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Havelland Das Revival der Kittelschürze
Lokales Havelland Das Revival der Kittelschürze
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20:10 11.07.2016
Birte Hoffmann (l.) und Gabriele Konsor sammeln Kittelschürzen in allen Formen und Farben. Quelle: Foto: Ch. Schmidt
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Strodehne

Wie kaum ein anderes Kleidungsstück verkörpert die Kittelschürze das Klischee der ländlichen Arbeitskleidung für die Frau. Bei dem einen weckt sie Erinnerungen an alte Zeiten, an die Kindheit, die eigene Mutter, an Geborgenheit und Heimat. Andere denken sofort an die vielen bunten Muster oder verbinden mit ihr sogar etwas Erotisches.

Die Kittelschürze – Must-Have-Accessoire einer jeden guten Hausfrau – weckt aber auch negative Assoziationen. Viele sehen in ihr das Sinnbild eines rückständigen Frauenbildes, denken an das „Heimchen am Herd“ oder erinnern sich mit Grauen an die Haptik des Dederon-Stoffes, aus dem der Prototyp der DDR-Kittelschürze gefertigt wurde.

Nach dem Versorgungsengpass kommt Mode ins Dorf

Es liegt also jede Menge Zündstoff in dem Thema. Grund genug, sich einmal intensiver mit dem mantelartigen, weiblichen Kleidungsstück zu beschäftigen, dachten sich Birte Hoffmann und Gabriele Konsor. Als kreative Köpfe des Strodehner Landmade-Projekts laden sie nun die Landbevölkerung ein, sich dem umstrittenen Stück Stoff neu zu nähern und rufen mit ihrem Projekt „Strodisign“ zum Revival der Kittelschürze auf. Der Projektname, der zum Labelnamen avancieren könnte, setzt sich zusammen aus der Verniedlichung von Strodehne „Strodi“ und dem „Sign“ von Design.

Mit dem neuen Projekt zieht wieder leben in den Kulturversorgungsraum im Großdorf 2 ein. Wo noch vor einem Jahr der knallgelbe Versorgungsengpass für Gesprächsstoff sorgte, werden schon bald geblümte Stoffe durch Nähmaschinen rattern. „Kittelschürzen waren für uns schon immer ein Thema“, erzählt Gabriele Konsor und in ihrer Stimme schwingt Begeisterung mit. Als künstlerische Leiterin des Kulturversorgungsraums verknüpft sie für Strodisign Denkmuster und Handlungsebenen.

Landmade kleidet Strodehne neu ein

„Es geht darum, das Dorf neu einzukleiden“, klärt Birte Hoffmann auf. Als Fotografin will sie sich auf die Suche nach zeitgenössischer Landmode und geeigneten Models begeben. Die werden für die neuen Kreationen gebraucht, die den Strodehnern auf den Leib geschneidert werden sollen. Nicht nur die Bewohner, auch das Dorf selbst soll in den Prozess einbezogen werden. Wie, das wird noch nicht verraten. In jedem Fall brauchen Gabriele Konsor und Birte Hoffmann jede Menge Kittelschürzen. 34 Exemplar hängen derzeit im Kulturversorgungsraum. Um das Projekt erfolgreich umzusetzen, werden aber noch viel mehr benötigt.

Im August und September soll produziert werden, dann wird der Kulturversorgungsraum zur Schneiderstube. Unterstützung bekommen die Kulturschaffenden dabei von echten Profis aus dem Erzgebirge. Design-Studenten werden beim Entwerfen und Nähen der neuen Kittelschürzen-Linie helfen. Für den 1. Oktober ist eine große Abschluss-Schau geplant. Wer das Projekt im Wolrd Wide Web verfolgen will, bekommt auf www.kulturversorgung.de jede Menge Input in Form von Bildern, Animationen und wertvollen Hintergrundinformationen, auch ein Film soll entstehen.

Projekt kann aktuell im Internet verfolgt werden

„Auf der Internetseite wollen wir uns wie schon im vergangenen Jahr im Rahmen des Versorgungsengpasses auf einer zusätzlichen künstlerischen Ebene mit dem Thema auseinandersetzen“, erklärt Gabriele Konsor. Dabei werden sie von Mareen Heinz unterstützt. Die Textildesignerin aus Eibenstock im Erzgebirge wird in der Rubrik „Frau Heinz informiert“ das Publikum mit Geschichten und Hintergrundwissen zum Thema Kittelschürze versorgen. Zudem entwickelt sie für Strodisign zeitgenössische Kittelschürzen-Dessins.

Wer selbst noch alte Kittelschürzen im Schrank hat und der Meinung ist, diese sollten zu neuem Leben erweckt werden, kann seine Modelle gern an Landmade spenden. Die begehrte Ware kann in Strodehne, Großdorf 2 abgegeben werden, Telefon: Tel.  03 38 75/9 06 45.

Von Christin Schmidt

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