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Der Ukraine-Konflikt auf dem Prüfstand

Diskussion im Torhaus Der Ukraine-Konflikt auf dem Prüfstand

Mehrfach schon hat die Friedrich-Ebert-Stiftung im Torhaus auf dem Weinbergfriedhof hochkarätige Diskussionsveranstaltungen organisiert. Am 10. November werden der Philosoph Wolfram Tschiche und der Historiker Oleh Turiy die Hintergründe des Ukraine-Konflikts beleuchten.

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Wolfram Tschiche wird mit Oleh Turiy einen Blick auf den Ukraine-Konflikt werfen.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. „Europäische Grundwerte in der Diskussion: Inwiefern gefährdet der Ukraine-Konflikt die europäische Friedensordnung?“ So lautete der Titel einer Veranstaltung, die am Dienstag, den 10. November, im Torhaus auf dem Weinberg Friedhof stattfindet. Oleh Turiy, Professor für Geschichte an der Katholischen Universität Lviv (Lemberg), und der deusche Theologe und Philosoph Wolfram Tschiche werden versuchen, den Ukraine-Konflikt zu umreißen und dabei über die Hintergründe und Akteure der Ukraine-Krise zu informieren.

Zur Erinnerung: In der Ukraine fand am 25. Mai 2014 die Präsidentschaftswahl statt, aus der Petro Poroschenko als Präsident hervorging. Mit einer einseitigen Feuerpause für die ukrainische Armee und einem Friedensplan für die Ostukraine wollte er die politische Lage des Landes stabilisieren und dessen Einheit erhalten. Nach erfolglosen Verhandlungen hatte damals die ukrainische Armee ihre Offensive im Osten des Landes fortgesetzt und es entwickelte sich in der Ostukraine ein blutiger Konflikt mit vielen Toten und Flüchtlingen.

Der unmittelbare Anlass für den gegenwärtigen Konflikt war mit den krisenhaften Entwicklungen Ende 2013 in der Ukraine verbunden. Aus einer lokalen Demonstration gegen die autokratische Entscheidung des ehemaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch, das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen, wurde eine landesweite Protestbewegung: der „Euromaidan“. Mehr als hundert Menschen wurden getötet als der friedliche Protest in Gewalt umschlug. Ein halbes Jahr später war in der Ukraine nichts mehr wie zuvor. Nach dem Sturz des korrupten Janukowytsch-Regimes nutzte der russische Präsident Wladimir Putin die Fragilität der Übergangsregierung und ließ einen Teil des ukrainischen Staatsgebietes, die Krim, annektieren und in die Russische Föderation eingliedern. Darüber hinaus unterstützt Russland die Separatisten im Osten der Ukraine, wodurch sich gerade die ostmitteleuropäischen EU- und NATO- Mitgliedsstaaten bedroht fühlen.

Olec Turiy, Prorektor der Katholischen Universität Lviv, kommt nach Rathenow

Olec Turiy, Prorektor der Katholischen Universität Lviv, kommt nach Rathenow.

Quelle: Markus Kniebeler

Vom nationalistischen und imperialistischen Kurs Moskaus überrascht, suchten die Europäische Union und die USA nach adäquaten Antworten. Es wurden Sanktionen verhängt und durch die NATO Militär an die östlichen Außengrenzen der EU verlegt. Gleichzeitig laufen diplomatische Anstrengungen, der Ukraine eine friedliche und demokratische Zukunft zu ermöglichen. Den Weg dahin sollten als erste Schritte „Minsk I“ und „II“ ebnen. Eine politische Lösung des nicht nur für die Ukraine gefährlichen Konflikts zeichnet sich im Moment aber immer noch nicht ab.

Oleh Turiy, geb. 1964 in Zvitova (Ukraine), ist nicht nur ein profunder Kenner des Landes, sondern dank seiner historischen Kenntnisse auch in der Lage, den Konflikt in geschichtliche Zusammenhänge einzubetten. Wolfram Tschiche wird ihm dabei assistieren. Wer schon einmal eine der von Tschiche moderierten Veranstaltungen der Ebert-Stiftung im Torhaus erlebt hat, etwa die über den arabischen Frühling im Februar 2012, der weiß, dass der Erkenntnisgewinn auch am 10. November groß sein wird. Auch wenn nicht – oder vielleicht gerade, weil nicht – auf alle Fragen eine eindeutige Antwort gegeben werden kann.

Von Markus Kniebeler

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