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Das musikalischste Haus von Seegefeld

Falkensee Das musikalischste Haus von Seegefeld

Die MAZ-Serie „Zu Hause in...“ führt diesmal in ein Haus, aus dem viel Musik dringt: Die Musikschule Havelland hat in Falkensee ihren Sitz. Mit 3100 Schülern ist sie die zweitgrößte Musikschule des Landes Brandenburg.

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Musik ist Lebensfreude – Simone Seyfarth und die Schüler der Musikschule haben es erfahren.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Die Musikschule wächst und wächst, aber die Wartelisten werden nicht kürzer. Zumindest nicht bei Klavier und Gitarre. „Das ist in ganz Deutschland so“, sagt Simone Seyfarth. Sie leitet die Kreismusik- und Kunstschule Havelland. Mit 3100 Schülern ist es die zweitgrößte Musikschule des Landes Brandenburg. 2004 waren an der Schule 1100 Schüler gezählt worden. „Ähnlich wie die Volkshochschule sind auch wir sehr gefragt“, sagt sie. Der Speckgürtel ist musikalisch. Und neben Klavier und Gitarre sind in der Musikschule an der Falkenseer Poststraße auch Klänge von Saxofonen, Geigen, Trompeten, Harfen, Klarinetten, Flöten und vielem mehr zu hören. Wer diese Instrumente erlernen will, muss sich nicht auf eine Warteliste setzen lassen.

Raumnot bremst aus

Mit dem neuen Schuljahr arbeitet die Musik- und Kunstschule wieder selbstständig, 2004 hatte der Kreistag eine Fusion mit der Volkshochschule beschlossen, nun wurde sie wieder aufgelöst. Räumlich bleibt man sich jedoch eng verbunden, schon weil beide Häuser in Falkensee unter einem Dach sitzen und sich viele Räume teilen müssen. „Es ist sehr eng. Wir helfen uns gegenseitig“, beschreibt die Leiterin der Musikschule die Situation. Längst sind alle Möglichkeiten ausgereizt, aus Technik- oder Lehrerzimmern wurden Unterrichtsräume. „Wir freuen uns auf 2017“, blickt Simone Seyfarth voraus, dann soll die Musikschule direkt am Falkenseer Bahnhof weitere Räume erhalten. Der Neubau auf dem Gelände der Schlosserei Ziesecke wird dann eine weitere Außenstelle der Musikschule. Dort soll es dann einen Konzert- und Probensaal geben, wo große Orchester endlich richtig proben können. Hauptstandort bleibt aber das Gebäude in der Poststraße. Hier finden die meisten Ensembleproben statt, denn die Arbeit in der Gruppe ist wesentlicher Bestandteil des Musikschulkonzeptes. Vor allem die Bläser, Streicher und Sänger treffen sich in verschiedenen Formationen. Darüber hinaus wird in Probelagern an den Programmen gefeilt, so trafen sich Blasorchester und Kinderchor in Bollmannsruh.

Musikschulen öffnen Kirchen und mehr

Die Musikschule hat ihre klassischen Unterrichtsräume längst verlassen. 2007 wurden in Dallgow-Döberitz und in Rathenow zwei neue Standorte eröffnet, 2012 wurde im ländlichen Raum mehr Angebote eingerichtet, so in Ketzin, Rhinow, Großwudicke und Friesack. Im vergangenen Jahr wurde die strategische Neuausrichtung beschlossen, die neben der Erweiterung in Falkensee auch die Integration der Städtischen Musikschule Rathenow und die Stärkung von Nauen vorsieht. In der ehemaligen Kreisstadt ist frischer Wind dringend nötig. Hier sind die Schülerzahlen relativ gering.

Wie frischer Wind aussehen kann, das zeigen die Schüler und Lehrer an anderen Standorten durchaus. Seit zehn Jahren sind sie dabei, wenn es im Landkreis heißt: Musikschulen öffnen Kirchen. Mit vielen Schulen bestehen Kooperationen. Mit Großvorhaben sorgt die Musikschule für Furore. So haben die Dallgower Gymnasiasten in Zusammenarbeit mit der Musikschule erfolgreich ihr Musical über Marie Curie aufgeführt, haben es auch in der Falkenseer Stadthalle gezeigt und wollen damit nach Paris. Sie proben also weiter. An anderer Stelle wird für neue Musicals geübt, so wird unter Leitung von Antje Knobel ein Weihnachtsstück über Trolle und Polarlichter einstudiert. In den Herbstferien wird mit Kindern an der Diesterweg-Grundschule Falkensee ein Musiktheaterprojekt „Das kalte Herz“ zum Schlagen gebracht.

Tag der offenen Tür im November

Neben Unterricht und Proben gehört auch das zur Arbeit der Musikschule: sich dem neugierigen Publikum vorstellen. Für den 13. November wird zu einem Tag der offenen Tür in die Poststraße eingeladen. An dem Sonntag gibt es mehr als Gitarre und Klavier. Wie klingt eigentlich ein Fagott? Wie eine Oboe? Und der große Kontrabass? Und der tiefe E-Bass? Sehen und hören und probieren. Musik ist für alle da. Ein Blick auf die Schüler der Musikschule zeigt es: Die Jüngsten sind 18 Monate alt (und kommen mit den Eltern) und die Ältesten zählen 78 Jahre. Das hat Simone Seyfarth schon oft erlebt: „Mancher fängt erst im Alter an, sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen: ein Instrument zu spielen.“

Von Marlies Schnaibel

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