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Havelland Das Bredow-Dorf war schon Fernsehstar
Lokales Havelland Das Bredow-Dorf war schon Fernsehstar
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21:07 16.04.2018
Wahl-Görnerin Svenja Weber setzt sich im Förderverein für Erhalt der Kirche und des Dorflebens ein Quelle: Uwe Hoffmann
Görne

Das 1353 erstmals urkundlich erwähnte Görne ist ein kleines Dorf, links der Bundesstraße 188 in Richtung Friesack und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Kleßen eine der fünf amtsangehörigen Gemeinden des Amtes Rhinow. „Unser Dorf ist klein, hat gerade mal 140 Einwohner und keinen Bäcker oder gar Dorfladen und Gaststätte mehr, aber die Dorfgemeinschaft funktioniert noch“, erzählt Sven Leist, der vor rund zehn Jahren aus Friesack nach Görne zog.

Die ersten Nachbarn

„Schon bald nach dem Einzug melden sich die ersten Nachbarn und binden einen in die Dorfgemeinschaft ein. Da darf man sich auch entscheiden: Freiwillige Feuerwehr oder Förderverein.“ Leist entschied sich, obwohl Atheist, für die Mitarbeit im am 23. April 1999 durch die damalige Ehefrau Werner Baders, Karin Bader, gegründeten „Verein zur Erhaltung der historischen Kirche Görne“.

Nun auch Vorsitzender

Seit Anfang 2009 ist Sven Leist auch Vorsitzender des Vereins mit heute rund 20 Mitgliedern – Görnern und ehemaligen Dorfbewohnern. „Nachdem die dringendsten Arbeiten, die Sanierung der Außenfassade der 1728 als Fachwerkbau neu errichteten Kirche in den Jahren 2011/2012 erfolgten, wurde das Engagement des Fördervereins erweitert“, so Leist weiter. „Als nächstes Ziel steht die Sanierung des durch den Holzwurm geschädigten Gebälks an. Ein großes Konzert an der 1866 eingebauten Orgel der Neuruppiner Werkstatt Hollenbach ist noch ein Traum von uns.“

Die Außenfassade der Görner Dorfkirche wurde 2010/2011 saniert. Quelle: Uwe Hoffmann

Der „Förderverein für Kirche und Dorf Görne“ fördert mit verschiedenen Veranstaltungen das Dorfleben. „Wir veranstalten Konzerte, Lesungen und seit vier Jahren eine thematische Ausstellung. Für nächstes Jahr wollen wir unter dem Motto ‚Flucht und Vertreibung’ mit Interviews und Dokumenten einen Aspekt der jüngeren Görner Vergangenheit beleuchten“, bringt sich Svenja Weber in das Gespräch ein. „Zu den Veranstaltungen nutzen wir auch das kleine Gemeindehaus und seit den 90er Jahren die Festscheune am Fontane-Denkmal.

Chorkonzert

Zum Konzert des Chores Wolsier am 2. Advent kamen fast 50 Gäste in die Scheune.“ In der Scheune werden regelmäßig Dorffest, Erntedank, Halloween oder Silvester gefeiert. Den Jahresabschluss gibt es am Sonntag aber nicht. Die Berliner Filmemacherin kaufte 2010 ein Haus in Görne und lebt mit ihrer Familie an den Wochenenden und in den Ferien in dem Dorf. Aber wie andere Zugezogene bringt sich die Berlinerin aktiv in das Dorfleben ein – entschied sich auch nicht für die Feuerwehr, sondern für den Förderverein. Die Filmemacherin recherchierte auch, dass Szenen des am 27. Dezember 1990 erstmals im ZDF ausgestrahlte Dreiteilers „Kartoffeln mit Stippe“ nach dem 1979 erschienenen gleichnamigen Romans von Ilse von Bredow auch in der Görner Kirche gedreht wurden. Die Wappen der Familie von Bredow zieren seit 1722 die Patronatsloge.

Imker Michael Meyer verkauft seine Honig-Produkte regelmäßig zur Rathenower Waldweihnacht. Quelle: Uwe Hoffmann

„Wir sind hier angekommen und fühlen uns wohl“, macht Michael Meyer klar – auch Mitglied des Fördervereins. Der in Keppeln bei Kleve am Niederrhein aufgewachsene IT-Spezialist zog 2012 mit seinem Lebenspartner Torsten Meyer aus Berlin nach Görne. „2013 habe ich mich das erste Mal für die Imkerei interessiert, mich weitergebildet. Im April 2014 holte ich die ersten drei Völker auf den Hof“, erzählt der Imker. Aus dem Hobby wurde ein Nebenerwerb. „Mit heute 40 Völkern, die hier in Görne und im Umkreis von bis zu zehn Kilometern stehen, produzierte ich in diesem Jahr rund 400 Kilogramm Honig. Das ist relativ wenig und dem schlechten Wetter das Jahr über geschuldet.“

Mitglied im Imkerverein

2014 wurde Meyer Mitglied des 1906 gegründeten Imkervereins Friesack und Umgebung. Als Vereinsvorsitzender seit Anfang 2015 ist ihm der Nachwuchs wichtig. „Ein Ziel war die Beteiligung an der Landesmeisterschaft der Jungimker im Juli diesen Jahres“, so Michael Meyer. „Bei Vereinsmitgliedern und in Görne konnte ich sechs neue junge Mitglieder gewinnen. In den zwei Altersklassen belegten beide, unter insgesamt zehn Teams, jeweils den dritten Platz.“

Die Bienen sind in Winterruhe: Michael Meyer mit dem Imkernachwuchs Paul Leist (10). Quelle: Uwe Hoffmann

Einer von ihnen ist Paul, der Sohn von Sven Leist. „Eigenen Honig essen zu können ist einfach lecker“, sagt der Zehnjährige, der den Honig seines eigenen Volkes auch schon selbst „vermarktet“. „Den meisten Honig verkaufe ich in der Tat am Hof selbst“, so Michael Meyer, der seine in der Region erzeugten Produkte aus Honig auch regional vermarktet. „Ich stehe aber auch auf Märkten, wie in Friesack und zur Rathenower Waldweihnacht.“

Werbung für die Produkte

Der Imker wirbt auf seinen Produkten nicht nur mit „...aus Görne im Naturpark Westhavelland“. Ihm liegt eine möglichst intakte Umwelt – nicht nur als Grundlage für seine Honig-Produktion – am Herzen. So bietet er auf seinem Hof auch Schwalben, die immer weniger Möglichkeiten zum Nestbau finden, Nistmöglichkeiten. Vor drei Jahren zeichnete der Nabu Westhavelland den Hof der Schwalbenfreunde mit der Plakette „Schwalben willkommen!“ aus.

Westhavelland im TV

Vielleicht feiern die Görner im nächsten Jahr in der Festscheune auch wieder gemeinsam Silvester. Am 6. Januar, 18.30 Uhr, läuft im rbb-Fernsehen die halbstündige Reportage der Wahl-Görnerin Svenja Weber und ihrer Kollegin Ulrike Licht. „Winter im Westhavelland“ porträtiert Menschen in Strodehne, Parey, Rathenow sowie Garz und zeigt wunderschöne Natur- und Landschaftsaufnahmen der Region.

Von Uwe Hoffmann

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