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Das Pantoscop - eine Weltneuheit aus Rathenow

Wertvoller Dachbodenfund ist besonderes Exponat Das Pantoscop - eine Weltneuheit aus Rathenow

Wer auf alten Dachböden stöbert, kann manchen Schatz bergen. Auch das Optik-Industrie-Museum im Rathenower Kulturzentrums ist stolzer Besitzer eines Exponats, das ein altruistischer Zeitgenosse in den 1990er-Jahren auf dem Dachboden entdeckte. Am Sonnabend ist es bei dem Museumstag zu sehen.

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Das Pantoscop, hergestellt 1865 in Rathenow.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Der Glückliche fand eines der wenigen noch existierenden Pantoscope – das erste Objektiv mit einem Bildwinkel von 100 Grad, erfunden und hergestellt in Rathenow. Verkaufen wollte der Mann das gute Stück nicht, stattdessen überlegte er sich, seinen Fund einem Museum zu spenden. Und was liegt da näher als das Optik-Industrie-Museum. So fand das Pantoscop, das einst in Rathenow hergestellt wurde, seinen Weg zurück in die Stadt der Optik. Heute ist es eines von vier dieser seltenen Objektive in dem Museum, die vor rund 160 Jahren in Rathenow entwickelt wurden.

1865 tüftelten Mitarbeiter im „Betriebslabor Fotografie“ von Emil Busch an dem weltweit ersten Weitwinkelobjektiv, das als Pantoscop auf den Markt gebracht wurde. Zum Einsatz kam es vor allem als Aufnahmeobjektiv für Messbildkameras des Berliner Baurates Albrecht Meydenbauer. Der Bauingenieur und Begründer der Photogrammetrie beschäftigte sich in erster Linie mit denkmalpflegerischen Bauaufnahmen. Nachdem er 1858 den Wetzlarer Dom von Hand vermessen wollte und dabei fast vom Gerüst stürzte, entschloss sich Meydenbauer die Photografie zu nutzen. Wie er später berichtete, sei er quasi gezwungen worden die Messbildkunst zu entwickeln.

Museen im Havelland

  • Naturparkzentrum Westhavelland in Milow: 10 bis 17 Uhr geöffnet, Natur und Kultur im Westhavelland, 15 Uhr Vortrag „Trachten im Westhavelland“ (mit Eintritt).
  •  Optik-Industrie-Museum im Kulturzentrum in Rathenow: 11 bis 17 Uhr geöffnet, 14 und 17 Uhr „Zauber-Charlys-Wunderwelt“, 15 Uhr Folkmusik (mit Eintritt), 18 Uhr Fackelumzug mit dem Schalmeienzug, 18.30 Uhr Stockbrotbacken.
  •  Museum Kolonistenhof Großderschau: Zubereitung von Apfelkraut (Sirup aus Apfelsaft), Spinnen, Seilern und Besenbinden.
  •  Lilienthal-Centrum in Stölln: Führungen und Filme.
  •  Heimatmuseum Friesack : Mitmach-Aktionen für Kinder wie „Aufziehen der alten Rathausuhr“ und „Schreiben mit Schiefergriffel und Federkiel“.
  •  Wagenitzer Schwedenturm und Heimatstube: 13 bis 21 Uhr geöffnet, Führungen; um 18 Uhr lädt die Butterhexe in das dunkle Gemäuer ein.
  •  Museum im Schloss Ribbeck : 10 bis 18 Uhr geöffnet, Fotowettbewerb „Zoom auf Fontane“.
  •  Alte Schule Ribbeck : 10 bis 18 Uhr geöffnet, 16 Uhr Geschichtsstunde zu „Der Lebensweg eines Dorfschullehrers in Preußen – Ernst Seiffert, Lehrer in Ribbeck“.
  •  Landgut A. Borsig in Groß Behnitz: Dauerausstellung „Kreusauer Kreis – vom Leben und Wirken von Ernst von Borsig jr.“

Nicht ganz unbeteiligt daran war der Rathenower Unternehmer Emil Busch. Die beiden Männer tauschten ihre Gedanken für die technische Realisierung aus. 1867 kam dann die erste Messbildkamera mit einem Pantoscop auf den Markt. Nach den ersten Fotos, die mit dieser Kamera gemacht wurden, erstellte Meydenbauer maßstabsgerechte Zeichnungen. Diese gelten als erste photogrammetrische Architekturvermessung. Für den Bauingenieur gehörten damit gefährliche Kletteraktionen der Vergangenheit an.

Meydenbauer gründete später auch die erste photogrammetrische Einrichtung der Welt, die Alte Bauakademie in Berlin. Diese wurde, genau wie das Rote Rathaus oder die Zitadelle Spandau, mit Ziegeln aus Rathenow gebaut. Noch mehr zur Geschichte der Fotografie gibt es im Optik-Industrie-Museum in Rathenow zu entdecken.

Von Christin Schmidt

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