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Das älteste Dorf weit und breit

Nitzahn Das älteste Dorf weit und breit

Das Dorf Nitzahn wurde im Jahr 992 erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist Nitzahn das älteste Dorf im Havelland. Am Samstag feierten die Dorfbewohner den 1025. Geburtstag ihres Heimatortes. Mit Gedenkgottesdienst, Festtagstorte und der Enthüllung eines alten Mühlsteins, mit dem an die Ersterwähnung Nitzahns erinnert wird.

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Hermann Jäger, Frank Tschöpe und Felix Menzel (v. li) enthüllten aus Anlass des Jubiläums einen eine alten Mühlstein.

Quelle: Norbert Stein

Nitzahn. Zu einer zünftigen Geburtstagsfeier gehört auch eine schöne Geburtstagstorte. Nitzahn feierte am Samstag Dorfgeburtstag. Stolze 1025 Jahre alt geworden ist das rund 270 Einwohner zählende Dorf in der Gemeinde Milower Land. Das Dorfjubiläum feierte Nitzahn mit vielen Gästen vor der alten Schule mitten im Dorf. Natürlich gab es ein Kuchenbüffet und eine Geburtstagsorte. Ortswappen und Rosen als süße Motive zierten diese. Sie wurde erst bewundert und dann von den Besuchern verspeist.

Elias, Sophia und Lara hatten da ihren großen Auftritt schon bravourös gemeistert. Die Kinder kamen als Ritter, Burgfräulein und Magd kostümiert zum Fest und begrüßten die Gäste mit Versen voll des Lobes, die Nitzahn gewidmet waren. Ortsvorsteher Frank Tschöpe war begeistert und sagte, dass viele engagierte Einwohner bei der Festvorbereitung geholfen haben. „1025 Jahre sind ein ehrwürdiges Alter“ bekannte Gemeindebürgermeister Felix Menzel und bescheinigte Nitzahn gerne, das vermutlich älteste Dorf im Havelland zu sein. Ortsvorsteher und Bürgermeister begnügten sich mit kurzen Ansprachen. Schließlich hatten Tschöpe und Menzel noch eine andere Aufgabe zu erfüllen. Vor der Schule enthüllten sie einen Gedenkstein, der fortan an den 1025. Dorfgeburtstag erinnern wird. Den Stein ziert eine Plakette mit der Inschrift „Neziuni 992 – Nitzahn 2017“.

Elias, Sophia und Lara (vl) begrüßten in historischen Kostümen die Gäste vor der alten Schule

Elias, Sophia und Lara (v.l.) begrüßten in historischen Kostümen die Gäste vor der alten Schule.

Quelle: Norbert Stein

Lange war im Vorbereitungskomitee überlegt worden, wie der Gedenkstein aussehen solle. Eines Tages sei ihm die alte Bockwindmühle auf dem Mühlenberg eingefallen, erzählte der Ortsvorsteher den Gästen. 1972 war die Bockwindmühle zusammengefallen. Frank Tschöpe machte sich mit Dorfbewohnern auf die Suche, und sie hatten Erfolg. Sie konnten den alten Mühlstein bergen und ließen ihn zum Gedenkstein herrichten. Zur Enthüllung hatten Ortsvorsteher und Bürgermeister Hermann Jäger an ihrer Seite geholt.

Hermann Jäger ist gebürtiger Nitzahner und Hobbyhistoriker. Ihm haben die Nitzahner es zu verdanken, seit drei Jahren zu wissen, dass ihr Dorf am 28. September 992 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Bereits 2012 stieß der heute in Premnitz lebende Hobbyhistoriker auf Unterlagen, die das ehrwürdige Alter des Dorfes belegen. Aus einer Tauschurkunde in lateinischer Schrift geht hervor, dass König Otto III. dem Abt Reginold von Memleben zwei Orte im Tausch gegen 21 Ortschaften in den Burgwarden Biederitz und Möckern überließ, zu denen auch Neziuni – das heutige Nitzahn – gehörte.

Beim Festgottesdienst spielten die Bläser des Nitzahner Kirchspiels

Beim Festgottesdienst spielten die Bläser des Nitzahner Kirchspiels.

Quelle: Norbert Stein

Eine Kopie und eine deutsche Übersetzung der Urkunde, gehörten zu einer Ausstellung in der alten Schule. Es gab wohl kaum einen Besucher, der nicht in die alte Schule ging, um sich Nitzahner Geschichte und die Festbroschüre anzuschauen. Sehenswert auch die erst kürzlich wiederentdeckte Fahne des „Gesangsvereins zu Nitzahn“ aus dem Jahr 1875 oder alte Fotos, wie von der Nitzhaner Schalmeienkapelle, die bis in den 1980er Jahren bei Festlichkeiten aufspielte.

Eröffnet worden war der Tag mit einem Fest- und Erntedankgottesdienst in der Kirche. Die Bläser des Kirchspiels Nitzahn begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

Von Norbert Stein

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