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Havelland Das sind die Sieger des Förderpreises 2017
Lokales Havelland Das sind die Sieger des Förderpreises 2017
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02:15 15.10.2017
Die Gewinner des diesjährigen Wirtschaftsförderpreises freuen sich über die Auszeichnungen. Quelle: Ralf Stork
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Ribbeck

Der Rahmen war angemessen festlich, die Spannung bis zum Schluss hoch. Bei der Verleihung der Wirtschaftsförderpreise im Schloss Ribbeck erfuhren die Nominierten erst während der Festveranstaltung, ob sie gewonnen hatten oder nicht. Im Vorfeld – so scheint es – ist tatsächlich nichts von der Entscheidung der Jury durchgesickert.

Landrat Roger Lewandowski (CDU) ließ es sich nicht nehmen, zur Begrüßung ausführlich auf die positive wirtschaftliche Entwicklung im Havelland einzugehen: „Das Havelland wird bei Investoren immer beliebter“, sagte Lewandowski. Als Beleg dafür erwähnte er das rund 100 Millionen schwere Logistikzentrum, dass die Drogeriekette dm in Wustermark baut; das Hermes-Logistikzentrum, das bald in Etzin eröffnet wird; und das Erdbeerland, das Robert Dahl in den kommenden Jahren in Elstal errichten will. Für das Westhavelland hob der Landrat Investitionen von Milcafea in Rathenow und die Revitalisierung des Industrieparks Premnitz hervor. Auch nicht zu verachten: Im Westhavelland ist die Arbeitslosenquote erstmals seit Ewigkeiten nicht mehr zweistellig. Sie sank im Vergleich zum Vorjahr von 11 auf 9,8 Prozent.

Anders als im vergangenen Jahr kam die großes Mehrheit der Preisträger dieses Mal aus dem Westhavelland: Die Rampf Bau GmbH aus Premnitz gewann bei den Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern. In seiner Laudatio lobte Lewandowski den Betrieb als einen der größten Arbeitgeber und wichtigen Anker in der Region. Mit dem Bau des Gesundheits- und Familienzentrums in Premnitz habe das Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes Großes geleistet.

Großes vor in der Region hat zweifellos auch der Unternehmer Robert Dahl. Der Inhaber von Karls Erlebnis-Dorf in Elstal wurde in der Kategorie Tourismus geehrt. Seit der Eröffnung 2014 ist die Zahl der Mitarbeiter von 65 auf 90 gestiegen. Und mit rund einer Millionen Besuchern im Jahr trage Karls ganz erheblich dazu bei, das Havelland bekannter zu machen, sagte Uwe Borges von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in seiner Laudatio. Borges wies auch auf das zukünftige Engagement des Unternehmers in der Region hin: Anfang des Jahres hat Robert Dahl das Gelände der ehemaligen Adler- und Löwenkaserne in Elstal gekauft. In den kommenden Jahren will er dort rund 100 Millionen Euro in den Bau einen großen Freizeitparkes investieren.

Die übrigen Preisträger kamen allesamt aus dem Westhavelland: Taxi-Meier aus Rathenow wurde bei den Betrieben unter 50 Mitarbeitern ausgezeichnet. Inhaber Fred Meier hat es seit der Wende geschafft, das vormals reine Taxiunternehmen zu einem bundesweit agierenden Logistikunternehmen zu entwickeln. Zu Meiers Geschäftsfeldern gehört unter anderem eine bundesweite Spedition. Das Kerngeschäft liegt aber in der Region. Seit 15 Jahren übernimmt der Betrieb einen Teil des Linienverkehrs im Landkreis.

Fischer Wolfgang Schröder aus Strodehne wurde in der Sparte Landwirtschaft ausgezeichnet. Schröder vertreibt seinen fangfrischen Fisch nicht nur im eigenen Hofladen, sondern beliefert auch Restaurants in der Region – und das nicht nur mit Havelzander, sondern auch mit weniger bekannten Fischarten.

Der Gewinner in der Kategorie Innovation ist der einzige, der mit seiner Firma „2Wave“ erst seit Kurzem im Havelland aktiv ist. Dafür ist die Geschäftsidee des Mögeliners Frank Sorge weltweit ziemlich einzigartig: Er hat ein spezielles Boot bauen lassen, das Wellen erzeugt, auf denen man surfen kann. Wellenreiten im Havelland! Das ist keine verrückte Idee mehr, sondern seit kurzem Wirklichkeit: Die Surfwellen entstehen etwa 25 Meter hinter dem Boot und sind nicht stärker als die von anderen Motorbooten. Bei Pritzerbe hat der 42-jährige eine 275 Meter lange Strecke, auf der gesurft werden darf.

Das Boot pendelt zwischen zwei Bojen hin und her, an denen die Surfer auf die Wellen warten. Anders als beim Wasserski werden die Sportler nicht dauerhaft von einem Seil gezogen, sondern allein von der Welle getragen. Das Geschäftsmodell beinhaltet nicht nur die Surf-Trips auf der Havel. Bei Interesse lässt Sorge auch neue Spezialboote bauen. Das dürfte sich allerdings nur für gewerbliche Anbieter lohnen. In der einfachsten Ausführung ist ein Boot für 130.000 Euro zu haben.

Der Jugendförderpreis ging an den ASB Ortsverband Rathenow, der seit vielen Jahren Jugendliche zu Rettungsschwimmern und Ersthelfern ausbildet. Die Auszeichnung war nicht ganz unumstritten. Das Engagement des ASB ist aller Ehren wert, ob es aber – wie in den Bewerbungsvoraussetzungen gefordert – tatsächlich zur „Entwicklung des Unternehmergeistes“ und zum „Erwerb wirtschaftsnaher Kompetenzen“ beiträgt, kann zumindest bezweifelt werden.

Von Ralf Stork

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