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Havelland Zehn Jahre: Gemeinsam gegen den Zucker
Lokales Havelland Zehn Jahre: Gemeinsam gegen den Zucker
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16:48 11.02.2016
Zur Teststrecke am Aktionstag gehört auch eine Blutzuckeruntersuchung. Quelle: Markus Kniebeler
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Havelland

Wenn das Aktionsteam Diabetesvorsorge Havelland zum Aktionstag ruft, dann sind die Warteschlangen vorprogrammiert – es gibt ja auch was umsonst. Allerdings wird nichts Materielles verteilt. Unentgeltlich angeboten wird ein Gesundheitscheck. Wer die fünf Stationen durchlaufen hat, der weiß danach, ob bei ihm die Gefahr besteht, an Diabetes zu erkranken. Oder ob er vielleicht sogar schon unter der Zuckerkrankheit – so der geläufige Begriff für Diabetes – leidet.

Zehn Jahre ist es her, dass die ausgebildete Krankenschwester Erna Miericke aus Bützer das Aktionsteam „Diabetesvorsorge Havelland“ ins Leben rief. Als Krankenschwester hatte sie fast täglich mit den Folgen der tückischen Krankheit zu tun. „Diabetes tut nicht weh“, sagt die 77-Jährige. Vor allem in der Anfangsphase merke man nicht, dass man erkrankt sei. Irgendwann komme die Diagnose wie aus heiterem Himmel. Dann sei die Chance, die Krankheit durch eine Umstellung der Lebensweise zu verhindern, oft vertan.

Prävention lautet die Devise

Genau hier setzt das Aktionsteam an. Prävention lautet die Devise. „Wer früh genug erkennt, dass bei ihm ein Diabetesrisiko besteht, der kann aktiv gegen die drohende Erkrankung angehen“, sagt Miericke. Um das Risiko zu erkennen, sind einige einfache, aber effektive Untersuchungen vonnöten. Die werden beim Aktionstag vorgenommen. Gemessen werden Größe, Gewicht und Bauchumfang, Blutdruck und Blutzucker. Seit einiger Zeit gibt es für Risikopatienten noch eine Fußkontrolle durch eine Podologin. Wer diese Teststrecke durchlaufen hat, der landet am letzten Stand, wo die Ergebnisse ausgewertet werden. „Wir klären die Menschen grundsätzlich darüber auf, wie durch eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung das Risiko, an Diabetes zu erkranken, verringert werden kann“, so Miericke Wenn jemand akut gefährdet sei, dann rate man dringend zu einem Arztbesuch. Zwingen könne und wolle man niemanden. Aber oft sei der Schrecken über das Testergebnis so groß, dass die Betroffenen gar nicht überzeugt werden müssen.

Erna Miericke, ohne die es das Aktionsteam nicht gäbe. Quelle: Markus Kniebeler

Ein bis zwei Mal pro Jahr baut das Aktionsteam seine „Test-Strecke“ im Havelland auf. Hiesige Apotheker, Mitarbeiter der AOK, Erna Miericke und der ein oder andere Helfer sind dann ganz schön beschäftigt. Das Besondere: Alle tun dies ehrenamtlich, opfern ihre Zeit und ihre Kraft, ohne einen Cent dafür zu erhalten. Die Überzeugung, den Menschen zu helfen, treibt sie an. „Das ist ein ganz tolles Team“, sagt „Schwester Erna“, wie Erna Miericke liebevoll genannt wird. Man könne sich auf jeden einzelnen hundertprozentig verlassen. Und das sei ein sehr schönes Gefühl.

Dass das zehnjährige Bestehen des Aktionsteams gefeiert wird, versteht sich von selbst. Im kleinen Kreis, mit einem leckeren Essen und viel Zeit zum Reden. Und vielleicht bringt Erna Miericke dann ihre wertvollste Mappe mit, und man guckt sich gemeinsam noch mal die Glückwünsche und Dankesschreiben an – die Palette der Adressanten reicht vom einfachen Bürger bis zum Minister. Und Fotos von Ministerpräsident Dietmar Woidke, der sich, um Erna Miericke zu herzen, mächtig weit hinunterbeugen musste, gibt es auch.

3842 Tests, 276 Risikopatienten

Seit der Gründung des Aktionsteams haben sich an den Aktionstagen 3842 Menschen testen lassen.

276 getestete Personen wurden als Risikopatienten eingestuft, mit der Empfehlung, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen.

Die Teilnahme an einem Test des Aktionsteams kostet nichts. Die Tests erfolgen anonym, es werden keine persönlichkeitsbezogene Daten erfasst und weitergeleitet.

Der nächste Aktionstag des Teams „Diabetesvorsorge Havelland“ findet am Mittwoch, den 11. Mai, auf dem Märkischen Platz in Rathenow statt.

Von Markus Kniebeler

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