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Debatte über S-Bahn und Regionalbahn

Falkensee Debatte über S-Bahn und Regionalbahn

Falkensee wist Pendlerland. Hier wurde die Debatte über den Ausbau des Schienennahverkehrs weitergedreht: Die S-Bahn bis Nauen ist eine Option, die Landesregierung sieht Argumente dafür, fällte aber noch keine Entscheidung. Der Bahnhof Spandau bleibt Dreh- und Angelpunkt des Machbaren.

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Argumente für die S-Bahn, aber längst keine Entscheidung: Ministerin Kathrin Schneider stand dem RBB und den Falkenseern Rede und Antwort.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Der Fernsehmoderator im RBB war deutlich zu forsch mit seiner Behauptung: „Die Landesregierung hat sich für die S-Bahn entschieden.“ Das stimmt nicht, denn die Landesregierung hat sich noch lange nicht entschieden, sie hat nur Prognosen vorgelegt, die teilweise für die Verlängerung der S-Bahn von Spandau bis Nauen sprechen. Mehr nicht.

Das wurde auch am Dienstagabend in der Falkenseer Stadthalle deutlich, als Antenne Brandenburg und der RBB zu einem Podiumsgespräch zu dem Verkehrsthema eingeladen hatten. Fast 100 Bürger waren gekommen, um zu hören, was Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) zu sagen hatte. Wie im Havelland wird auch an anderer Stelle über eine Verlängerung der S-Bahn diskutiert – in Velten, in Rangsdorf, in Stahnsdorf.

Kapazität reicht nicht aus

„Die Region wächst, es wird immer mehr Fahrgäste geben“, nannte Kathrin Schneider die Ausgangslage. 200 000 Menschen pendeln täglich aus Brandenburg nach Berlin zur Arbeit, in Falkensee sind 80 Prozent der Beschäftigten Pendler. Die Züge sind voll, die Kapazität reicht nicht aus. Soweit waren sich alle Gesprächspartner des Abends einig. Ob aber der Ausbau der S-Bahn bis Nauen oder die Erweiterung des Angebotes beim Regionalverkehr (durch Bau eines neuen Gleises) besser ist – da gab es keine klaren Aussagen. Auch, weil für die Regio-Variante weder Kosten noch technische Umsetzbarkeit definiert wurden. Zur S-Bahn-Variante ist einiges klarer, 250 Millionen Euro würde der Ausbau kosten. „Technisch ist viel machbar, was ist bezahlbar?“, sagte Björn Vetter, Manager des S-Bahn Berlin GmbH. Sein Unternehmen würde gerne mit einer Express-Bahn bis nach Nauen fahren.

Der Knoten Spandau ist das Problem

Das technisch Machbare ist aber fraglich, wenn es um den Ausbau des Regionalverkehrs geht. „Dafür wäre ein drittes Gleis nötig“, sagte die Ministerin. „Der Knoten Spandau ist das Problem“, meinte Dieter Doege, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn. „Die Frage Regio oder S-Bahn wird in Spandau entschieden.“

Dem stimmten alle zu. „Spandau ist der Dreh- und Angelpunkt des Problems“, sagte auch Kathrin Schneider, und: „Wir kriegen am Knoten Spandau derzeit keinen zusätzlichen Zug mehr aufs Gleis.“ Daraus erwächst ein Plus für die S-Bahn, die bereits ihre Gleise in dem Bahnhof hat. Über all diese Dinge müsse jetzt mit der DB Netz gesprochen werden. Hoffentlich dauert das nicht noch mal 25 Jahre, meinte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Er erwartet eine Entscheidung der Landesregierung im kommenden Jahr. Dafür müsse aber „noch intensiver mit Berlin“ diskutiert werden. Auf die Frage des Radio-Moderators, ob er für die S-Bahn- oder die Regio-Variante sei, antwortete er diplomatisch: er sei „für die beste.“

Ausbau bringt auch Belastungen

Was das denn sei, darüber gingen die Meinungen im Publikum auseinander. Vor allem äußerten sich Männer, die sich mit diesem Thema schon jahrelang herumschlagen. Marc-Oliver Wille, Sprecher der Bürgerinitiative „Schönes Falkensee“, will Leute von der Straße auf die Schiene holen und regte an, auch die Fahrgäste zu fragen. Jürgen Czarnetzki, Vorsitzender der Bürgervereinigung „Spandauer Verkehrsbelange“, verwies auf die 500 Wohnungen, die in Spandau durch den Ausbau verschattet werden würden. Aber da reagierte Kathrin Schneider sachlich und ruhig wie gewohnt: „Das zeigt die Konflikte. Der Ausbau bringt auch Belastungen“, sagte sie, „die Diskussionen müssen wir führen.“

Von Marlies Schnaibel

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