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Havelland Das Dorf im schönen Wald
Lokales Havelland Das Dorf im schönen Wald
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16:12 26.12.2017
Seit acht Jahren ist Sylvia Kraft Ortsvorsteherin in Schönholz. Die 61-Jährige ist bemüht, die Geschichte des Ortes zu bewahren. Quelle: Christin Schmidt
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Schönholz

Nein, eine Bessaraberin ist Sylvia Kraft, Ortsvorsteherin des 100-Seelen-Dorfes Schönholz nicht. Dennoch kennt sie sich bestens mit den Traditionen jener Volksgruppe aus, die zwischen 1814 und 1940 in Bessarabien lebte und von denen etwa 30 Familien nach dem zweiten Krieg in dem kleinen Dorf zwischen Kleßen und Stölln siedelten.

Sylvia Kraft hat sich als junge Frau in einen Bessarabiendeutschen verliebt. Sie zog von Witzke nach Schönholz und ließ sich von ihrer Schwiegermutter und ihrer Schwägerin in die Kochkünste der Neuzugezogenen Schönholzer einweihen.

„Das alles ist lange her“, sagt Sylvia Kraft. Nur noch drei Frauen, die einst in Bessarabien das Licht der Welt erblickten, über Polen und Tschechien nach Deutschland flüchteten und in Schönholz eine neue Heimat fanden, leben noch. Natürlich kennt Sylvia Kraft sie alle persönlich. Sie kennt auch die vielen Geschichten von der Flucht.

Die Ankunft der Bessarabier in Schönholz. Quelle: Christin Schmidt

Das Schönholz einst fast ausschließlich von Bessarabiendeutschen bewohnt wurde, das wissen viele Havelländer. Weniger bekannt ist dagegen die Geschichte des Dorfes vor dieser Zeit. Schon 1441 wurde das Dorf mit dem wohlklingenden Namen erstmals erwähnt. Das geht aus der Dorfchronik hervor, die Sylvia Kraft im Gemeinderaum aufbewahrt. Hier hat sie ein kleines Museum eingerichtet mit einigen wenigen Gegenständen und zahlreichen Fotos, die von vergangenen Zeiten berichten.

Aus jener Chronik geht auch hervor, dass es einst am Steinberg, ein Hügel im nahegelegenem Schönholzer Wald, eine Siedlung namens Treppin gab. „Dieses Dorf soll aber durch die Pest komplett vernichtet worden sein“, weiß Sylvia Kraft zu berichten. Später wurde die Siedlung an anderer Stelle wieder aufgebaut und 1441 erstmals als „dorpe to schonholte“ urkundlich erwähnt. 1459 wurde daraus Schöholt, 1552 Schoneholtz und 1775 Schönholtz. Holt stand damals für Gehölz oder Wald.

Sylvia Kraft: „Hier ist es ruhig, die Menschen sind friedlich“

Schönholz ist also das Dorf im schönen Wald, eine Beschreibung, die bis heute sehr gut passt, meint Sylvia Kraft. „Hier ist es ruhig, die Menschen sind friedlich, Zank und Streitereien mögen wir hier nicht“, so die Ortsvorsteherin.

Wie die alten Aufzeichnungen verraten, entstand das heutige Schönholz aus zwei Gütern. Zum einen hatte die Familie von der Hagen hier Besitz, zum anderen gab es ein Gut, das der Familie von Kleist gehörte. 1922 erwarb Walter Lange zunächst das Gut der von der Hagens, 1930 kaufte er auch das Gut der von Kleists auf.

Sylvia Kraft hat zahlreiche Bilder, die das Leben in Schönholz vor dem Krieg zeigen. Zur Verfügung gestellt hat diese eine Karl-Ludwig Graf von Baudissin, ein Nachfahre von Walter Lange, der bis heute Schönholzer Wald besitzt.

Heute noch 20 Familien mit bessarabischen Wurzeln

Seine Familie musste das Dorf und den gesamten Besitz, zu dem 3000 Morgen Land gehörten, nach dem Krieg verlassen. Auf den Grundmauern des damaligen Gutshauses wurde später ein Mehrfamilienhaus errichtet. Hier befindet sich heute das Gemeindebüro und jener Saal, in dem die Schönholzer runde Geburtstage und große Familienfeste feiern.

Heute leben noch etwa 20 Familien mit bessarabischen Wurzeln in Schönholz. Einige wenige pflegen auch noch die traditionelle Kochkunst und servieren regelmäßig Strudla, Dampfnudla, Holopzie, Kiechler und andere Köstlichkeiten der bessarabischen Küche. In einigen Familien wird sogar noch der markante Dialekt mit schwäbischem Einschlag gesprochen.

Wer Schönholz einmal selbst kennenlernen möchte, am 28. Juli 2018 bietet sich eine Gelegenheit. Dann feiern die Dorfbewohner und ihre Gäste das traditionelle Waldfest. Eine gute Chance, um etwas über die bewegte Geschichte dieses Dorfes zu erfahren oder ein wenig Bessarabisch zu lernen.

Von Christin Schmidt

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