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Havelland Das ist Brandenburgs erster Sensenlehrer
Lokales Havelland Das ist Brandenburgs erster Sensenlehrer
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20:11 27.02.2018
Stefan Bauer aus Prietzen ist – vermutlich – der erste Sensenlehrer im Land Brandenburg. Quelle: Norbert Stein
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Prietzen

Wenn mit dem Frühling die Natur erwacht, wächst das Gras wieder. Stefan Bauer freut sich schon darauf. Er mäht gerne Gras oder seine Wiese. Einen Rasenmäher braucht er dafür nicht. Ein solches Gerät hat er auch gar nicht auf seinem Grundstück in Prietzen. Stefan Bauer mäht mit der Sense.

Es kommt noch besser: der 55-Jährige darf in seiner Freizeit auch andere darin unterrichten, wie man richtig mit einer Sense mäht. Dafür hat er sich in Österreich ausbilden lassen und die Prüfung zum Sensenlehrer des Sensenvereins Österreich und Deutschland erfolgreich bestanden.

Bisher keine eingetragenen Sensenlehrer in Berlin und Brandenburg

„In Berlin-Brandenburg bin ich wohl der einzige Sensenlehrer“, sagt Bauer lächelnd und auch mit ein wenig Stolz. Er werde sich in das Verzeichnis der Sensenlehrer des Deutschen Sensenvereins eintragen lassen. Für Brandenburg und Berlin sind hier noch keine Sensenlehrer eingetragen.

Korn oder Gras mit der Sense zu mähen, gehörte einst in jedem Dorf zum Alltag. Das Handwerk hat lange Tradition, wurde in den letzten Jahrzehnten aber zunehmend von Maschinen und Rasenmähern verdrängt.

Teile der Ausrüstung von Sensenmann Stefan Bauer. Quelle: Norbert Stein

Während früher jeden Abend das als Dengeln bezeichnete Schärfen der Sensenblätter in den Dörfern zu hören war, ist dieses Geräusch nun zumeist verstummt. Es würde wohl auch kaum noch jemand erkennen. Stefan Bauer hat hingegen das notwendige Handwerkzeug zum Schärfen einer Sense und beherrscht die Anwendung.

Sense macht keinen Lärm und stört die Nachbarn nicht

Am liebsten mäht Steffen Bauer in den frühen Morgenstunden, wenn das Gras noch frisch ist und vom Tau bedeckt. „Aber es geht etwas später, sofern eine Restfeuchtigkeit in Bodennähe ist und die Halme nicht welk sind.“ , sagt er. „Zumal die Sense keinen Lärm macht und Nachbarn stört.“

Deshalb sei die Sense besonders in Städten gut geeignet – für Hauseigentümer mit kleinen Flächen, die nach einer harten Arbeitswoche gerne auch mal am Sonntag mähen möchten, ist der Sensenlehrer überzeugt. Das Ganze habe zudem ökologische Vorteile, es schone die Tierwelt und sei außerdem noch gesund, erklärt Bauer, während er auf seinem Grundstück in Prietzen Werkzeuge und Zubehör zeigt.

Ein Kollege riet Bauer einst zur Sense

Stefan Bauer ist in Berlin geboren, aufgewachsen und hat nach der Fachoberschule auch in Berlin studiert. Sein weiterer beruflicher Werdegang führte ihn 1992 nach Suderberg bei Uelzen, wo zu seiner Wohnung auch eine kleine Grünfläche gehörte.

Für lediglich 25 Quadratmeter lohnte die Anschaffung eines Rasenmähers nicht, fand er. Doch irgendwie musste der Rasen gemäht werden. „Nimm eine gut scharfe Sense“, riet ihm ein älterer Kollege der ihm mit seiner Sense auch gleich zeigt, wie es geht.

Der Diplomingenieur folgte dem Ratschlag und wurde für die kleine Grünfläche zum Sensenmann. Der Arbeit wegen kam Stefan Bauer im Jahr 2000 wieder zurück nach Berlin, wo er zunächst auch wohnte. 2011 kaufte Stefan Bauer in Prietzen ein Haus und ist seither Berufspendler.

Leidenschaft erwachte in Prietzen wieder

Zu seinem Grundstück gehört auch ein Garten mit einer Wiese. Damit erwachte wieder die Leidenschaft zur Sense. Bauer besuchte erstmals im Jahr 2012 einen professionellen Sensen- und Dengelkurs bei Georg Hahn in Großhartpenning, südlich von München.

Sensenlehrer Stefan Bauer bei der Pflege seines Materials. Quelle: Norbert Stein

Bauer war begeistert: „Wer eine Wiese fast lautlos und ohne Anstrengung mähen will, ohne Benzin- oder Stromverbrauch, ohne Lärm, Abgase und Vibrationen, der sollte zur Sense greifen.“ Er rät aber nicht zu einer Billigvariante,mit der man kein Erfolgserlebnis habe.

Arbeit mit der Sense ist auch Fitnesstraining

Die Größe der Sense müsse auf den Nutzer abgestimmt sein, sagt der Sensenlehrer. Stimmen die Ausrüstung und die Technik, dann sei die Arbeit mit der Sense ein großartiges Erlebnis und zugleich Fitnesstraining, ist Stefan Bauer überzeugt. Jeder, der möchte, könnte es bei ihm erlernen.

„Der Geruch nach frisch geschnittenen Grashalmen und Blumen, das angenehme Schneidegeräusch, das Summen der Bienen und Hummeln sowie das Gezwitscher der Vögel lässt den Mäher meditativ mit der Natur verschmelzen und bietet Entspannung pur vom hektischen Arbeitsleben“, schwärmt der Prietzener.

Besonders in Bayern und Baden-Württemberg hat die Sense schon wieder eine Renaissance. „Was in anderen Bundesländern möglich ist, sollte auch in Bandenburg möglich sein“, meint Stefan Bauer und wünscht sich dafür begeisterte Schüler, die ebenfalls an der Sense interessiert sind und so ein altes bäuerliches Handwerk wieder zum Leben erwecken wollen.

Von Norbert Stein

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