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Das Tor zum Garten Eden steht

Ketzin/Havel Das Tor zum Garten Eden steht

Der Startschuss für den Garten der Sehnsucht in Ketzin/Havel ist gefallen. Initiatoren und Helfer stellten am Wochenende das Weidentor auf, durch das die Besucher später in das Gelände Am Mühlenweg gelangen werden. Im nächsten Monat soll ein großes Schild angebracht werden. Jetzt sind Ideen von jedermann zur Gestaltung des Gartens gefragt.

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Der Anfang ist gemacht: Das Eingangstor zum Garten Eden steht.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Ein Stapel mit meterlangen Weidenstangen lag am Samstagvormittag einsam auf der rund 2000 Quadratmeter großen frühlingsgrünen Wiese am Ende des Ketziner Mühlenweges. Daneben ausgebreitet allerlei Handwerkszeug vom Spaten bis zum Erdbohrer. Auf einem Campingtisch stand symbolisch ein Strauß Tulpen neben einem knapp 40 Zentimeter hohen Modell von dem, was in den nächsten Stunden mit viel Kreativität entstehen sollte: Ein Weidentor als Eingang zum künftigen Garten Eden – dem Garten der Sehnsucht.

Es gehört sehr viel Fantasie dazu, um sich vorzustellen, wie dieser auf der Wiese am Fuße des Kiekelberges einmal aussehen könnte. Vorgaben gibt es absichtlich nicht. „Wir wollen uns selbst und unsere Kreativität beim Schaffen des Gartens Eden entdecken. Er soll Natur, Kunst und Kultur miteinander verbinden“, begründet Anette Hollmann. Sie ist Mitinitiatorin des ehrenamtlichen Projekts, bei dem die Ketziner, aber auch Besucher der Stadt, die Schulen, der Jugendklub und auch die Senioren der Stadt zum Mitmachen eingeladen sind, eben alle, die Freude an Begegnung und Austausch haben und „die sich gemeinsam auf den schöpferischen Prozess des Erlebens der eigenen Kreativität einlassen möchten“, so Hollmann.

Inzwischen hatte Architektin Susanne Weber einen die Richtungsachse vorgebenden roten Faden gespannt und den Standort für das 3,60 Meter lange, drei Meter breite und vier Meter hohe Weidentor markiert. „Ein bisschen Ordnung muss schon sein“, scherzte sie und verwies auf ein Papier mit dem Grundriss, der eher einer präzisen Bauzeichnung als einer Weidentorskizze glich.

Langsam kam Jörg Schulz, unter der wärmenden Frühlingssonne, mühsam den Erdbohrer in das harte Erdreich drehend, ins Schwitzen. Nach gut 20 Minuten kräftezehrenden Schaffens mit äußerst geringem Erfolg schlich sich dezentes aber keinesfalls schadenfrohes Schmunzeln in die Gesichter der Tor-Erbauer. Das Gerät war schlichtweg unbrauchbar.

100 Minuten später gingen aber doch die anerkennenden Blicke der Helfer nach oben: Die ersten zwei Weidenstangen, in gemeinschaftlicher Aktion ausgerichtet, standen. In vier Meter Höhe gekreuzt, lassen sie erahnen, wie man künftig in den Garten der Begegnungen aller Generationen, zu Veranstaltungen oder auch nur zur Entspannung gelangen wird. Ob das Tor von Pflanzen umrankt, mit Blumen bepflanzt oder anderweitig mit Gestaltungselementen erweitert werden soll, sei der Fantasie der Einwohner überlassen, meinte Anette Hollmann.

Die Kommunalpolitiker hatten bereits im Vorfeld dem Vorhaben zugestimmt, das Bürgermeister Bernd Lück eine „Bereicherung für die Stadt“ nannte, zumal es in die Freiraumplanung passe, die auf diesem Gelände eine öffentliche Grünfläche vorsehe.

Annette Wienen war zufrieden mit dem Beginn der Gartengestaltung. Bereits im nächsten Monat folgt der zweite Schritt, sagte sie. Gemeinsam mit den fünften Klassen der Ketziner Europaschule wird das für den Standort markante Schild „Garten Eden“ aufgestellt.

Auch die zum Projekt gehörende Seminarreihe „Die Bäume des Phönix“ werde fortgesetzt. Schon am Donnerstag von 19 bis 21 Uhr widmet Anette Hollmann in der Paretzhofer Straße 46 den Abend dem Weihrauch.

Im Zeichen des Phönix stehen in Paretz die diesjährigen Tage des offenen Ateliers (6./7. Mai) und der offenen Gärten (11. Juni). Höhepunkt ist in der Woche vom 23. bis 28. Oktober die Installation des großen Phönix auf dem Kiekelberg, einer Skulptur aus Holz und anderen Materialien. Diese wird dann in einem feierlichen Akt verbrannt, damit „das Vergangene verschwindet und die Gedanken für das Neue freiwerden“, so Hollmann.

Von Wolfgang Balzer

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