfen beim Einkauf oder nehmen die Post aus dem Briefkasten. „1000 kleine Dinge, die in aller Stille laufen“, sagte der Präsident. „Sie machen das alles, ohne Dank zu erwarten. Deshalb haben wir Sie eingeladen.“

Alle sieben Frauen bekamen eine Urkunde überreicht, so auch Ursula Mathes. Die Falkenseerin hilft ehrenamtlich im Auftrag der Sozialstation und besucht regelmäßig drei Menschen mit Demenz. „Mit einer Dame gehe ich spazieren. Ich kümmere mich um die älteren Herrschaften, damit sie nicht ganz allein sind“, sagt die Seniorin. Als sie 2010 arbeitslos wurde, hatte sie eine Beschäftigung gesucht und schließlich in der Sozialstation gefunden. „Ich bin gerne mit älteren Menschen zusammen, das macht mir Spaß. Und sie freuen sich immer, wenn ich komme“, sagt Ursula Mathes, die mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auch die Angehörigen der an Demenz Erkrankten entlastet. Diese wiederum schätzen an ihr ihre ruhige und gelassene Art.

Seit 2014 betreut Hannelore Dieckmann im Zuge des Demografieprojektes „Häuslicher Besuchsdienst“ drei Senioren. „Ich bin nicht der Typ, der zu Hause sitzen kann. Das konnte ich noch nie“, sagt die Nauenerin, die sich ihr ganzes Leben lang sozial engagiert hat. Und so besucht die 78-Jährige regelmäßig unter anderem zwei 82- und 87-jährige Damen. Sie leistet ihnen Gesellschaft, in dem sie sich mit ihnen unterhält, Kartenspiele macht oder mit ihnen spazieren geht. „Das gefällt mir“, sagt sie. Für Hannelore Dieckmann ist es ein Geben und Nehmen: „Das, was ich gebe, bekommen ich vielseitig zurück.“

Dass sie anderen helfen kann, ist auch für Ursula Labitzke immer wichtig gewesen. So betreut sie seit mittlerweile 15 Jahren im Seniorenzentrum Kurt Bohm einmal in der Woche eine Frau. „Wenn ich sehe, dass es ihr gut tut, dann tut es mir auch gut. Man erntet viel Dankbarkeit.“ Viele bezeichnen Ursula Labitzke als gute Seele des Hauses, die unter anderem feiern und Sportrunden gestaltet und engen Kontakt zur Kirchengemeinde hält. Zudem gehört sie der Hospizgruppe an, „denn wir haben im Heim viel mit dem Tod zu tun. Gerade in den letzten Tagen möchte keiner allein sein.“

Auch für Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann ist die Tätigkeit der Ehrenamtlichen nicht hoch genug einzuschätzen. Wenn er ältere Nauener zu runden Geburtstagen besucht, macht er immer wieder eine Erfahrung: „Die Senioren sind dankbar, wenn Leute kommen, die mit ihnen reden. Ich hoffe, dass Sie das noch lange machen können. Denn Herzenswärme rüberzubringen, das kann Verwaltung nicht leisten.“

Von Andreas Kaatz

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