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Das Havelland: ein Paradies für Baumschulen

Nauen Das Havelland: ein Paradies für Baumschulen

Allein im Landkreis Havelland befinden sich rund 60 Prozent der brandenburgischen Baumschulflächen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Ein sandiger Lehmboden und ein niederschlagsarmes Kontinentalklima sind gute Bedingungen für Bäume, Sträucher und andere Gewächse. Derzeit herrscht in den Betrieben Hochsaison.

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Uwe Lotze pflegt und hegt die Pflanzen der Nauener Baumschule.

Quelle: Danilo Hafer

Nauen. Ein sandiger Lehmboden und ein niederschlagsarmes Kontinentalklima sind Bedingungen unter denen sich Bäume, Sträucher und andere Gewächse im Havelland hervorragend entwickeln können. Ein Paradies für Baumschulen. Allein im Landkreis Havelland befinden sich rund 60 Prozent der brandenburgischen Baumschulflächen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Derzeit herrscht in den havelländischen Betrieben Hochsaison.

Herbstzeit ist Baumschulzeit

„Sobald die Bäume ihre Blätter verlieren beginnt die Zeit, des Aus- und Einpflanzens“, sagt Margarethe Beythien, Gartenbauingenieurin in der Baumschule Nauen. Auf rund 24 Hektar werden hier gut 500 verschiedene Planzenarten und Baumsorten großgezogen.

„Einen Großteil verkaufen wir an andere Baumschulen, den Rest an Privatkunden, in jedem Fall kennen wir unsere Pflanzen von klein auf“, so Beythien. Regelmäßig beliefert die Baumschule auch Pflanzenbetriebe im Ausland, wie etwa in den Niederlanden. „Es ist ein tolles Gefühl, unsere Bäume in das Baumschulland schlechthin zu liefern“, sagt Margarethe Beythien.

Baumschulen bieten volles Programm an

Bäume, Sträucher und Ziergehölze im Alter von einem bis 16 Jahren warten in der Baumschule auf einen neuen Besitzer. Um den Verkauf an Privatkunden kümmert sich Gärtner Uwe Lotze. „In den meisten Fällen kommen die Leute her und sagen, dass sie einen Baum haben möchten, aber was für einen genau, das wissen sie noch nicht“, sagt er.

Bis vor zehn Jahren hat die Nauener Baumschule ausschließlich an den Großhandel verkauft. „Irgendwann gingen die Preise dann aber so rapide bergab, dass wir uns auch dem Privatbereich geöffnet haben“, so Beythien. Heute mache das Privatkundengeschäft gut die Hälfte des Verkaufs aus. Um Verkauf, Pflege und Aufzucht der Pflanzen kümmern sich derzeit sieben Mitarbeiter.

Lorberg größte Baumschule im Havelland

In ganz anderen Dimensionen muss indes Daniel Lorberg, Junior-Geschäftsführer des Baumschulbetriebes Lorberg, denken. „Allein an unserem Standort in Tremmen sind rund 160 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt sind es 220“, sagt er. Neben Tremmen betreibt Lorberg noch Standorte in Baden-Baden und Kleinziethen. Über 6000 verschiedene Pflanzen und Baumsorten umfasst der Pflanzenkatalog der Baumschule. Besonders beliebt seien bei den Kunden noch immer Feldahorn und Linde.

Aber auch andere Gehölze finden ihren Weg in die heimischen Gärten oder vor prestigeträchtige Gebäude auf der ganzen Welt. Einer der persönlichen Höhepunkte des Junior-Chefs ist dabei noch immer die Lieferung von 60 Waldkiefern für den Neubau des Bundesnachrichtendienstes in Berlin.

„Bäume von dieser Qualität vor einem solchen Gebäude pflanzen zu dürfen, das ist einfach etwas ganz Besonderes und einmalig“, so Daniel Lorberg. Der Standort im havelländischen Tremmen sei für die Pflanzenproduktion indes optimal. „Durch die klimatischen Bedingungen sind die Bäume sehr widerstandfähig und können auch nach Sibirien exportiert werden“, so Lorberg.

Lorberg bewirtschaftet 800 Hektar

Die Qualität des Bodens sei auch ein Argument gewesen, als das 1843 gegründete Unternehmen aus Berlin, Anfang der 1990er-Jahre nach einem neuen Standort suchte. Mittlerweile bewirtschaftet der Betrieb eine Fläche von rund 800 Hektar. Im Laufe der Jahre hat sich Lorberg auf große kunstvoll gestaltete Formgehölze spezialisiert, bietet darüber hinaus aber auch das komplette Baumschulprogramm. „Im Schnitt finden gut 75 Prozent unserer Pflanzen über den Gartenlandschaftsbau ihren Weg in private oder öffentliche Gärten“, so Lorberg.

Von Danilo Hafer

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