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Havelland "Das war ganz fürchterlich"
Lokales Havelland "Das war ganz fürchterlich"
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17:48 17.04.2015
Zerstörungen durch Bomben 1945 in Nauen. Quelle: Repro: Hannelore Winkel
Nauen

Denn wie schon in der Vergangenheit immer mal wieder heulten auch am 20. April 1945 die Sirenen. "Da wussten wir, dass wir wieder in den Bunker gehen", sagt sie. Zusammen mit ihrer Tante und der drei Jahre älteren Cousine spürten sie dort, wie der nahe Bahnhofsbereich mit Bomben eingedeckt wurde. "Die flogen ständig über uns rüber. Immer wieder gab es Explosionen. Das war ganz fürchterlich, ich hatte richtig Angst", erinnert sich die Nauenerin. Als alles vorbei war, stand das Haus zum Glück noch, aber die Druckwellen hatten unter anderem die Wasserpumpe zerstört, der Schwengel lag weit entfernt. "Ich möchte nicht, dass meine Urenkel so etwas noch mal erleben müssen", sagt sie.

Für ganz Nauen war der 20. April ein schwarzer Tag. 83Menschen starben an diesem Tag bei dem Bombardement, andere später noch an den Folgen. Wolfgang Seeger hat in den vergangenen Jahren versucht, die Geschehnisse zu rekonstruieren. "1991/92 fing ich mit den Recherchen an", sagt das heutige Mitglied der Nauener Heimatfreunde. Wie er herausfand, fielen die Bomben in zwei Intervallen auf den Eisenbahnknotenpunkt, um 10 Uhr ging es los. Zu dem Zeitpunkt warteten gerade Reisende auf den Bahnsteigen auf ihren Zug, andere speisten in der Gaststätte im Bahnhofsgebäude, derweil Kriegsgefangene Waggons ausluden. Als die Sirenen heulten, suchten die Menschen Schutz in Splittergräben, in Kellern oder liefen um ihr Leben. Eine elfjährige Nauenerin war gerade in der Brandenburger Straße, wo sie sich ihre Hausaufgaben abgeholt hatte, denn die Schulen waren in dieser Zeit schon geschlossen. Sie wollte nach Hause. Als die Bomber kamen, zogen Soldaten sie in ein Haus, im Keller überstand sie den Angriff. Andere hatten nicht so viel Glück, vor allem nahe dem Bahnhof, dem Ziel der Bomber. So wurden Häuserzeilen Am Schlangenhorst und in der Waldemarstraße durch die verheerende Wirkung der Bomben zerstört, auch das große Bahnhofsgebäude und der Saal des Schützenhauses. Das Trafowerk lag in Schutt und Asche. "Noch 100 Meter vom Explosionsherd entfernt deckte die Druckwelle die Dächer der Siedlerhäuser ab", sagt Seeger.

Auch heute muss man immer noch mit Blindgängern rechnen. So wurde 1993 bei Erdarbeiten an der ICE-Strecke, 50 Meter östlich des alten Stellwerkes, eine Fünf-Zentner-Bombe entdeckt. 2003 fand man beim Bau einer Leitung in der Straße Am Schlangenhorst erneut eine Bombe und 2010 nahe der Waldemarstraße.

Von Andreas Kaatz

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