Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Diese Projekte will die Partnerschaft für Demokratie unterstützen
Lokales Havelland Diese Projekte will die Partnerschaft für Demokratie unterstützen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:49 11.03.2019
Das Parkfest zur Interkulturelle Woche findet auch 2019 mit Unterstützung der Partnerschaft statt. Quelle: Foto: Uwe Hoffmann
Rathenow

 Immer wieder beklagen Bürger, sie seien machtlos, könnten nicht mitreden oder mitgestalten. Dass dem nicht so ist, beweist die Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen.

Seit 2015 fördert sie im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ zahlreiche Projekte in der Region und lädt alle Bürger ein, sich mit eigenen Ideen einzubringen.

Sieben Kommunen ziehen dabei an einem Strang. Die Stadt Rathenow ist federführend. Außerdem sind die Städte Premnitz und Nauen, die Ämter Friesack, Rhinow und Nennhausen sowie die Gemeinde Milower Land dabei.

48 000 Euro für gemeinwohlorientierte Projekte

Gemeinsam zahlen sie insgesamt 10 000 Euro in einen Fördertopf. Der Bund gibt weitere 100 000 Euro dazu. Davon können allein rund 48 000 Euro in gemeinwohlorientierte Projekte fließen.

Weitere 7000 Euro stehen explizit für Jugendprojekte zur Verfügung. Außerdem wird Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit unterstützt.

„Niemand soll den Eindruck haben, er könnte nicht mitwirken. Man muss einfach nur aufstehen und mitmachen“, ermutigt Mike Stampehl.

Mike Stampehl koordiniert die Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen. Quelle: Christin Schmidt

Er koordiniert die Partnerschaft für Demokratie und ist gerade dabei, die nächsten Anträge zu bewilligen. Denn auch 2019 wird das Leben in der Region Dank der Partnerschaft bereichert.

Drei geförderte Veranstaltungen fanden schon statt. Zum einen organisierten Mitglieder des Aktionsbündnisses „Unser Rathenow“ Mitte Januar eine Lichterkette auf dem Märkischen Platz. Rund 130 Menschen folgten dem Aufruf und setzten ein Zeichen für mehr Menschlichkeit.

In Nauen kamen Ende Februar rund 60 persische Christen zu m Begegnungs- und Ermutigungstag zusammen. Und in Rathenow konnte die Film-Matinee der „Freunde für Europa“ fortgesetzt werden.

Fest der Menschlichkeit geplant

Vergangene Woche wurden nun die Weichen für weitere Projekte gestellt. Akteure aus der Region haben den Mitgliedern des Begleitausschusses der Partnerschaft ihre Ideen vorgestellt.

Das Ergebnis: Der Begleitausschuss gewährt fünf weiteren Projekte finanzielle Unterstützung. Dazu gehört unter anderem ein Fest der Menschlichkeit, das Mitte Juni in und rings um das Jugendhaus „Oase“ stattfinden soll.

Die Idee dazu kommt vom Göttliner Verein Spatzennest, der sich gerade in Sonnenkind-Verein umbenennt. Die Organisatoren wollen unter anderem eine Ausstellung vorbereiten und mit verschiedenen Aktionen Menschlichkeit zeigen und leben.

Theaterschiff und Ehrenamtsbefragung werden gefördert

Bereits im April führt der Verein „Politik zum Anfassen“ in Nauen das Projekt „Pimp your town“ – “Motz deine Stadt auf“ durch. Ziel ist es, Jugendliche für Kommunalpolitik zu begeistern.

Dass dies gelingen kann, bewies der Verein im Juni 2018 in Rathenow ebenfalls mit finanzieller Hilfe der Partnerschaft. Rund 50 Schüler und mehrere Lokalpolitiker beteiligten sich mit dem Ergebnis, dass das Rathenower Kinder- und Jugendparlament Zuwachs bekam.

Auch das „Traumschüff“ macht Dank einer Förderung 2019 wieder mit seinem Theaterprojekt Halt in Strodehne, Rathenow und Premnitz. Thema ist dieses Mal „30 Jahre Wende“. Zudem bekommt der Kreissportbund Havelland Geld für seine Ehrenamtsbefragung.

Rund 20.000 Euro sind bereits verplant

Gefördert werden die einzelnen Projekte in der Regel mit maximal 3000 Euro. In Ausnahmefällen kann es auch mal mehr sein. „Wichtig zu wissen ist, dass wir nachrangig fördern“, betont Mike Stampehl.

Es müssen also zunächst andere Geldquellen ausgeschöpft werden. Auch dabei steht der Koordinator beratend zur Seite.

Rund 20 000 Euro der insgesamt 48 000 Euro aus dem Lokalen Aktionsfonds sind für dieses Jahr bereits verplant. Mike Stampehl ist sich sicher, das Geld ist gut angelegt:

„Wir haben noch nie ein Projekt gefördert, bei dem wir hinterher dachten, das machen wir nie wieder. Natürlich kostet es immer viel Kraft und manchmal könnte es etwas professioneller laufen, aber am Ende kommt stets was Gutes dabei raus.“

Im Dezember 2019 endet die aktuelle Förderperiode, das Bundesprogramm wird aber fortgesetzt. Die Kommunen können sich also für die neue Förderperiode bis 2024 bewerben, um auch künftig mit Hilfe des Bundes das Miteinander und die Demokratie zu stärken.

Kommentar: Jeder kann mitwirken

Klar, meckern ist einfacher als selbst aktiv zu werden, um etwas zu verändern. Deshalb gibt es wohl auch mehr Meckerer als Anpacker. Wir sind eben bequem. Klar ist aber auch: Jeder hat die Möglichkeit, die Gesellschaft mitzugestalten.

Wer zum Beispiel eine tolle Idee für eine Veranstaltung hat, die dazu beiträgt, das Miteinander zu stärken, kann die Partnerschaft für Demokratie um finanzielle Unterstützung anfragen. Die Ideen und das Machen müssen aber von den Menschen selbst kommen.

Dass das funktioniert, zeigen die vielen Ehrenamtler, die immer wieder aufs neue ranklotzen. Nicht für sich, sondern für die Gesellschaft. So wie Helga Klein in Großderschau, die alte Traditionen aufleben lässt und Alteingesessene und Neuzugezogene zusammenbringt.

Oder Elke Dartsch und ihre Helfer, die jedes Jahr mit einem Fest das Wir-Gefühl stärken. Hunderte profitieren von ihrem Einsatz. Es sind Menschen wie sie, die dafür sorgen, dass Vorurteile abgebaut werden und das Miteinander wächst.

Deshalb ist jeder, der behauptet, die Partnerschaft fördere politische Propaganda, an einem friedlichen Zusammenleben nicht interessiert.

Von Christin Schmidt

In Rathenow haben 52 Mitglieder der Partei Die Linke über das Programm zur Kreistagswahl abgestimmt und weitere Kandidaten auf Kommunalebene gewählt. Auch das Motto für den Wahlkampf steht.

10.03.2019

Bis auf die Stadt Premnitz bekommen im Westhavelland alle Städte und Gemeinden mehr Schlüsselzuweisungen vom Land überwiesen, als im Jahr 2018. Darauf verweist jetzt Finanzminister Christian Görke.

08.03.2019

Immer mehr Raubtiere haben sich in der Großen Grabenniederung angesiedelt. Nicht nur heimische Arten wie Füchse, sondern auch eingewanderte Raubtiere – zum Beispiel Waschbären. Sie vertreiben das Niederwild. Nun wird gegengesteuert.

08.03.2019