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Das sind die neuen Ideen für den Bahn-Campus

Elstal Das sind die neuen Ideen für den Bahn-Campus

Der Landkreis Havelland will in Elstal ein Zentrum für moderne Bahntechnologie schaffen und hofft dafür auf Fördermillionen vom Land Brandenburg. Dann könnte der ehemalige Rangierbahnhof Wustermark zum Bahn-Technologie-Campus Havelland werden.

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Das Bahngelände ist ein Ort mit historischer Bausubstanz und viel Potenzial für neue Entwicklungen.

Quelle: BTC

Elstal. Auf einem Gleis werden leise Bremsen getestet. Ein Stück weiter entgleist ein Zug, keiner regt sich auf., Im Ringlockschuppe sitzen Studenten in einem Hörsaal. So könnte der Alltag auf dem Gelände des Elstaler Bahnhofs aussehen. Die Vision des Bahn-Technologie-Campus Havelland wird immer greifbarer.

BTC – die drei Buchstaben elektrisieren derzeit die Wirtschaftsentwicklung im Havelland. Ob das Millionenprojekt über die Planungsphase hinaus kommt, hängt vom Land Brandenburg ab. „Ohne Fördermittel kann der Landkreis das Vorhaben nicht umsetzen“, sagt Andreas Guttschau, einer der beiden Geschäftsführer der zum Jahresanfang gegründeten Bahntechnologie Campus Havelland GmbH. In der Gesellschaft ist der Landkreis Havelland mit 51 Prozent der Hauptgesellschafter. Die Havelländische Eisenbahn (HVLE) hält 45 Prozent Anteile, die Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft Potsdam 3 Prozent und die Gemeinde Wustermark 1 Prozent.

Rund 12,8 Millionen Euro sollen zur Realisierung des Projektes Bahncampus in den ersten drei Jahren investiert werden. Der Eigenanteil des Landkreises Havelland beläuft sich auf 6,4 Millionen Euro. Ein gleicher Teil soll durch Fördermittel finanziert werden. Anfang Dezember ist mit einer Entscheidung darüber zu rechnen, ob die Investitionsbank des Landes Brandenburg das Vorhaben mitträgt. Der Fördermittelantrag ist gestellt. Im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr hat der Landkreis zwei Millionen Euro für das Elstaler Projekt vorgesehen.

„Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt Geschäftsführer Andreas Guttschau mit Blick auf die Entscheidung in Potsdam. Es hat in diesem Jahr viele Gespräche mit der Bank und mit der Landesregierung gegeben. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke war auf dem Gelände und wertete das Vorhaben als wichtigen Impuls für die Region Berlin-Brandenburg.

Was alles auf dem Gelände möglich wäre, haben die Mitarbeiter der BTC in diesem Jahr ausgelotet. „Wir haben sehr viele Gespräche geführt, haben Kontakte hergestellt“, sagt Andreas Guttschau. Und da haben die Havelländer viel Zuspruch bei denen gefunden, die irgendwie mit Bahn zu tun haben. Sei es als Hersteller, in Ausbildung oder Forschung.

Auf der 250 000 Quadratmeter großen Fläche ist vieles möglich. Dazu zählen anwendungsorientierte Forschungen wie das kontrollierte Entgleisen, wie die Erprobung von geothermischen Weichenheizungen, das Ausprobieren neuer, leiser Bremsen; hier können Lokführer aus- und weitergebildet werden; hier könnten auch alte Loks auf neue Technik, sei es mit Gas- oder Hybridantrieb, umgerüstet werden. Das Kompetenznetz Rail Berlin Brandenburg, zu dem 50 Partner gehören, hat bereits ein Büro in Elstal. Große Hersteller, wie Bombardier, betreiben hier schon eine Inbetriebnahmeplattform für Schienenfahrzeuge.

„Wissenschaft und Praxis sollen auf dem neuen Campus zusammengehen“, blickt Andreas Guttschau voraus. Die TU Berlin, die TH Dresden, das Frauenhofer Institut, selbst das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sehen die Gelegenheit, hier Theorie mit Praxis auf besondere Art zu verbinden. Und da gehen die Visionen dann weiter: Was wird aus den vorhandenen, denkmalgeschützten Gebäuden? Ein Ringlokschuppen ist noch vorhanden, wenn auch er wie das ehemalige Kraftwerk oder die Kantine vom Vandalismus der letzten Jahre gezeichnet ist. Für den Lokschuppen hält Guttschau schon mal eine schöne Architekturzeichnung parat: So könnte das Gebäude aussehen, wenn es Raum für Büros und einen kleinen Hörsaal bieten würde.

Sorgenkind dürfte der denkmalgeschützte Wasserturm werden, für den gab es bisher eigentlich keine rechte Nachfrage. Sicherlich könne sich mancher dort ein Café oder einen Beratungsraum vorstellen, aber die Vision, das wirtschaftlich zu betreiben, habe denn doch keiner entwickelt.

Von Marlies Schnaibel

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