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Das ist der Katastrophenschützer im Kreis

Katastrophenschutz Das ist der Katastrophenschützer im Kreis

Robert Jonas weiß, was zu tun ist, wenn ein Großbrand ausbricht, der Strom ausfällt oder ein großes Unglück den Landkreis in Alarmbereitschaft versetzt. Seit zwei Jahren kümmert sich der 33-Jährige um den Katastrophenschutz im Havelland. Wer glaubt, dies sei ein Job, der vor allem darin besteht, auf den nächsten großen Notfall zu warten, täuscht sich aber.

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Robert Jonas weiß, was im Ernstfall zu tun ist. Er ist zuständig für den Katastrophenschutz im Landkreis.

Quelle: Christin Schmidt

Havelland. Der Landkreis Havelland wird – zum Glück – recht selten von Katastrophen heim gesucht. Zuletzt musste in Folge des Elbhochwassers 2013 der Katastrophenfall ausgerufen werden. Sicherheitsmanager Robert Jonas hat dennoch alle Hände voll zu tun. Denn es ist seine Aufgabe die Mitarbeiter des Krisenstabs auf den Ernstfall vorzubereiten. Dazu ist der Landkreis gesetzlich verpflichtet, so schreibt es das Brand- und Katastrophenschutzgesetz des Landes Brandenburg vor.

Waldbrände, Hochwasser, Stürme, Verkehrsunfälle größeren Ausmaßes mit vielen Schwerverletzten oder technische Unfälle in großen Industrieanlagen – „all das sind mögliche Szenarien“, sagt Robert Jonas und auf diese muss er das Team vorbereiten. Dazu gehören 60 Mitarbeiter aus den verschiedensten Sachgebieten der Verwaltung – von der Sekretärin bis zum Dezernenten. Sie alle müssen wissen, welche Aufgabe sie im Ernstfall übernehmen sollen und was wann zu tun ist, um einen reibungslosen Ablauf in der Stabsarbeit zu gewährleisten.

Krisenstab probte den Ernstfall

Mitarbeiter des Katasteramts sind zum Beispiel mit der Visualisierung der Lage betraut, Sekretärinnen sind Profis wenn es um die Dokumentation geht. Selbst Mitarbeiter der Pressestelle gehören zum Krisenstab. Leiter des Stabes sind grundsätzlich Dezernenten. Ihre Aufgabe ist es, Entscheidungen zu treffen. Generell sind aber alle Mitarbeiter des Landkreises verpflichtet im Katastrophenfall zu helfen. Natürlich wird der Krisenstab nicht bei jedem Großbrand einberufen. Die Einsatzleiter vor Ort beurteilen das Geschehen und entscheiden, ob sie Hilfe benötigen. Die Regionalleitstelle koordiniert dann den Einsatz der Kräfte. Kommt es zum Äußersten, zieht der Landkreis durch einen formalen Akt die Führung an sich.

Mit dem Dienstantritt von Robert Jonas 2014 wurde auch das Ausbildungskonzept für den Katastrophenschutz überarbeitet. Unter anderem wird nun im Ernstfall im Drei- statt im Zweischichtsystem gearbeitet, was die Mitarbeiter entlastet. „Im letzten Jahr haben wir zunächst das gesamte Team theoretisch geschult und die Grundlagen vermittelt. Vergangene Woche stand nun der erste praktische Testlauf an“, verrät Robert Jonas. Eine Woche lang probte der Krisenstab den Ernstfall: Was ist zu tun, wenn die Stromversorgung im Landkreis zusammenbricht? „Das ist das Horrorszenario schlecht hin. Krankenhäuser, Pumpwerke, Supermärkte, Tankstellen, Bahnanlagen – alle sind davon betroffen“, macht der Fachmann deutlich.

Kraftstoffversorgung größte Schwachstelle

Ein externes Unternehmen hatte das Szenario realistisch vermittelt. „Unter anderem mussten wir uns um einen ICE kümmern, der aufgrund des Stromausfalls auf der Strecke stehen blieb“, erzählt Robert Jonas. Als größte Schwachstelle entpuppte sich während der Übung die Kraftstoffversorgung. Wie diese im Ernstfall auf kurzem Weg sicher gestellt werden kann, darum kümmert sich Jonas nun. In einem weiteren Schulungsmodul – drei sollen pro Jahr durchgeführt werden – müssen die Erkenntnisse umgesetzt werden. „Dann überprüfen wir, ob das Vermittelte auch sitzt“, so Jonas.

Zur Person

Seit Juni 2014 ist Robert als Sachbearbeiter für Katastrophenschutz beim Landkreis Havelland angestellt.

Jonas stammt aus Hoyerswerda. Nach einer Ausbildung zum Dachdecker verpflichtete er sich bei der Bundeswehr. Als Soldat auf Zeit für vier Jahre war er unter anderem vier Monate im Auslandseinsatz in Bosnien und Herzegowina.

Nach vier Jahren als Soldat legte er in Berlin das Fachabitur ab und studierte Sicherheitsmanagement. Während des Studiums schnupperte Robert Jonas als Ehrenamtler für den Landesverband des Berliner Roten Kreuzes (DRK) in den Katastrophenschutz.

Nach dem Studium trat Jonas eine hauptamtliche Stelle beim DRK in Schwerin an, bevor er 2014 ins Havelland wechselte. Das umfangreichere Aufgabenfeld und feste Arbeitszeit lockten ihn.

Nun ist er für die gesamte nicht polizeiliche Gefahrenabwehr im Landkreis Havelland zuständig. Damit fallen auch die Feuerwehr, der Arbeiter Samariter Bund und das Technische Hilfswerk in seinen Aufgabenbereich.

Robert Jonas kann sich durchaus vorstellen, länger im Havelland zu bleiben und hier eine Familie zu gründen.

 

Von Christin Schmidt

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