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Havelland Das Havelland ist eine Niedriglohnregion
Lokales Havelland Das Havelland ist eine Niedriglohnregion
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06:47 21.04.2018
Nirgendwo in Deutschland verdienen die Menschen so wenig wie im Havelland. Quelle: dpa
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Havelland

Das Havelland rühmt sich gerne als aufstrebender Wirtschaftsstandort, als laut Werbespruch der Wirtschaftgemeinschaft Osthavelland „stärkste Seite Berlins“. Doch nun zeigt eine aktuelle Statistik, dass die Menschen in Deutschland nirgendwo weniger verdienen als hier. Zuletzt betrug der Bruttolohn je Arbeitnehmer 22 585 Euro – zum Vergleich: in Potsdam sind es 29 313 Euro und damit rund 30 Prozent mehr, der Brandenburger Durchschnittsverdienst liegt bei 26 155 Euro. Im Bundesvergleich aller Landkreise und kreisfreien Städte stehen Wolfsburg (Niedersachsen/50 278 Euro) und Ingolstadt (Bayern/47 131 Euro) vorne. An den beiden Standorten der Autoindustrie verdienen die Menschen mehr als doppelt so viel wie die Havelländer.

Die Daten des Statistischen Landesamtes und des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder sind zwar von 2014, aber sie sind gerade erst veröffentlicht worden. Es sind also die aktuellsten, die vorliegen.

Das Amt für Statistik für Berlin und Brandenburg liefert zu den Zahlen auch gleich eine mögliche Erklärung mit: In den kreisfreien Städten trage der größere Anteil der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung zu den höheren Verdiensten bei; dagegen sei der Anteil geringfügig Beschäftigter im Landkreis Havelland am höchsten. In den Logistikunternehmen der Region wird deutlich weniger gezahlt als in der Industrie.

„Das Ergebnis wirkt natürlich zunächst ernüchternd. Bei genauerer Betrachtung im Vergleich mit den anderen brandenburgischen Landkreisen und kreisfreien Städten lassen sich jedoch auch positive Entwicklungstendenzen beobachten“, sagt der Wirtschaftsdezernent des Landkreises, Andreas Ernst. In den vergangenen zwei Jahren etwa seien die Durchschnittsverdienste nur in Potsdam noch stärker gewachsen als im Havelland, in den vergangenen fünf Jahren nur in Oberhavel. Dies mache deutlich, „dass es insbesondere in den vergangenen fünf bis sechs Jahren eine überdurchschnittliche Dynamik im hiesigen Landkreis gab“, so Ernst. Aufgrund weiterer Neuansiedlungen von Unternehmen seit 2014 sei zu erwarten, „dass die positive Entwicklung anhält und der Landkreis Havelland weiter aufholen kann.“

Andreas Ernst warnt zudem davor, die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises auf Basis weniger Indikatoren zu bewerten. Es mache mehr Sinn sich aus den vorhandenen Eckdaten ein Gesamtbild zu erarbeiten und beispielsweise auch die im landesweiten Vergleich geringe Arbeitslosenquote, die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sowie die Bevölkerungsentwicklung in Betracht zu ziehen. „Diese Indikatoren sind auch wichtige Gradmesser bei der Bewertung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Region“, sagt er.

Auf das Einkommensniveau hat der Landkreis selbst nur geringen Einfluss. Um den verhältnismäßig hohen Anteil der geringfügig Beschäftigten zu reduzieren, ist laut Ernst „insbesondere die Agentur für Arbeit und das kreiseigene Jobcenter weiterhin gefragt entsprechende Angebote zu unterbreiten.“ Von der Schaffung des Bahntechnologie-Campus in Elstal, wo hochtechnologische und entsprechend gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen sollen, erhofft sich der Kreis ebenfalls viel. Andreas Ernst sagt aber auch: „Wenngleich die Vergütung im Logistikbereich häufig geringer ist, so bedarf es dennoch auch künftig weiterer Anstrengung, um auch in diesem Bereich Angebote zu schaffen.“

Von Philip Häfner

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