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Havelland „Dankbarkeit ist der schönste Lohn“
Lokales Havelland „Dankbarkeit ist der schönste Lohn“
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00:16 05.09.2017
Petra Herbrich war nach der Wende die erste gewählte Personalratsvorsitzende und übernahm später zahlreiche weitere Aufgaben. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Seit 15. Februar 1990 arbeitet Petra Herbrich in der Rathenower Stadtverwaltung. Die langjährige Verwaltungsangestellte wurde in Buschow geboren und wuchs in Rathenow auf. Die Senioren kennen sie ebenso wie die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments, für die Petra Herbrich in den letzten Jahren immer ein offenes Ohr hatte. Am Freitag verabschiedete sich die 61-Järhige in den Vorruhestand. Vorab sprach Sie mit der MAZ über die schönsten Momente und die größten Herausforderungen ihres Berufslebens.

Frau Herbrich, ab Montag können Sie alle Fünfe gerade sein lassen? Werden Sie das wirklich tun?

Petra Herbrich: Ja, schon, aber ich werde nicht alles aufgeben. Ich möchte auf jeden Fall meine Arbeit im Seniorenbeirat weiterführen.

Seit wann sind sie schon Ansprechpartnerin für Rathenows Senioren?

Meine Stammaufgabe war immer das Gebiet Sozialwohnungen, Wohnungsberechtigungsscheine ausstellen und dergleichen. Im Laufe der Zeit kam aber Stück für Stück etwas dazu, weil die Arbeit in meinem Kernbereich weniger wurde. Ich fing stundenweise als Sozialarbeiterin für die Arbeitslosenhilfe an. Das lief bis 2005. Dann wurde ich Sachgebietsleiterin für Soziales und die Bereiche Vereine, Wohngeld, Seniorenarbeit und auch das Obdachlosenheim kamen dazu.

Das war aber noch nicht alles!

Das stimmt. Ein paar Jahre später folgten erneut Umstrukturierungen und Einsparungen. Ich war nicht mehr Sachgebietsleiterin, behielt aber meine bisherigen Aufgaben und wurde zudem persönliche Referentin des Bürgermeisters. 2009 wurde ich dann als Gleichstellungsbeauftragte berufen und Ende 2014 als Kinder- und Jugendbeauftragte.

Was waren die größten Herausforderungen in all den Jahren in der städtischen Verwaltung?

Dass man sich immer wieder neu orientieren und in neue Aufgabengebiete einarbeiten musste.

Welche Aufgaben haben Ihnen besonders viel Freude gemacht?

Insgesamt kann ich sagen, dass ich immer sehr gern mit Menschen gearbeitet habe. Ich könnte mir keine Arbeit vorstellen, bei der ich nur mit Zahlen zu tun habe.

An welche beruflichen Erfolge denken Sie gern zurück?

Mehr als zwei Jahre habe ich das Kinder- und Jugendparlament begleitet und dabei stets versucht, die Jugend und die Senioren zusammenzubringen. Hätte ich nicht diese beiden Aufgabenfelder betreut, wäre das nicht gelungen, insofern muss ich auch sagen, dass es einfach gut gepasst hat.

Inwiefern ist es Ihnen gelungen, die Jugend und die Senioren der Stadt zusammenzubringen?

Wir haben zum Beispiel verschiedene Veranstaltungen gemeinsam organisiert wie die Weihnachtsgala für sozialschwache Kinder. Auch am Biberburgfest haben die Senioren mitgewirkt, ebenso am Familientag waren der Seniorenbeirat und das KiJuPa beteiligt. Und auch der Rideplatz ist ein Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit von Jung und Alt fruchtbar ist.

An welche Momente erinnern Sie sich besonders gern zurück?

Das ist sicher der Tag des Ehrenamtes, den ich viele Jahre organisiert habe. Ich kenne dort fast alle Menschen, kann sie mit Namen ansprechen. Auch der Seniorenkarneval war stets ein Highlight, dass ich sehr gern gestaltet habe. Die Dankbarkeit der Menschen ist einfach der schönste Lohn.

Nach 27 Jahren im Rathaus gibt es doch sicher auch Dinge, die Sie vermissen werden?

Ganz sicher werde ich den ständigen Kontakt mit Menschen vermissen. Und – was ich von der ersten bis zur letzten Stunde gemacht habe – meine Tätigkeit als Personalrat. Ich war nach der Wende die erste gewählte Personalratsvorsitzende und später stellvertretende Vorsitzende.

Und was werden Ihre Kollegen vermissen, wenn Sie Ihren Ruhestand genießen?

Ich bin der Meinung,dass jeder ersetzbar ist.

Ok, dann anders gefragt, was denken Sie, schätzen Ihre Kollegen an Ihnen?

Ich würde sagen, dass Sie mich als einen Menschen kennen, der selten schlecht gelaunt und nie negativ ist. Ich bin zuverlässig und sie sagen, dass ich eine freundliche Art habe.

Welche Pläne haben Sie für Ihren Ruhestand. Auf was freuen Sie sich?

Mein Mann ist ja bereits Rentner und ich freue mich, jetzt gemeinsam mit ihm zu reisen so lange wir noch gesund sind. Auch auf einige Aufgaben im Ehrenamt freue ich mich. Und nicht zuletzt möchte ich mich um meinen Enkel kümmern. Sicher werde ich auch viel Zeit in meinem Garten verbringen. Langweilig wird mir bestimmt nicht.

An welche ehrenamtlichen Aufgaben haben Sie gedacht?

Ich möchte zum Beispiel weiterhin im Vorstand der Volkssolidarität mitwirken und auch dem Bündnis für Familie, das ich mitgegründet habe, werde ich treu bleiben. Eventuell werde ich auch weiterhin im Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen sitzen.

Mit ihrem Weggang reißen Sie eine recht große Lücke im Rathaus. Wie wird diese künftig geschlossen? Wer übernimmt was?

Meine Kollegin Franziska Rahn kümmert sich künftig um den Bereich Vereine und Seniorenpolitik. Alles was mit Wohnungswesen zu tun hat, auch das Obdachlosenheim, übernimmt Bärbel Gröning. Unser Jugendkoordinator Tilo Windt kümmert sich um das Kinder- und Jugendparlament. Die Positionen persönliche Referentin und Gleichstellung sind noch offen.

Haben Sie einen Tipp für Ihre Nachfolger?

Man muss auf Menschen zu gehen können und sollte sie nicht von oben herab behandeln. Aber ich weiß, wir haben Nachfolger, die das können.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Stadt?

Dass der Rideplatz fertig wird, dass die Politik das Bündnis für Familie mehr unterstützt, sei es mit Sachleistungen oder dergleichen. Und ich wünsche mir besonders, dass das Frauenhaus regelmäßige Zuwendungen vom Land bekommt und die Mitarbeiter dort nicht mit ihrer wichtigen Aufgabe allein gelassen werden. Es braucht ein richtiges Rundum-Paket für diese Einrichtung. Und natürlich wünsche ich mir, dass Rathenow Kreisstadt bleibt und wir in den nächsten Jahren wieder wachsen.


Von Christin Schmidt

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