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Das Ende des Schreckens

Zeitzeugenberichte im Premnitzer Kulturhaus Das Ende des Schreckens

Wolfgang Bornstädt und Jürgen Mai erlebten die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs hautnah im Westhavelland mit. Die schrecklichen Erinnerungen und Erlebnisse lassen sie bis heute nicht los. Nun haben die beiden in Premnitz aus einem jüngst veröffentlichten Buch gelesen.

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Jürgen Mai (l.) und Wolfgang Bornstädt aus Premnitz erinnern sich vor den Schautafeln an das im Frühjahr 1945 zerstörte Westhavelland.

Quelle: U. Hoffmann

Premnitz. „Am 28. Januar 1945, es war ein Sonntagnachmittag, stieg ich als Achtjähriger auf dem Bahnhof Premnitz aus dem D-Zug“, erinnert sich Wolfgang Bornstädt emotional an die Flucht seiner Familie Ende Januar aus seinem Heimatort Woldenberg (Dobiegniew) in der Neumark (heute Polen). „Unser Transport sollte eigentlich nach Anklam gehen.“ Damit wurden zirka 450 Woldenberger Premnitzer.

Auch der Premnitzer Jürgen Mai wurde durch die Ereignisse der letzten Kriegstage ins Westhavelland verschlagen. Der damals Vierjährige, geboren im sächsischen Langburkersdorf (bei Neustadt), erlebte das Kriegsende im damaligen Sudeten-Gau, in Ausig an der Elbe (heute Usti nad Labem), zirka 40 Kilometer von der heutigen deutsch-tschechischen Grenze entfernt.

Beide lasen im Saal des Kulturhauses Fabrikenstraße aus dem kürzlich veröffentlichten dritten Teil „Die letzten Tage im Krieg und die ersten Wochen in Frieden in der Region um Rathenow“. Der erste Teil erschien im Frühjahr 2006, der zweite im Herbst 2010. In den Jahren 2004 und 2005 fanden in Böhne zwei Geschichtswerkstätten statt. Die Lesungen und Diskussionen mit Zeitzeugen und ihren Erinnerungen beschäftigten sich den Ereignissen der letzten Kriegsjahre in der Region um Rathenow und im Westhavelland zum damaligen 60. Jahrestag des Kriegsendes.

Info

Die drei historischen Broschüren sind erhältlich beim Herausgeber, dem Rathenower Heimatbund, Fehrbelliner Straße 3, 14712 Rathenow. Ansprechpartner ist Wolfram Bleis unter Tel. 03385/512726.

„Nach den Werkstätten kam die Idee auf, die Beiträge zusammenzufassen und zu veröffentlichen“, erklärt Hans-Jürgen Wodtke. „So erschienen die ersten zwei Bände, welche die Erinnerungen und Texte von insgesamt 17 Autoren enthielten.“ Viele der Texte stammen aus eigenen Erinnerungen der Zeitzeugen, andere wurden auf Basis von Tagebüchern der damaligen Zeitzeugen bearbeitet und von Hans-Jürgen Wodtke zusammengestellt. Für den dritten Teil steuerten weitere sechs Zeitzeugen ihre ganz persönlichen Erinnerungen bei.

Große Zerstörungen

Ein Teil Rathenows wurde am 18. April 1944 durch einen US-amerikanischen Bomberverband zerstört.
Kurz vor Kriegsende im Mai 1945 zerschossen die sowjetischen Truppen mehr als 75 Prozent der Stadt. Sie wurde von versprengten deutschen Truppen unter dem Kommando von Generalfeldmarschall Keitel verteidigt.

Die drei Broschüren enthalten, nicht chronologisch geordnet, einzelne Kapitel mit Erinnerungen von, auch ehemaligen, Westhavelländern aus der Zeit von Ende 1944 bis Anfang 1946. So beschreibt Jürgen Mai im dritten Teil den „Neubeginn im Premnitzer Werk“. „Als der erste Teil erschien, war noch recht wenig über die Ereignisse der letzten Kriegstage in unserer Region öffentlich bekannt. Durch die Broschüren wurden weitere Veröffentlichungen der letzten Jahre angeregt“, so Hans-Jürgen Wodtke.

„Aber auch heute gibt es da noch viele weiße Flecken. So freuen wir uns über Jeden, der seine Erinnerungen veröffentlicht.“ So ist auch der dritte Teil wohl noch nicht der letzte. Wolfram Bleis, Vorsitzender des Rathenower Heimatbundes, möchte noch ein, zwei weitere Bände veröffentlichen.

Von Uwe Hoffmann

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