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Das Havelland ächzt unter der Hitze

Rekordtemperaturen: Volle Eisdielen und Badeseen Das Havelland ächzt unter der Hitze

Das Thermometer steigt dieser Tage weit über die 30-Grad-Marke, die Havelländer suchen deshalb natürlich Abkühlung an den vielen Seen in der Region. So sind der Steckelsdorfer und der Hohennauener See in diesen Tagen genauso voll wie Eisdielen, deren Besitzer über das gute Geschäft frohlocken.

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Sophie Hermann (li.) und Hanna Laade (2. Klasse) genießen ihr Eis.

Quelle: U. Hoffmann

Westhavelland. Das Thermometer steigt über die 30-Grad-Marke, die Havelländer suchen Abkühlung an den vielen Seen in der Region. So auch am Steckelsdorfer See. Die Badestelle auf dem Zeltplatz ist kostenfrei und öffentlich zugänglich. Eine künstliche Sprunginsel im See sorgt für zusätzlichen Badespaß.

„Ich nehme öfter meine sechsjährige Enkelin Paula mit hier her an den See“, sagt Borgit Preul. Die Großwudickerin wohnt direkt nahe der Kiesgrube in Ort. „Nach 1989 wurde mal versprochen, an der Kiesgrube eine öffentliche Badestelle einzurichten. Die Kiesgrube ist aber bis heute in Betrieb und Baden verboten“, so Borgit Preul weiter. „Aber die aufgestellten Verbotsschilder sind immer wieder gleich verschwunden.“

Am Hohennauener See haben die insgesamt 22 Wasserretter des Rathenower Ortsverbandes des Arbeiter-Samariter-Bundes am Herrentag ihren Dienst aufgenommen. Bis zum Wochenende des Drachenbootrennens am Optikpark im September sind an den Wochenenden und Feiertagen zwischen 9 und 17 oder 18 Uhr jeweils vier Wasserretter mit dem Rettungsboot auf dem See unterwegs. Diesen Dienst leisten sie schon seit 1998.

Überraschung: Eis für alle!

Wer keinen See „vor der Haustür“ hat, lässt sich in diesen Tagen etwas einfallen. So veranstaltete der Hort der Seeger-Grundschule Mittwoch bis Freitag drei „Wassertage“. Die Kinder konnten ihre Wasserpistolen mitbringen und sich unterm Wasserschlauch erfrischen. Ein toller Spaß für die Kleinen. Am Freitag gab es Eis für alle. „Wir haben Glück, dass wir Mittwoch bis Freitag unsere Projekttage geplant hatten“, sagte Schulleiter Ralph Stieger. „Normaler Unterricht wäre bei solchen Wetter schwierig.“ Im Jugendhaus „Oase“ in der Bergstraße wurden spezielle Luftballons gekauft. „In den nächsten Wochen veranstalten wir eine Wasserbombenschlacht“, so „Oasen“-Chef Carsten Schulz.

Übrigens: kalt duschen oder Eiskaltes trinken hilft nicht gegen die Hitze. Im Gegenteil: Kaltes signalisiert dem Körper, dass er sich „aufheizen“ soll. Lauwarmes Wasser um 25 Grad zum Duschen ist ideal. Wer sich nach dem Duschen nicht abtrocknet, hat durch das Verdunsten des Wassers auf der Haut einen zusätzlich kühlenden Effekt. Ein Eis ist auch für die Hortkinder der Scholl-Grundschule ein Genuss. Sie machten einen Ausflug zur Eisdiele am Märkischen Platz.

Bei den Lieblingseisorten lagen bei Hanna Laade aus der 2. Klasse der Scholl-Schule Zitrone und bei Sophie Hermann blaues Delfino-Eis weit vorn. Anschließend erfrischten sie sich anschließend ausgelassen im Springbrunnen auf dem Märkischen Platz. Der war allerdings am Mittwoch und Donnerstag abgestellt. Nicht aus technischen Gründen, sondern auf Grund einer Verwechslung in der Stadtverwaltung.

Kopfschmerzen und Schwindel

„Bei solchem Wetter sollte man sich nicht in direkter Sonne aufhalten. Das gilt nicht nur für ältere Menschen. Rasche Abkühlung des Körpers ist zu vermeiden“, rät auch Dr. Peter Thomaßen, Chefarzt der Klinik für Geriatrie der Havelland Kliniken. „Dies kann zu Blutdruckschwankungen führen. Durch Schwitzen weiten sich die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck sinken kann“, sagt er. Kopfschmerzen und auftretender Schwindel sind Anzeichen für Überhitzung.

Bereits für Sonntag hielt der Wetterdienst neue Hitzerekorde in Brandenburg für möglich. Das abendliche Gewitter in der Ferne am Samstag mit etwas nächtlichem Regen sorgte für keine merkliche Abkühlung. In Brandenburg an der Havel wurden am Samstag 38,9 Grad gemessen. Das ist der dritthöchste jemals im Land gemessene Wert. Der Rekordwert für das Land Brandenburg stammt mit 39,2 Grad in Lübben aus dem Jahr 1992.

Von Uwe Hoffmann

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